Das Xetra®-Handelssystem unterstützt verschiedene Handelsverfahren. Einerseits den Fortlaufenden Handel in Verbindung mit einer Eröffnungsauktion, einer optionalen untertägigen Auktion und einer Schlussauktion, andererseits die einmalige, untertägige Auktion und die Fortlaufende Auktion.

Fortlaufender Handel

Der Fortlaufende Handel beginnt nach Ablauf der Eröffnungsauktion. Jede Order wird in Xetra® zunächst in ein elektronisches Orderbuch eingestellt, in dem sich Kauf- und Verkaufsorders gegenüber stehen. Im Fortlaufenden Handel ist das Orderbuch geöffnet, d.h. die kumulierten Ordervolumina und deren Limits werden im Handelssystem angezeigt. Sobald sich Kauf-und Verkaufsorders ausführbar gegenüberstehen, werden diese vom Handelssystem automatisch zusammengeführt - sie werden "gematcht".

Ein Vorteil des Fortlaufenden Handels besteht darin, dass jederzeit ein Geschäft zustande kommen kann, ohne dass eine Auktion abgewartet werden muss. Dafür, dass jederzeit hinreichend Orders zu marktgerechten Preisen vorliegen, sorgt das Betreuersystem der Wiener Börse mit den Specialists bzw. Market Makern, die permanent verbindliche Kauf- und Verkaufsorders in den Markt stellen und dadurch für zusätzliche Liquidität sorgen.

Einmalige, untertägige Auktion

In einer Auktion wird die Liquidität in einem Wertpapier auf einen bestimmten Zeitpunkt konzentriert. Eine Auktion besteht aus der Aufruf,- der Preisermittlungs- und einer optionalen Marktausgleichsphase. Die Preisermittlung erfolgt nach dem Meistausführungsprinzip. Der Auktionspreis ist der Preis, zu dem das höchste ausführbare Ordervolumen und der niedrigste Überhang bestehen. Während der Aufrufphase der Auktion ist das Orderbuch im Aktienhandel offen. Als Information über die Marktlage wird im Handelssystem Xetra® der indikative Preis oder das beste Geld/Brieflimit (bid/ask) angezeigt. Die Marktteilnehmer werden mittels eines Auktionsplans über die Zeiten informiert, zu denen die Wertpapiere aufgerufen werden.

Fortlaufende Auktion

Die Fortlaufende Auktion findet ganztägig statt und beginnt mit der Vorhandelsphase, an die sich die Haupthandelsphase und danach die Nachhandelsphase anschließen. Die Haupthandelsphase beginnt zeitgesteuert nach Ablauf der Vorhandelsphase. Die Zusammenführung von Orders findet in Auktionen statt. Eine Auktion setzt sich in der Regel aus zwei Phasen (Voraufrufphase und eine optionale Aufrufphase) und der Preisermittlung zusammen. Die betreuenden Börsemitglieder (Emittenten) sind für die verbindliche Eingabe von Quotes verantwortlich.