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Wiener Börse News

Marktanalyse: Nur für Schwindelfreie? Wall Street Rallye ist rekordverdächtig

Monika Rosen

Wenn man sich die Entwicklung des S&P 500 der letzten 8 Jahre ansieht, so ist eine Dosis Schwindelfreiheit nicht fehl am Platz. Von kleinen Korrekturphasen abgesehen, ging es seit dem Tief nach der Lehman-Pleite nur nach oben. Schon jetzt steht diese Rallye auf Platz zwei der am längsten laufenden Bullenphasen aller Zeiten. Um allerdings die Rallye der 90er Jahre, die mit der Dot Com Krise endete, zu übertrumpfen, müsste sie noch bis 2021 weiterlaufen.

Dennoch sind Vergleiche mit der damaligen Euphorie, die ja dann bekanntlich mit schmerzlichen Kursverlusten endete, nur bedingt zulässig. Da ist einmal die sehr robuste Gewinndynamik im S&P 500. Der US Leitindex hat im 1. Quartal 2017 eine Gewinnsteigerungsrate von 16,5 % hingelegt, das ist das beste Ergebnis seit 2011. Die höchste Rate an positiven Überraschungen lieferte mit über 80 % die Technologie, ein Umstand, der an den Anlegern offenbar nicht vorbeigegangen ist. Der Nasdaq Composite Index hat heuer (in Dollar gerechnet) bereits über 10 % zugelegt und im April die Marke von 6.000 Punkten übersprungen. Aber gerade an den Tech Aktien entzündet sich auch ganz stark die Debatte, ob wir aktuell eine Wiederholung des Szenarios der Jahrtausendwende erleben.

Apple, Google (bzw. Alphabet), Microsoft, Facebook und Amazon: diese fünf Aktien allein haben heuer rund ein Drittel der Performance des S&P getragen. Im Vorjahr betrug ihr Anteil an der Gesamtperformance des Index „nur“ 17 %. Die Tatsache, dass sich die Rallye auf einige wenige Gewinner konzentriert, verdient natürlich erhöhte Aufmerksamkeit. Bei der Bewertung hingegen, die in der Schlussphase der Dot Com Rallye extrem angestiegen war, sind wir von alten Höchstständen weit entfernt. Apple beispielsweise, das aktuell größte US Unternehmen, hat ein KGV von 17. Microsoft war im Jahr 2000 Spitzenreiter bei der Marktkapitalisierung und hatte ein KGV, das über doppelt so hoch war.

In Summe kann man also sagen, dass der US Markt insgesamt bezüglich Bewertung nicht mehr wirklich günstig ist, und dass die aktuelle Rallye schon sehr lange läuft. In unserer Anlagestrategie finden diese Punkte auch Widerhall, da wir die Aktienquote zuletzt von „übergewichten“ auf „neutral“ gesenkt haben. 

S&P 500: nach der Lehman-Pleite kam die Rallye…

S&P 500: nach der Lehman-Pleite kam die Rallye…


Autorin:
Mag. Monika Rosen
Head of Research
Bank Austria Private Banking
26. Mai 2017

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