Wiener Börse News

Wiener Börse Q1 2020: Starke Preisschwankungen und gesteigerte Umsätze durch Coronavirus

  • Aktienumsatz steigt im 1. Quartal um mehr als ein Drittel
  • Verdoppelung bei Neuzugängen von Anleihe-Listings
  • Dividenden-Debatte: Entscheidung den Unternehmen überlassen
  • Mehr denn je sollten Anleger jetzt langfristig denken

(Wien) Das Coronavirus bringt im ersten Quartal Turbulenzen an den weltweiten Börsenmärkten. Auch die Wiener Börse verzeichnet starke Preisschwankungen bei hohen Handelsumsätzen. Der Aktienumsatz beträgt im ersten Quartal 21,7 Mrd. EUR, ein Plus von 35,63 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Q1 2019: 16 Mrd. EUR). Gerade in turbulenten Zeiten ist es essenziell, dass Anleger jederzeit an der Börse handeln können. Die Wiener Börse sichert in Krisenzeiten die Geschäftskontinuität und betreibt den elektronischen Handelsplatz großteils mit Fernzugriff und Telearbeit.

Handel an der Wiener Börse Q1 2020

„Mit Inkrafttreten der zeitlich begrenzten Erweiterung der Leerverkaufsregelung erfolgte von der FMA der richtige Schritt für unseren nationalen Markt. Börsen zu schließen, wäre wie das Fieberthermometer wegzuwerfen, wenn sich hohe Temperatur einstellt. Auch wenn die Märkte heiß laufen, verschwindet die Stärke der börsennotierten Unternehmen nicht von heute auf morgen, davon sind die heimischen Wirtschaftskapitäne genauso überzeugt wie ich,“ sagt Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse AG. In einem Brief an Investoren demonstrieren über 80 heimische Top-Manager Zusammenhalt und erinnern an die Stärken und Vorzüge österreichischer Unternehmen, ihre stabile Planung und Dividendenpolitik, ihr vorbildliches Krisenmanagement sowie ihre internationalen Marktchancen und Forschungsaktivitäten.

Schutzmechanismen sorgen für Stabilität und Sicherheit im Börsenhandel

An der Wiener Börse gibt es seit Jahrzehnten erprobte Stabilitäts- und Schutzmechanismen zur Vermeidung von unbeabsichtigten, abrupten Preissprüngen. Sie stellen einen reibungslosen Börsenhandel auch in extremen Marktsituationen sicher. Mit 7,2 Mrd. EUR ist der durchschnittliche Monatsumsatz 2020 so hoch wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Allein im Monat März wurden 10,94 Mrd. EUR umgesetzt, ein Plus von 82,64 % im Vergleich zum März 2019 (5,99 Mrd. EUR). Die umsatzstärksten Handelstage 2020 waren der 20. März mit 777 Mio. EUR (Quartalsverfall) gefolgt vom 9. März (765 Mio. EUR) und dem 28. Februar (748 Mio. EUR). Die umsatzstärksten österreichischen Aktien waren 2020 bisher Erste Group Bank AG mit 3,68 Mrd. EUR, vor OMV AG mit 3,04 Mrd. EUR und voestalpine AG mit 1,92 Mrd. EUR. Auf Platz vier und fünf folgten Raiffeisen Bank International AG (1,79 Mrd. EUR) und Verbund AG (1,45 Mrd. EUR).

Neunotierungen: Bond Listings erreichen neues Hoch

Auf der Aktienseite gab es im ersten Quartal 2020 zwei Notierungsausdehnungen im geregelten Markt (S Immo AG und Cleen Energy AG) und zwei im Einstiegssegment (NET Energy Technologies AG und Eyemaxx Real Estate AG) mit einem Gesamtvolumen von mehr als 150 Mio. EUR. Auf der Fremdkapital-Seite gab es mit 313 neuen Bond-Listings doppelt so vielen wie im Vorjahr. Mit 229 der neuen Anleihen stammt ein Großteil von internationalen Kunden. Darunter findet sich die BBVA, die zweitgrößte Bank Spaniens und eine der 50 größten Banken weltweit. Seit März listet sie den Großteil ihrer neuen Bonds an der Wiener Börse.

Mehr denn je gilt: Langfristige und diversifizierte Strategie verfolgen

Die Aktienkurse weltweit leiden unter dem Coronavirus. Der heimische ATX fiel im Jahresverlauf 2020 um 37,19 %. Der einzige Kursgewinner im prime market war Semperit AG mit einem Plus von 5,03 %. Die Marktkapitalisierung der an der Wiener Börse notierten Unternehmen sinkt per 31. März 2020 auf 78,21 Mrd. EUR. Damit fällt der Marktwert der heimischen Unternehmen in etwa auf das Niveau zum Zeitpunkt des Brexit- Referendums in Großbritannien Ende Juni 2016 zurück.

„Ja, Aktienkurse reagieren empfindlich auf Veränderungen von Wirtschafts- und Unternehmensprognosen. Seit Bestehen weist der österreichische Leitindex jedoch immer noch eine durchschnittliche jährliche Rendite von fünf Prozent auf (im Gegensatz zu 7 % vor zwei Monaten), trotz aller Krisen und Verwerfungen seit 1991. Die Dividende trägt maßgeblich zur Performance bei. Anleger können das Risiko von Aktieninvestments dauerhaft minimieren, indem sie langfristig, regelmäßig und breit gestreut, am besten weltweit, anlegen,“ sagt Börsenchef  Christoph Boschan.

Dividenden: Entscheidung im Einzelfall durch Unternehmen

In Bezug auf Dividenden entstand die Diskussion, ob in Krisenzeiten Auszahlungen stattfinden sollten. Kapitalgeber profitieren von guten Zeiten, wie zum Beispiel im Vorjahr durch Dividenden, und tragen die Konsequenzen von schlechten Zeiten – wie aktuell mit hohen Kursstürzen und Volatilität. Die Wiener Börse ist überzeugt, dass die Unternehmen im Schulterschluss mit allen Beteiligten selbst am besten wissen ob und welche Dividendenzahlung möglich bleibt.

„In der Realität sind die Unternehmen bereits viel weiter als manche verspätete populistische Diskussion, denn viele Firmen äußerten sich bereits. Dabei zeigt sich bislang wie gewissenhaft die Unternehmen vorgehen und dass kein Anlass für staatliche Verbote besteht. Das Gesellschaftsrecht verpflichtet – richtigerweise –  ohnehin dazu, die aktuelle wirtschaftliche Situation bei der Dividendenentscheidung zu berücksichtigen. Mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zusammen werden die hiesigen Unternehmen und ihre Kapitalgeber maßgeblich darüber bestimmen, ob und wie schnell der Wiederaufbau Österreichs nach der Krise gelingen wird. Von ganz entscheidender Bedeutung werden dabei die internationalen Investoren sein, die etwa die Hälfte der Anleger an der Wiener Börse ausmachen“, sagt Christoph Boschan.

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Über die Wiener Börse

Die Wiener Börse AG betreibt die Börsenplätze Wien und Prag. Als Infrastrukturanbieter stellt die Börsengruppe modernste Systeme, Marktdaten und IT-Services zur Verfügung. Anlegern bietet sie den schnellsten und kostengünstigsten Handel sowie höchste Transparenz. Heimische börsennotierte Unternehmen genießen an ihrer Nationalbörse größte Liquidität und maximale Sichtbarkeit. Die Wiener Börse betreibt den zentralen Marktdatenfeed für Zentral- und Osteuropa (CEE) und hat sich in der Berechnung von Indizes auf die Region etabliert. Sie kooperiert mit über zehn Börsen in CEE und wird für dieses einzigartige Know-how weltweit geschätzt.

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