- Rekord-Konzernabschluss 2025: Umsatz 90,1 Mio. EUR, EGT 53,4 Mio. EUR
- Zuwächse im direct market plus, Aufwertung zu EU-KMU-Wachstumsmarkt
- Wertpapierbesitz steigt trotz fehlender Anreize
(Wien) Die Wiener Börse hat das Geschäftsjahr 2025 mit Rekordzahlen abgeschlossen und ihren erfolgreichen Wachstumskurs als zentrale Kapitalmarktinfrastruktur der Region bestätigt. Rückenwind kam vom österreichischen Aktienmarkt, der neue Rekordstände erreichte und gegenüber namhaften internationalen Indizes eine deutliche Überrendite erzielte. Die Börsengruppe verzeichnete 2025 drei neue Listings im Wiener direct market plus für KMU und zwei Börsengänge an der Prager Börse. Mit der geplanten Registrierung des direct market plus als EU-KMU-Wachstumsmarkt erleichtert die Wiener Börse, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung, den Kapitalmarktzugang für KMU weiter. Im Anleihen-Bereich hat die Wiener Börse AG mit rund 31.500 Primärlistings ihre Position als Europas aktivster Listingplatz bestätigt.
„Österreichs Aktienmarkt befindet sich auf Rekordhoch und sticht auch im internationalen Vergleich hervor. Um es passend zur Fußball-WM zur formulieren: Die Dividende ist der Spielmacher unseres Marktes – weltweit angesehen und begehrt. Österreichs börsennotierte Unternehmen überzeugen neben attraktiven Ausschüttungen mit soliden Geschäftsmodellen und internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Diese Qualitäten gilt es stärker für Vorsorge, breite Teilhabe und langfristige Wohlstandssicherung zu nutzen“, sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG.
„Der steigende Wertpapierbesitz in Österreich zeigt, dass viele Menschen die Chancen des Kapitalmarkts längst erkannt haben. Nun gilt es, dieses Interesse durch bessere politische Rahmenbedingungen weiter zu fördern. Die Reform der betrieblichen Altersvorsorge und die Umsetzung des EU Listing Act sind positive Schritte, ersetzen aber keine umfassende Kapitalmarktstrategie. Österreich muss hier internationalen Best Practices folgen. So kann der Kapitalmarkt seinen Beitrag zu Wachstum, Standortstärkung und generationenübergreifendem Wohlstand voll entfalten“, sagt Angelika Sommer-Hemetsberger, Vizepräsidentin des Aufsichtsrates der Wiener Börse AG.
Erneuter Rekord bei Konzern-Ergebnis
Das Ergebnis vor Steuern der Wiener Börse AG stieg 2025 auf 53,4 Mio. EUR (2024: 50,1 Mio. EUR), womit ein neues Konzern-Rekordjahr verbucht wurde. Die Konzern-Umsatzerlöse erhöhten sich auf 90,1 Mio. EUR (2024: 81,8 Mio. EUR). Durchgängig hohe Volatilität an den internationalen Märkten brachte auch den Aktienumsätzen der Börsengruppe weiteren Auftrieb: Sie beliefen sich auf 84 Mrd. EUR (2024: 74 Mrd. EUR). Auf den Handelsplatz Wien entfielen 67 Mrd. EUR, auf die Prager Börse 18 Mrd. EUR. Neben Handel & Listing steuerten Erlöse aus dem Verwahrgeschäft in Tschechien (Central Securities Depository Prague) sowie aus dem Datenverkauf wesentlich zur erfolgreichen Geschäftstätigkeit bei. Die Wiener Börse AG beschäftigte im Jahr 2025 durchschnittlich 169 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente).
Österreichischer Aktienmarkt auf Rekordhoch, Wertpapierbesitz steigt
Im Umfeld der hohen Handelsaktivität waren österreichische wie tschechische Aktien im Vorjahr besonders gefragt. Der ATX inklusive Dividenden (Total Return) durchbrach 2025 mehrere „Tausender-Marken“ und zählte mit einem Zuwachs von 52,17 % zu den internationalen Top-Performern, wie auch der tschechische Leitindex PX TR mit einem Plus von 61,42 %. Der Aufwärtstrend setzt sich auch im heurigen Jahr fort, wo der heimische Leitindex erstmals die Schwelle von 15.000 Punkten überschritt. Parallel dazu stieg der Wertpapierbesitz in Österreich weiter an: Laut Aktienbarometer – einer Studie von Industriellenvereinigung, Aktienforum und Wiener Börse – besitzen mittlerweile 31 % der österreichischen Wohnbevölkerung Wertpapiere. Gegenüber der ersten Erhebung im Jahr 2023 entspricht das einem Anstieg um rund 25 %.
Österreich bei Investitionsanreizen nur Nachzügler
Weiteres Potenzial besteht dahingehend, die steigende Beteiligung auch mit nennenswerten Anlagevolumina zu unterlegen. Positiv bewertet die Wiener Börse in dieser Hinsicht die Reform der betrieblichen Altersvorsorge sowie die Umsetzung des EU Listing Act auf nationaler Ebene. Für eine nachhaltige Stärkung des österreichischen Kapitalmarkts braucht es jedoch umfassendere Schritte, um die Wachstumsreserve von über 350 Milliarden Euro in niedrig verzinsten Einlagen oder Bargeld produktiv arbeiten zu lassen.
„Der Hebel liegt klar in der Stärkung der privaten Vorsorge. Hier gilt es schlicht, der Empfehlung der Europäischen Union zu folgen und Spar- und Investitionskonten mit steuerlichen Vorteilen zu etablieren. Deutschland und Polen sind hier aktuell voran, Tschechien stellt Kursgewinne nach drei Jahren Haltefrist steuerfrei. In Österreich hingegen wird eigenverantwortliche Vorsorge mit rekordverdächtigen Steuern belastet: 27,5 Prozent vom bereits versteuerten Arbeitseinkommen“, sagt Boschan.
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Über die Wiener Börse
Als zentrale Infrastrukturanbieterin der Region öffnet die Wiener Börse AG Tore zu globalen Märkten. Sie vereint die Börsenplätze Wien und Prag. Notierte Unternehmen profitieren dort von maximaler Liquidität, Anlegern bietet sie als Marktführerin schnellen und günstigen Handel. Die Wiener Börse sammelt und verteilt Kursdaten und berechnet die wichtigsten Indizes für ein Dutzend Märkte der Region. Dank ihres einzigartigen Know Hows vertrauen auch die Nationalbörsen in Budapest, Laibach und Zagreb auf die IT-Dienstleistungen der Wiener Börse. Darüber hinaus ist sie an weiteren Energiebörsen und Clearinghäusern der Region beteiligt.
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