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Wiener Börse News

Steiniger Weg für Tretroller

Jens Korte | New York | Börsen-Kurier

Die Amerikaner sind Meister des Marketing. US-Unternehmen gelingt es immer wieder, der Welt Produkte zu verkaufen, auf die diese nicht gewartet hat. So werden elektrische Tretroller immer populärer. Zu den Branchenführern gehören die amerikanischen Marken Lime und Bird, die bereits eine Marktbewertung von je über einer Milliarde Dollar übersprungen haben.

Im vergangenen Jahr erreichte der Markt für die Roller ein Volumen von rund 17 Mrd. USD. Profitabel sind die Anbieter nach wie vor nicht. Aber das gilt für die meisten Startups oder jungen Unternehmen, die derzeit an die Börse drängen.

Allein in den Straßen von Los Angeles stehen mehr als 17.000 elektrische Tretroller verschiedener Startups, die ganz einfach per App gebucht und überall abgeholt werden können. Die Popularität der Elektroroller macht verführerisch. Die Anbieter von alternativen Fahrdiensten wie Lyft oder Uber investieren massiv in den Markt. Dabei häuft sich gerade die Kritik an den Gefährten. Alleine in den USA gab es im vergangenen Jahr 1.500 Verletzte. In einigen der größten Metropolen wie New York sind die Roller nicht zugelassen. In Paris wurden die E-Scooter von den Bürgersteigen verbannt. Für Investoren bedeutet eine mögliche Verschärfung der Regulierung entsprechend ein Risiko.

Lime oder Bird sind noch keine börsennotierten Unternehmen – Lyft und bald auch Uber hingegen schon. Vor dem für Ende dieser Woche angepeilten Börsengang teilten die Verantwortlichen von Uber mit, dass der alternative Fahrdienst möglicherweise niemals einen Gewinn abwerfen wird. Dennoch dürfte Uber nach dem Börsengang eine Bewertung von rund 90 Mrd. USD erzielen.

Auch Beyond Meat wirft noch keinen Gewinn ab. Dennoch legte der Anbieter von veganen Fleischalternativen zum Börsendebüt in der vergangenen Woche mehr als 160 % zu.

Es ist ein eigenartiges Umfeld an der Wall Street – alles läuft. 90 % der von der Deutschen Bank beobachteten Anlageklassen haben im bisherigen Jahresverlauf einen positiven Return. Ob Aktien, Anleihen, Bitcoins oder Öl – alles steigt. Diese gefühlte Sorglosigkeit stimmt erste Investoren nachdenklich.

Den Börsenhändlern an der Wall Street ist durchaus bewusst, dass die Stimmung irgendwann kippt. Doch noch traut sich niemand, den Verkaufsknopf zu drücken. Es traut sich derzeit auch niemand, sich laut über geldvernichtende Startups zu beschweren. So lange das billige Geld der Zentralbanken fließt, so lange scheinen ausreichend Mittel für die waghalsigsten Projekte vorhanden zu sein. Das gilt auch für Elektroroller.


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Hinweis

Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.

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