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Fondssparpläne: Die Chancen in der Krise

Raja Korinek | Börsen-Kurier

Anleger können die Korrektur zu einem schrittweisen Vermögensaufbau günstig nützen

Die jüngsten Entwicklungen an den weltweiten Börsen haben einmal mehr deutlich vor Augen geführt: Ein Investment in Wertpapiere kann auch sehr turbulent sein. Doch es gibt Möglichkeiten, davon sogar zu profitieren. Eine solche ist der Abschluss eines sogenannten Fondssparplans. Der Clou daran: Anleger kaufen mit einer festgelegten Summe regelmäßig Fondsanteile zu. Und weil ein solcher Sparplan auf viele Jahre angelegt sein sollte, um einen sinnvollen Vermögensaufbau zu ermöglichen, profitiert man obendrein von dem Cost-Averaging-Prinzip.

Doch was genau ist gemeint?

Das sogenannte „Cost-Averaging-Prinzip“ (Durchschnittskosten-Prinzip) bedeutet, dass durch einen gleichbleibenden Ansparbetrag zu unterschiedlichen Marktkursen einmal mehr und einmal weniger Fondsanteile erworben werden, erklärt Martin Hauer, Vorstand für Retail und Verbundservices der RLB NÖ-Wien. Er meint auch, „der positive Effekt dabei ist, dass der durchschnittliche Kaufkurs dadurch reduziert wird“. Allerdings hänge der Gesamterfolg von einer Kurserholung ab.

Umso mehr sollten Anleger noch einen Punkt beachten: „In volatilen Phasen ist das regelmäßige Ansparen in Wertpapierfonds für risikobewusste Anleger eine gute Alternative. Es sollte aber unbedingt die persönliche Risikoneigung und -bereitschaft bedacht werden. Aus heutiger Sicht ist nicht vorherzusehen, wann wieder eine Normalisierung an den Kapitalmärkten einkehren wird“, sagt RLB-Experte Hauer. Deshalb sei diese Anlageform unter längerfristigen Gesichtspunkten zu betrachten. Freilich, langfristig deuten zahlreiche Studien auf steigende Aktienmärkte.

Dabei sei es ohnedies wichtig, möglichst früh mit einem solchen Plan zu beginnen, betont man bei der Erste Bank. Der aktuell günstige Einstieg muss nicht einmal mit großen Summen genützt werden. Geldinstitute wie die Bank Austria und die Erste Bank bieten einen Einstieg schon ab 30 EUR pro Monat an. Bei der RLB NÖ-Wien und der Bawag geht es ab monatlich 50 EUR los. Auch muss es nicht immer eine monatliche Einzahlung sein. In der Regel sind Einzahlung quartalsweise oder jährlich ebenfalls möglich.

Bei den Einzahlungen wird meist allerdings immer der Ausgabeaufschlag für den Fondskauf verrechnet. Bei der RLB NÖ-Wien ist es hingegen ein Transaktionsentgelt von 90 Cent plus 1,2 % vom Kurswert. Günstiger ist oftmals obendrein der Online-Kauf. Bei der Erste Bank wird via Plattform „George“ ein Rabatt von 20 % angeboten. Bei der Hello bank! liegt der Rabatt sogar bei 40 %. Auch wird dort keine Depotgebühr für Fonds berechnet.

Fremdfonds als Alternative

Doch was, wenn man nicht nur die hauseigenen Fonds kaufen möchte? Hier sollte man sich vor Abschluss eines Sparplanes unbedingt über Kaufmöglichleiten von Fremdfonds nachfragen. Solche bietet etwa die Erste Bank an – auch mittels ETFs (Exchange Traded Funds), sogenannten börsengehandelten Fonds an. Auch die Hello bank! verweist auf eine umfangreiche Auswahl.

Trotz der langfristigen Ausrichtung sollten Anleger auch noch einen weiteren Punkt bedenken: Je näher das Ende der selbst gewählten Ansparzeit rückt, desto mehr sollte man in konservative Fonds anlegen, etwa in breit gestreute Anleihefonds. Denn dann lassen sich Schwankungen – angesichts der geringen Restlaufzeit – weniger gut durchtauchen. Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank, fügt dabei grundsätzlich hinzu: „Für die überwiegende Anzahl an Publikumsfonds fallen keine Rücknahmegebühren an. Somit können Fonds individuell gewechselt werden.“

 

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Hinweis

Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.

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