Ökologische und soziale Kriterien (ESG, Environmental Social Governance) sind heute für Investoren ebenso wichtig wie Finanzkennzahlen. Unternehmen die sich nicht an Umweltstandards oder ethische Normen halten, werden von den Finanzmärkten immer häufiger abgestraft. Sie müssen mittlerweile offenlegen, welche Ressourcen bei der Herstellung eines Produkts eingesetzt werden, welche Zulieferer beschäftigt werden, welche Schadstoffrückstände sich eventuell noch im Produkt befinden, usw. Das Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) verpflichtet Unternehmen in Österreich zu dieser Art der Transparenz. 

Es gibt auch Initiativen die versuchen, dem Klimawandel am Kapitalmarkt entgegenzuwirken. Mit dem „Action Plan. Financing Sustainable Growth“ legt die EU Ziele für den Finanzsektor fest. Die heimische Politik hat im Juni 2018 das Papier „#mission2030 – die Klima- und Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung“ präsentiert und hat hier die Förderung von Green Finance verankert. 

Welche Möglichkeiten nachhaltiger Investments gibt es nun? 

Aktien

Derzeit notieren an der Wiener Börse 19 Unternehmen, die lt. rfu hinsichtlich ökologischer und gesellschaftlicher Aktivitäten und Leistungen führend sind. Zu ihnen zählen (Stand August 2018): 

AGRANA BETEILIGUNGS-AGPALFINGER AG
AMAG AUSTRIA METALL AGRAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG
AT & S AUSTRIA TECH. & SYSTEMTECH.ROSENBAUER INTERNATIONAL AG
BKS BANK AGTELEKOM AUSTRIA AG
CA IMMOBILIEN ANLAGEN AGVALNEVA SE
ERSTE GROUP BANK AGVERBUND AG
EVN AGVIENNA INSURANCE GROUP AG
KAPSCH TRAFFICCOM AGWIENERBERGER AG
LENZING AGZUMTOBEL GROUP AG
OESTERR. POST AG


Diese Unternehmen werden im Nachhaltigkeitsindex VÖNIX zusammengefasst. Er ist die Benchmark für nachhaltiges Investieren in Österreich. Der VÖNIX wird seit 2005 durch die Wiener Börse täglich in Echtzeit in Euro berechnet. 

Das CEE-Pendant zum VÖNIX ist der CECE Socially Responsible Investment (CECE SRI EUR). Er besteht aus jenen Unternehmen, die an den Börsen der Region Zentral-, Ost- und Südosteuropa handelbar sind und die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind. 

Grüne Anleihen

Grüne Anleihen, auch Green Bonds genannt, gelten als neue Form nachhaltiger Investments. Sie haben ausschließlich die Finanzierung ökologischer Projekte zum Zweck. Derzeit notieren folgende Green Bonds an der Wiener Börse (Stand August 2018):

  • Der Green Bond der Verbund AG (ISIN: XS1140300663) mit einem Volumen von 500 Millionen Euro und einer Laufzeit bis 2024. Die Mittel werden laut Prospekt für die Finanzierung und Refinanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen in zahlreichen Wasserkraftwerken sowie Windkraftinvestitionen verwendet.
  • Der Green Bond der Hypo Vorarlberg Bank AG (ISIN: XS1685589027) mit einem Volumen von 300 Millionen Euro und einer Laufzeit bis 2022 dient laut Emissionsbedingungen der Finanzierung von energieeffizienten Wohn– und Gewerbeimmobilien in Vorarlberg.
  • Der Emissionserlös der grünen BKS Bank AG Anleihe (ISIN: AT0000A1Y6S4) in Höhe von 3 Millionen Euro fließt in die Finanzierung einer Kleinwasserkraftanlage in Kärnten.
  • Die Green Bond Benchmark Anleihe der Raiffeisen Bank International AG (ISIN: XS1852213930) in Höhe von 500 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2021 dient der Finanzierung und Refinanzierung von Grünen Krediten in der CEE Region gemäß den Anleihebedingungen. 

Finden Sie hier eine Aufstellung aller aktuell an der Wiener Börse notierenden Green Bonds und bleiben Sie über unseren Corporate Bond-Monitor immer informiert über Neuemissionen.

Die EU-Kommission feilt aktuell an offiziellen, europäischen Nachhaltigkeitsstandards und -zertifikaten für Green Bonds. Damit sollen einerseits Staaten und Unternehmen ermutigt werden, noch mehr Green Bonds zu emittieren. Andererseits soll möglichem Wildwuchs ein Riegel vorgeschoben werden. 

Derzeit gibt es bereits freiwillige Vorgaben, die in den „Green Bond Principles“ festgehalten sind. Sie sollen die Integrität und Transparenz des Produkts gewährleisten und regeln den Auswahlprozess für ein Projekt, die Offenlegung und das Steuern der Mittelverwendung sowie die Anforderungen an das Berichtswesen, um sicherzustellen, dass die Mittel tatsächlich der Gesellschaft und der Umwelt zugutekommen. Auch enthalten die Leitlinien die Empfehlung einer externen Überprüfung durch unabhängige Institute, welche die Nachhaltigkeit des jeweiligen Projekts durch sogenannten Second Party Opinions beurteilen. Es besteht zudem die Möglichkeit eines Öko-Ratings.