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Wiener Börse News

Marktanalyse: Aktienmärkte testen neue Höchststände

Andreas Wosol

Während des Sommers hat sich die Aufmerksamkeit weg vom US/China Handelskrieg und den politischen Themen hin zur Geldpolitik verlagert. Die Aktienmärkte verzeichneten eines der besten Halbjahresergebnisse, wobei der S&P 500 seine beste Halbjahresrendite seit 20 Jahren verzeichnete. Diese historische Rally ist auch vor dem Hintergrund der starken Kurskorrektur im vierten Quartal 2018 bemerkenswert, die durch Sorgen über eine Straffung der Geldpolitik sowie den Handelsspannungen ausgelöst wurde. „Die Flut, die alle Boote hob“, war die neue Welle der lockeren Geldpolitik, die zu diesem Zeitpunkt angekündigt, aber noch nicht geliefert wurde. Die Sichtweise am Markt scheint zu sein, dass das Glas halb voll ist. Der Konjunkturzyklus wird von den Zentralbanken verlängert, die Zinssätze werden länger niedrig bleiben und riskante Vermögenswerte werden weiterhin gestützt. All dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Bewertungen insgesamt weniger attraktiv sind als zu Jahresbeginn, sie aber auch nicht zu übertrieben sind. Dann ist ja alles gut?

Obwohl es sich gelohnt hat, sich dem „dunkelsten“ Pessimismus Ende letzten Jahres zu widersetzen, ist es jedoch auch ratsam, sich dem „übertriebenen“ Optimismus aktuell nicht anzuschließen. Nach der jüngsten Euphorie wird sich der Fokus wieder auf Fundamentaldaten und der Realität konzentrieren, die anständig, aber nicht so aufregend sind. Es stimmt, dass kein drohendes Rezessionsrisiko besteht, und eine Abschwächung des Wachstums das wahrscheinlichere Szenario ist. Es stimmt auch, dass sich die finanziellen Bedingungen im Laufe der letzten Monate erheblich entspannt haben. Allerdings ist die Qualität des Wachstums schlechter als noch vor einigen Monaten: Der Welthandel ist schwächer als erwartet, kurzfristig eine Erholung begrenzt, und die flache Renditekurve in den USA schreckt irrationale Erwartungen ab. Die Indikatoren für das Vertrauen der Unternehmen befinden sich in allen Bereichen im Abwärtstrend, ebenso wie alle PMIs des verarbeitenden Gewerbes. Inlandsnachfrage und Beschäftigung sind insgesamt immer noch gut – der Konsum der wichtigste Wachstumsmotor – aber es ist wichtig, seine Widerstandsfähigkeit und ein Übergreifen der Handelsschwäche zu testen. Ein weiterer wichtiger Test für den Aktienmarkt wird die derzeit laufende Berichtssaison sein.

Die Aktienmärkte bauten weiter auf der Erholung im Juni auf (+5,6 %) nach einem schwachen Mai (-6,1 %). Der MSCI World Developed Markets Index stieg um 1,1 % (+16,6 % ytd) mit Anstiegen in allen Regionen. Die globale Benchmark hat nun sechs monatliche Zuwächse im Jahr 2019 und den besten Sechsmonatsstart seit 1998 (+17,0 %) erzielt. Drei der wichtigsten US-Aktienindizes (S&P 500, NASDAQ und DOW) erreichten im Monatsverlauf Allzeithöchststände. Der S&P 500 schloss am 12. Juli erstmals über 3.000 und erreichte am 26. Juli sein Schlusshoch von 3.025,86. Er fiel um 1,5 % von diesem Niveau zurück und schloss den Monat 1,3 % höher (+18,9 % ytd), aber unter 3.000. Die Gewinne der europäischen Benchmarks waren deutlich bescheidener und regional gemischt: Der STOXX Europe 600 stieg im Juli um 0,2 % (+14,3 % ytd), während der DAX um -1,7 % (+15,4 % ytd) verlor. Der ATX Index gewann 0,2 % (+8,7 % ytd) wobei das Versorgungsunternehmen Verbund (+10 %) stärkster Leistungsträger war, gefolgt von OMW (+5,7 %) und Immofinanz (+5,5 %), während FACC (-11,1 %) die schlechteste Kursentwicklung des Monats erzielte.


Autor:

Andreas Wosol, CFA
Head of Value Amundi Asset Management
Senior Portfolio Manager – European Equities
Head of Equity
Amundi Austria GmbH
Vorstandsmitglied ÖVFA
2. August 2019

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Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Analysten wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.

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