Die Marktmodelle der Wiener Börse beschreiben den strukturellen und regulatorischen Rahmen, innerhalb derer der Handel stattfindet. Zentraler Bestandteil eines Marktmodells ist die Ausgestaltung der darin angewendeten Xetra® T7 Handelsverfahren, dazu zählen an der Wiener Börse der „Fortlaufende Handel mit Auktionen“, die „Auktion“ und die „Fortlaufende Auktion“. 

Die Marktmodelle der Wiener Börse schaffen den verlässlichen Rahmen für einen geordneten und effizienten Handel. Sie regeln die Preisbildung, die Priorität der Ausführung sowie das Zusammenspiel verschiedener Ordertypen, Handelsphasen usw. Ziel der Marktmodelle ist es, eine hohe Liquidität, eine effiziente und nachvollziehbare Preisfindung sowie ein Höchstmaß an Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Auf dieser Grundlage bietet die Wiener Börse eine leistungsfähige, faire und wettbewerbsfähige Handelsumgebung.

Fortlaufender Handel mit Auktionen

Der „Fortlaufende Handel mit Auktionen“ ist ein wesentliches Marktmodell der Wiener Börse im elektronischen Handelssystem Xetra® T7. Es kombiniert die kontinuierliche Preisbildung mit regelmäßigen Auktionen und gewährleistet damit eine hohe Liquidität sowie eine effiziente und transparente Preisfindung.

Im fortlaufenden Handel werden Orders laufend im zentralen Orderbuch zusammengeführt und nach Preis-Zeit-Priorität ausgeführt. Ergänzend dazu finden zu definierten Zeitpunkten Auktionen, wie die Eröffnungsauktion, untertägige Auktionen oder die Schlussauktion, statt.

Der fortlaufende Handel sorgt für permanente Ausführungsmöglichkeiten während der Handelszeit, während die Auktionen gezielt Liquidität bündeln – insbesondere zu Handelsbeginn, während volatiler Marktphasen und zum Handelsschluss.

Midpoint-Handel

Während des fortlaufenden Handels bietet die Wiener Börse zusätzlich den Midpoint-Handel an. Dabei können Midpoint Orders sowie Sweep Orders zum Midpoint Preis ausgeführt werden, der sich aus dem besten Kauf- und Verkaufslimit im zentralen Orderbuch berechnet. Das Midpoint Orderbuch ist vom zentralen Orderbuch getrennt und wird nicht veröffentlicht. Dadurch können insbesondere größere Orders mit reduzierter Marktwirkung und höherer Diskretion ausgeführt werden.

Der Midpoint Handel steht für Instrumente im prime market sowie im standard market (continuous) zur Verfügung, sofern die Wiener Börse für das jeweilige Instrument als liquiditätsmäßig relevantester Markt gilt.

Auktion

In einer Auktion wird die Liquidität in einem Wertpapier auf einen bestimmten Zeitpunkt konzentriert. Eine Auktion besteht aus der Aufrufphase- und der Preisermittlung. Die Preisermittlung erfolgt nach dem Meistausführungsprinzip. Der Auktionspreis ist der Preis, zu dem das höchste ausführbare Ordervolumen und der niedrigste Überhang bestehen. Während der Aufrufphase der Auktion ist das Orderbuch offen. Als Information über die Marktlage wird in Xetra® T7 der indikative Preis oder das beste Geld/Brieflimit (bid/ask) angezeigt. Die Marktteilnehmer werden mittels eines Auktionsplans über die Zeiten informiert, zu denen die Wertpapiere aufgerufen werden.

Fortlaufende Auktion

Die Fortlaufende Auktion findet während der gesamten Handelszeit statt und beginnt mit der Vorhandelsphase, an die sich die Haupthandelsphase und danach die Nachhandelsphase anschließen. Die Haupthandelsphase beginnt zeitgesteuert nach Ablauf der Vorhandelsphase. Die Zusammenführung von Orders findet in Auktionen statt. Eine Auktion setzt sich in der Regel aus zwei Phasen (Voraufrufphase und eine optionale Aufrufphase) und der Preisermittlung zusammen. Die betreuenden Börsemitglieder (Emittenten) sind für die verbindliche Eingabe von Quotes verantwortlich.