Mit dem geplanten Zukunftsdepot soll langfristiger Vermögensaufbau mit Wertpapieren für Kinder in Österreich stärker gefördert werden. Vorgesehen ist ein steuerlich begünstigtes Depot, über das Eltern für ihre Kinder in breit gestreute Investmentfonds, ETFs und den Bundesschatz investieren können.
Nach dem derzeit geplanten Modell soll das Zukunftsdepot am 1. Juli 2027 starten. Das Gesetzespaket soll Ende Oktober in Begutachtung gehen.
Das Zukunftsdepot im Überblick
- Für Kinder und Jugendliche: Die steuerliche Begünstigung soll grundsätzlich für unter 18-Jährige gelten.
- 500 Euro Startguthaben: Für ab 1. Jänner 2027 geborene Kinder ist ein staatliches Startguthaben von 500 Euro vorgesehen.
- Bis zu 5.000 Euro pro Jahr: Dieser Betrag soll jährlich je Kind eingezahlt werden können.
- Fonds und ETFs: Investiert werden soll insbesondere über UCITS-Investmentfonds einschließlich ETFs sowie über den Bundesschatz. Einzelaktien sind nach den derzeitigen Plänen nicht vorgesehen.
- Steuerlicher Vorteil: Nach dem geplanten Modell sollen Kursgewinne aus dem Zukunftsdepot bei einer Entnahme ab dem 18. Geburtstag von der Kapitalertragsteuer (KESt) befreit sein. Laufende Erträge wie Dividenden und Zinsen sollen weiterhin besteuert werden.
- Langfristig angelegt: Eine vorzeitige Entnahme soll nur in Ausnahmefällen möglich sein.
- Beratungsgespräch: Vor erstmaliger Eröffnung soll ein verpflichtendes Beratungsgespräch der Eltern stattfinden. Auf Wunsch kann darauf verzichtet werden (Opt-out).
Warum das Zukunftsdepot ein guter Schritt ist
Die Wiener Börse begrüßt das Zukunftsdepot als wichtigen Schritt, um langfristigen Vermögensaufbau mit Wertpapieren zu fördern und den Kapitalmarkt stärker in der Vorsorge zu verankern. Bei der Wertpapieranlage gilt: Der Start ist wichtiger als das Startkapital. Wer früh mit dem Investieren beginnt, kann nicht nur vom langen Anlagehorizont profitieren. Das Zukunftsdepot bietet die Chance, einer jungen Generation Wertpapierbesitz selbstverständlich näherzubringen und Finanzbildung praktisch erlebbar zu machen. Damit kann es einen Beitrag leisten, aus Österreichs ausgeprägter Spartradition eine stärkere Beteiligungskultur zu entwickeln. Entscheidend wird dabei die konkrete Ausgestaltung sein. Wichtig sind freie Produktwahl, breite Diversifikation, niedrige Gebühren und einfache steuerliche Regeln.
Das Zukunftsdepot kann jedoch nur ein erster Schritt sein: Aus Sicht der Wiener Börse braucht es attraktive Rahmenbedingungen für den langfristigen Vermögensaufbau am Kapitalmarkt für alle Generationen.
Häufige Fragen zum Zukunftsdepot
Das Zukunftsdepot ist ein geplantes, steuerlich begünstigtes Wertpapierdepot für Kinder und Jugendliche in Österreich. Es soll den langfristigen Vermögensaufbau am Kapitalmarkt z.B. über Investmentfonds und ETFs fördern.
Nach den derzeitigen Plänen soll das Zukunftsdepot am 1. Juli 2027 starten. Die gesetzlichen Details sind noch nicht endgültig beschlossen.
Für Kinder, die ab 1. Jänner 2027 geboren werden, ist ein staatliches Startguthaben von 500 Euro vorgesehen. Zusätzlich sollen jährlich bis zu 5.000 Euro pro Kind eingezahlt werden können.
Nach dem geplanten Modell sollen UCITS-Investmentfonds einschließlich ETFs sowie der Bundesschatz zulässig sein. Direktinvestments in einzelne Aktien sind derzeit nicht vorgesehen.
Geplant ist, dass Kursgewinne bei einer Entnahme ab dem 18. Geburtstag KESt-frei bleiben. Laufende Erträge wie Zinsen und Dividenden sollen hingegen weiterhin besteuert werden. Die endgültige Ausgestaltung hängt von der gesetzlichen Umsetzung ab.
Herausgeber: Wiener Börse AG
Letztes Update: Oktober 2026
