Christian Sec | Börsen-Kurier
Sponsoring von Ski, Fußball du Co. als emotionaler Zugang zur Marke.
Wenn es um die Markensichtbarkeit im Sport geht, dann sind Versicherungen wohl auch global gesehen eine der aktivsten Branchen. So hat die Allianz ein Imperium von sieben großen Stadien aufgebaut. Das bekannteste sicherlich die Allianz-Arena in München, die Heimstätte des FC Bayern München, für die die Versicherung laut dem Sportbusiness-Portal Spobis 13 MioE jährlich für die Namensrechte bezahlt. Gerade für Versicherungen scheint der Sport und Sportereignisse eine besondere Rolle zu spielen und ein emotionales Gegengewicht für die ansonsten sehr trockenen Versicherungsprodukte zu sein.
Ski Alpin und Fußball
Besonders emotional reagieren die Österreicher, wenn es um Fußball oder Skisport geht, was sich auch im Sponsoring widerspiegelt. Ski Alpin vereint mit 37,7 % den größten Anteil am gesamten Sponsor-Werbewert. Dahinter folgt Fußball mit 20,1 %.
Die Uniqa Insurance Group widmet sich bei ihren Sponsorentätigkeiten auch ganz diesen beiden Nationalsportarten der Österreicher. So tritt sie als Haupt- und Namenssponsor des gesamten ÖFB-Cup-Wettbewerbs auf, wobei – ironischerweise – Cupspiele immer auch im Allianz-Stadion, der Heimstätte des SK Rapid, oder in der Generali-Arena von Austria Wien stattfinden. Die Uniqa ist übrigens nicht nur Namensgeber des heimischen Fußball-Cups, sondern unterstützt auch das Herren-, Frauen- und Nachwuchs-Nationalteam.
Vom gut informierten Fußballmagazin Kicker erfährt man, dass der Versicherer gemeinsam mit Raiffeisen Bank International sowie zwei weiteren Sponsoren sogar eine Sonderfinanzierung bereitstellen würde, um den erfolgreichen Teamchef Ralf Rangnick auch nach der WM 2026 als Cheftrainer der Nationalmannschaft zu halten. Konkret soll damit die geplante Gehaltserhöhung von einer auf zwei Millionen Euro pro Jahr finanziert werden.
Gleichzeitig ist die Uniqa Hauptsponsor des ältesten Fußballvereins Österreichs, des First Vienna FC, dessen Stadion jedoch nicht den Namen der Versicherung trägt.
Erst im Oktober 2025 wurde die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) vorzeitig bis zur Saison 2028/29 verlängert. Als offizieller Versicherungspartner deckt Uniqa unter anderem Unfall- und Haftpflichtversicherungen für ÖSV-Mitglieder und Kaderathleten ab. Und dass wahrscheinlich die Haupteinnahmequelle des Ski-Edeltechnikers Marco Schwarz im vergangenen Jahr nicht die Podiumsplatzierungen im Weltcup sondern Uniqa als Kopfsponsor war, davon kann man ausgehen.
Gesellschaftliche Verantwortung
Für die Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen ist Sportsponsoring ein „wirkungsvolles Kommunikationsinstrument“, wie sie es selbst gegenüber dem Börsen-Kurier nennt. Wirkungsvoll auch daher, weil der Sport das Image der Marke stärken kann, was auch das Ziel ist, so Doris Wendler. Inhaltlich ist das Sponsoring klar in die übergeordnete Strategie eingebettet, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Der Schwerpunkt liegt auf breit wirksamen Sportinitiativen, Nachwuchs- und Gesundheitsförderung sowie ausgewählten Partnerschaften im Breiten- und Spitzensport, wie z.B. beim Vienna City Marathon. Dabei soll nicht nur Reichweite, sondern auch der gesellschaftliche Nutzen im Vordergrund stehen, so Wendler.
Zielgruppengerechter Sport
Der Telekomkonzern A1 ist unter anderem ein großer Förderer des E-Sports und Eigentümer der „A1 eSports League Austria“. Die Gaming-Liga dient dazu, A1 als Partner für die junge, digitalaffine Zielgruppe zu positionieren. Laut Marktanalysen erreichte die Liga bei E-Sport-Konsumenten einen hohen Bekanntheitsgrad und wurde überwiegend als modern und sympathisch wahrgenommen.
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