Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service anbieten zu können. Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu. Mehr erfahren Schließen

APA News

Regierungsprogramm - Börse-Chef zufrieden, rasche Umsetzung nötig

19.12.2017, 10:00:00

Stärkung privater Vorsorge sollte Aktien einen Schub geben - Dritter Markt könnte rasch belebt werden - Finanzbildung wichtig

Der Chef der Wiener Börse wünscht sich von der neuen Regierung "die schnelle Umsetzung des vielversprechenden Programms". Die Ansätze seien "sehr gut, Kompliment, jetzt kommt es auf Ausgestaltung und Tempo an", sagte Christoph Boschan im Gespräch mit der APA.

Aus der geplanten Stärkung der betrieblichen und privaten Pensionsvorsorge erhofft sich Boschan mehr Nachfrage nach Aktien. Diese "werden eine entscheidende Rolle spielen müssen, keine Frage". Klar sei, dass die staatliche Pension, die erste Säule, nicht mehr ausreiche.

Das Bekenntnis zur Entwicklung eines Kapitalmarktplans sei "vorbehaltlos zu begrüßen" und auch die angekündigte Öffnung des dritten Marktes sei sehr erfreulich. "Unser Wunsch wäre natürlich, dass das sehr schnell erfolgt." Vorschläge für eine Gesetzesänderung lägen schon lange vor, aus Sicht eines Wirtschaftsvertreters "ist das innerhalb von 24 Stunden lösbar". Auch wenn man der Politik zugestehen müsse, langsamer zu entscheiden, "sehe ich da keine Hindernisse mehr".

Finanzmarktorganisation werfe immer auch Verteilungsfragen auf. "Darüber darf und muss der Bürger mitentscheiden". Grundsätzlich sei es so, dass derzeit die, die ohnehin wohlhabend sind, über hohe Renditen zusätzlich begünstigt werden. Boschan wiederholte seinen Vorschlag, bis zu einem Familieneinkommen von 60.000 Euro Einkommen von der Kapitalertragssteuer zu befreien oder Investitionen aus versteuertem Arbeitseinkommen weitgehend von der KESt zu befreien.

Sehr zu begrüßen sei auch die Ankündigung, die Finanzbildung der Bevölkerung zu stärken. Es sei da völlig zulässig, beide Seiten hervorzuheben, sowohl die Wahrnehmung von Chancen als auch den Anlegerschutz. Da dürften aus Boschans Sicht gerne auch zwei entgegengesetzte Lager zu Wort kommen. Hauptsache, die Menschen werden informiert und bekommen die nötige "intellektuelle Bewegungsfreiheit".

Auch die Wiener Börse mache nächstes Jahr 350 Veranstaltungen zum Thema. Es wäre schön, wenn der Staat diese Aufgabe für sich entdeckt. "Man muss den Menschen Mut machen, denn alle Erfahrung zeigt, dass Volkswirtschaften mit entwickelten Kapitalmärkten das schnellere Wachstum, ein nachhaltiges Wachstum aufweisen und sie erholen sich schneller aus Krisen."

(Schluss) tsk/ivn

 WEB   http://www.wienerborse.at


Weitere News

Zur News-Übersicht


Disclaimer

Die Wiener Börse übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit der Daten.
© 2018 Wiener Börse AG
Quelle: APA, Meldungen der letzten 4 Wochen