Boschan: „Dringender Rückbau der Diskriminierung der Aktienanlage“

16. Juni 2026 | Kurier

Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, konnte im Rahmen des Jahrespressegesprächs, bei dem zahlreiche Medienvertreterinnen und Medienvertreter vor Ort waren, über ein Rekordergebnis der Wiener Börse AG berichten. So stieg das Ergebnis vor Steuern auf 53,4 Millionen Euro. Boschan betonte, dass viele heimische Konzerne „Hidden Champions“ am Weltmarkt seien und im Hinblick auf eine schwankende Weltkonjunktur aufgrund stabiler und anpassungsfähiger Geschäftsmodelle standfest agieren. Trotz des Rekordergebnisses der Wiener Börse im vergangenen Jahr findet Boschan auch kritische Worte: Er wünscht sich den „dringenden Rückbau der Diskriminierung der Aktienanlage“. Insbesondere in Bezug auf die private Altersvorsorge verortet der CEO Mängel und fordert Entlastungen. Er appelliert an die politischen Entscheidungsträger, sich an skandinavischen Ländern zu orientieren, deren Pensionssystem stärker kapitalgedeckt sei.

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„Der ATX zählt zu den internationalen Spitzenreitern“

22. April 2026 | Börsen-Zeitung

Der österreichische Leitindex schnitt in den letzten 25 Jahren besser ab als der DAX und liegt auch im heurigen Jahr klar vor dem deutschen Leitindex. Erst kürzlich wurde ein neues Rekordhoch erreicht und somit zählt der ATX mit seiner bisherigen Jahresperformance zu den internationalen Spitzenreitern. Die Spannungen durch den Iran-Krieg, die mit einer höheren Handelsaktivität und Volatilität einhergehen, würden die Wiener Börse laut CEO Christoph Boschan „noch länger begleiten“, doch gerade in diesen lebhaften Phasen komme der führenden Rolle von Nationalbörsen bei Preisqualität und Liquidität eine noch stärkere Bedeutung zu. Mit einem Investment in ATX-Unternehmen würden Anlegerinnen und Anleger unter anderem am Wachstumsmotor Zentral- und Osteuropas partizipieren, wo die Wachstumsraten klar über jenen der restlichen Eurozone liegen.

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„Gewinn darf kein moralischer Ausnahmezustand sein“

2. April 2026 | Der Standard

Österreich wäre „reich, aber kapitalmarktschwach“, schreibt Wiener Börse-CEO Christoph Boschan Österreich in einem Kommentar im „Standard“. Kapitalmärkte würden dort florieren, wo Rendite gesellschaftlich akzeptiert sei und Gewinn keinen moralischen Ausnahmezustand darstelle. Dieser Selbstverständlichkeit würde es Österreich fehlen, der Kapitelmarkt gelte als volatil und fremd. Dabei stehe der Kapitalmarkt laut Boschan nicht für Spekulation, sondern für „Eigenkapital statt Überschuldung, Risikotragfähigkeit für Innovation, Skalierung junger Unternehmen, breite und langfristige Vermögensbildung“. In Zeiten, die von technologischen Umbrüchen geprägt sind, entscheide Eigenkapital über Wettbewerbsfähigkeit. Österreich müsse Kapitalmarktpolitik als Modernisierungsprojekt begreifen, so Boschan. Dazu brauche es eine kulturelle Entdramatisierung, ein kapitalmarktnahes Anlegen des Umlageverfahrens, betriebliche Vorsorge, steuererleichterte staatliche Vorsorgekonten sowie Staatsfonds. „Solange der Kapitalmarkt als notwendiges Übel gilt, bleibt er überschaubar. Wenn er als legitimer Bestandteil der Wirtschaftsordnung verstanden wird, kann er wachsen“, ist Boschan überzeugt.

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„Wir haben einen Belastungsrekord“

06. Februar 2026 | trend

CEO Christoph Boschan sieht den Wirtschaftsstandort Österreich zunehmend unter Druck. Zwar gebe es auch in Wien potenzielle IPO-Kandidaten, doch privates Kapital werde hierzulande für Innovationsfinanzierung zu wenig genutzt. Zukunftsinvestitionen erforderten Eigenkapital, das vor allem durch eine stärkere Einbindung des Kapitalmarkts in das Pensionssystem mobilisiert werden könne. Während andere europäische Länder Aktienrenditen längst systematisch für die Altersvorsorge nutzen, verliere Österreich den Anschluss. Aktiengewinne seien mit über 50 Prozent belastet – ein internationaler Negativrekord. „Hier schlummert Österreichs Wachstumsreserve“, betont Boschan, "indem fast 350 Milliarden Euro wenig bis gar nicht verzinste Bankguthaben endlich durch die richtige Kapitalmarktpolitik sinnvoll für Investitionen aktiviert werden."

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