Autor: Christian Sec | Börsen-Kurier
Millionenschwere Effizienzprogramme sollen Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Der wirtschaftliche und technologische Wandel zwingt Unternehmen, ihre Strukturen anzupassen, Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch internationale Industriekonzerne reagieren darauf mit umfassenden Effizienzprogrammen.
Während der deutsche Chemiekonzern BASF seine jährlichen Einsparungen bis Ende 2026 auf 2,3 MrdE steigern will, setzt Volkswagen auf den Abbau von Überkapazitäten und Personalkosten, um mittelfristig jährlich mehr als 4 MrdE einzusparen.
Auch bei börsennotierten österreichischen Unternehmen stehen Effizienzsteigerungen weit oben auf der Agenda. Der Holzfaserhersteller Lenzing hat bereits 2025 Kosteneinsparungen von mehr als 200 MioE realisiert. Ein neues Kostenoptimierungsprogramm soll gegenüber der Kostenbasis von 2025 weitere Einsparungen von 120 MioE bringen, die bis Ende 2027 vollständig ergebniswirksam werden sollen. Wie Lenzing gegenüber dem Börsen-Kurier erklärt, sollen von den geplanten Einsparungen in Höhe von 120 MioE rund 30 MioE durch operative Verbesserungen an den Produktionsstandorten erzielt werden, etwa durch höhere Energieeffizienz und die Reduktion des Ressourcenverbrauchs. Weitere 40 MioE sollen im Verwaltungsbereich eingespart werden, unter anderem im Zusammenhang mit geplanten Werksschließungen und Effizienzsteigerungen. Rund 45 MioE sollen schließlich aus dem Personalabbau resultieren. „Von dem 120-Millionen-Euro-Programm sind bereits rund 25 MioE vollständig realisiert und tragen zur aktuellen Profitabilität bei“, erklärte CFO Matthias Breuer in einem Investor Call zum Halbjahresergebnis.
KI soll Kosten senken
Der Salzburger Kranhersteller Palfinger stellte im Zuge der Halbjahreszahlen 2026 ein konzernweites Effizienzprogramm vor. Damit sollen ab 2027 jährlich 25 MioE an Strukturkosten eingespart und die Kostenbasis trotz Inflation und Wachstum stabil gehalten werden. „Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert. Gerade in diesem Umfeld setzen wir einen klaren Fokus auf die Umsetzung der Strategie 2030+, Effizienzsteigerungen wie zum Beispiel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie auf die langfristige Stärkung unserer Marktposition“, erklärte CEO Andreas Klauser anlässlich der Halbjahreszahlen. Palfinger will die Produktivität durch Automatisierung und KI steigern sowie Strukturen und das globale Produktions- und Beschaffungsnetzwerk optimieren.
Hohe Einsparungspotenziale
Der Technologiekonzern ams Osram hat in diesem Jahr ebenfalls einen Sparkurs angekündigt. Man will bis zum Geschäftsjahr 2028 zusätzliche jährliche Einsparungen von 200 MioE erzielen. Davon sind rund 2.000 Beschäftigte betroffen, etwa die Hälfte davon in Europa. Anlässlich der Halbjahreszahlen 2026 gab der Konzern bekannt, dass die Umsetzung planmäßig verläuft und bereits annualisierte Einsparungen von 10 MioE erzielt wurden. Bis zum Jahresende soll dieser Betrag auf 30 MioE ansteigen.
Und auch die OMV setzt auf ein im September 2025 angekündigtes Effizienzprogramm. Bis Ende 2027 soll ein Fixkosteneinsparpotenzial von 400 MioE ausgeschöpft werden. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, den operativen Cashflow um 500 MioE zu verbessern. Dafür will OMV
Abläufe vereinfachen, Prozesse standardisieren und verstärkt auf Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Automatisierung setzen. Auch die Belegschaft ist betroffen: Im September 2025 hatte der Konzern angekündigt, dass in Österreich eine mittlere dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen betroffen sein könnte.
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