- Österreich investiert mehr: 242,4 Mrd. Euro sind bereits in Aktien, Anleihen & Fonds veranlagt
- Potenzial bleibt enorm: 351,7 Mrd. Euro in Bargeld und Bankeinlagen
- Zukunftsdepot ein wichtiger Schritt: Aktienkultur wird in die Wiege gelegt
- Kapitaldeckung ausbauen: Österreich liegt bei kapitalgedeckter Altersvorsorge international deutlich zurück
(Wien) Anlässlich des Weltspartags am 31. Oktober zeigt sich: Die Österreicherinnen und Österreicher setzen beim Vermögensaufbau zunehmend auf Wertpapiere. Laut aktuellen Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) belief sich der Bestand an Aktien, Anleihen und Investmentfonds zur Jahresmitte auf 242,4 Mrd. Euro. Das entspricht rund 24,4 % des gesamten Finanzvermögens der privaten Haushalte von 991,7 Mrd.1 Euro und erreicht damit einen Rekordwert. Laut Aktienbarometer – eine jährliche Studie von Peter Hajek im Auftrag von Industriellenvereinigung, Aktienforum und Wiener Börse – besitzt fast jede dritte in Österreich lebende Person (31 %) Wertpapiere. Bei der ersten Erhebung 2023 waren es 25 %.
Das Potenzial ist aber noch lange nicht ausgeschöpft: Bargeld und Bankeinlagen machen mit 351,7 Mrd. Euro (35,5 %) weiterhin den größten Anteil am Finanzvermögen aus. Zudem interessieren sich laut Aktienbarometer 19 % – bzw. 1,4 Millionen Personen – der bislang nicht Investierenden für den Erwerb von Wertpapieren. Eine umfassende Kapitalmarktstrategie könnte einen größeren Teil dieser Mittel für langfristigen Vermögensaufbau und Zukunftsvorsorge mobilisieren.
„Immer mehr Menschen erkennen, dass die Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen ein wesentlicher Baustein für die persönliche Altersvorsorge ist. Um Österreich von einer Spar- zu einer Investitionsnation zu machen, muss der Kapitalmarkt systematisch in die Alters- und Zukunftsvorsorge eingebunden werden. Die Reform der betrieblichen Vorsorge und insbesondere das geplante Zukunftsdepot sind wichtige Schritte hin zu einer stärkeren Aktienkultur. Weitere Hebel bleiben jedoch ungenutzt: etwa die Wiedereinführung einer steuerlichen Behaltefrist für Wertpapiere, der Ausbau freiwilliger Zuzahlungsmöglichkeiten in der betrieblichen Vorsorge oder eine kapitalgedeckte Ergänzung der gesetzlichen Pension – um nur einige zu nennen“, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG.
Während die private Wertpapierveranlagung an Bedeutung gewinnt, bleibt die Kapitaldeckung im österreichischen Pensionssystem international sichtbar zurück. Wie groß der strukturelle Nachholbedarf ist, verdeutlicht ein Vergleich anhand von OECD-Daten: Das erfasste Vermögen in kapitalgedeckten betrieblichen und privaten Pensionsplänen entsprach in Österreich Ende 2024 lediglich 7,2 % des BIP. In Schweden waren es 115,8 %, in den Niederlanden 150,9 %. In Dänemark lag der Wert bei 206,4 %. Die öffentlichen Aufwendungen für Pensionen sind in diesen Ländern deutlich niedriger: Während Österreichs Pensionsausgaben 14,5 % des BIP entsprechen, sind es in den Niederlanden 6,8 %, in Dänemark 8,9 % und in Schweden 7,9 % – der EU-Schnitt liegt bei 10,1 %.
1 Die Daten beziehen sich auf private Haushalte exkl. privater Organisationen ohne Erwerbszweck. Die Wertpapierbestände umfassen auch nicht börsennotierte Aktien.
Quellen:
Aktienbarometer 2026
OECD – Pensions at a Glance 2025
OeNB – Finanzverflechtungen der Haushalte
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