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Wiener Börse News

US-Aktien haben noch Potenzial

Raja Korinek | Börsen-Kurier

Vor allem Versorger-, Telekom- & Immo-Titel stehen im Fokus

Grund zu jammern haben Anleger in US-Aktien kaum. Allein seit Jahresbeginn legte etwa der S&P-500-Index um fast 20 % zu. „Damit verzeichnete der Index sein bestes erstes Halbjahr seit 1997“, zeigt Guy Wagner, er ist Chefanlagestratege der Banque de Luxembourg Investments, auf. Auch die anderen US-Indizes konnten sich behaupten.

Freilich, zuletzt spielte die US-Notenbank eine wichtige Rolle. Sie hatte signalisiert, ein wachsames Auge auf die Wirtschaftsentwicklung zu werfen, und, falls notwendig, mit Zinssenkungen einzugreifen. Den Investoren gefällt die Ankündigung sichtlich gut, wenngleich Gergely Majoros, er ist Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac meint, es sei wahrscheinlich noch zu früh, einen vollständigen Lockerungszyklus zu erwarten. Majoros ist dennoch der Ansicht, dass es für US-Aktien eine konstruktive Gemengelage gebe.

US-Aktien bleiben interessant

Das übrigens findet auch Christian Preussner, der leitende Investmentspezialist für US-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management, im Gespräch mit dem Börsen-Kurier. Trotz der langen Hausse seien Aktien jenseits des Atlantiks keinesfalls teuer. Allein am S&P 500 liegt das Forward-KGV, bei dem künftige Unternehmensgewinne berücksichtigt werden, mit rund 16 knapp unter dem jahrzehntelangen Durchschnitt.

Auch die Prognosen sind positiv. „Das Gewinnwachstum im S&P 500 dürfte heuer bei 4 %, und im kommenden Jahr bei 11 % liegen“, meint Preussner. Dabei dürfte 2020 vor allem der Energiesektor das Zugpferd sein, da der höhere Ölpreis die Gewinne der Branchenfirmen antreiben sollte.

Dennoch sollte man das Risiko innerhalb der Aktienwelt zurückfahren, mahnt der Experte. In den kommenden zwei Jahren sei das Wirtschaftswachstum noch intakt. Genauer gesagt dürfte es heuer zwischen 1,8 und 2 % liegen und 2020 zwischen 1,5 und 1,8 %. Doch schon 2021 ließe sich eine Rezession nicht mehr ausschließen.

Defensive Aktien im Fokus

Das sei ein wesentlicher Grund, weshalb Versorgertitel, Telekomunternehmen und Immobilienkonzerne (sogenannte REITS) nunmehr stärker gewichtet werden. Bei diesen Sektoren seien die Erträge nämlich langfristig stabil. Obendrein winken interessante Dividendenrenditen bei vielen dieser Branchentitel.

Und wie sieht es in anderen Sektoren aus? Großbanken habe man untergewichtet. „Es wird weniger Börsengänge geben“, so Preussner, das schmälert die Gewinne im Investmentbanking. An anderen Finanzwerten wie etwa Blackrock oder Invesco finde man sehr wohl Gefallen. Und im Gesundheitssektor ist man bei J.P. Morgan AM im Biotech-Bereich zurückhaltend. Die Finanzierungskosten seien immer teurer. Anders betrachtet man Large Caps aus dem Pharmasektor wie etwa Pfizer oder Merck. Da habe man begonnen, Positionen aufzustocken. Und das aus gutem Grund. Es seien solide Werte mit stabilen Cashflows.

Handelskonflikt als Damoklesschwert

Dennoch nehmen auch allgemeine Risiken zu. Etwa, dass der Handelskonflikt die Unternehmensstimmung in den kommenden Monaten belasten und somit die Wachstumsdynamik an Schwung verlieren könnte, mahnt Deka-Volkswirtin Marina Lütje.

Sie rechnet deshalb als Gegenreaktion der Fed mit „jeweils einem ,Versicherungsschritt’ im September und Dezember nach unten“. Mit größeren Kursschwankungen müssen Anleger jedenfalls rechnen. 

 

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Hinweis

Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.

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