Internationale institutionelle Anleger haben 2014 ihre Anteile weiter erhöht und bleiben die größten Investoren in den ATX prime. US-Investoren zeigten großes Interesse an österreichischen Emittenten und führen die Länderreihung an, gefolgt von österreichischen Investoren sowie von Institutionellen aus den UK und Kontinentaleuropa. Zukäufe gehen hauptsächlich auf das Konto internationaler Investoren, wohingegen österreichische Fonds ihren relativen Anteil leicht reduziert haben. Innerhalb Kontinentaleuropas kam große Nachfrage von institutionellen Investoren aus den drei – traditionell stark vertretenen – Ländern Frankreich, Norwegen und Deutschland; ihnen folgen Investoren aus den Niederlanden, der Schweiz und Polen. Von Seiten der internationalen Investoren gab es zwar einerseits wachsendes Interesse an europäischen Werten einschließlich österreichischer Aktien, andererseits wurde Risikoaversion wieder ein größeres Thema, wobei die größten Sorgen der Schuldensituation sowie der politischen und wirtschaftlichen Instabilität in Europa und Osteuropa galten. Bei den Investmentstilen bleiben wachstumsorientierte Investoren führend bei den ATX prime-Emittenten, gefolgt von wertorientierten und passiven Investoren (Index). Wertorientierte und Index-Investoren konnten 2014 Zuflüsse verzeichnen, während wachstumsorientierte Stile generell abnahmen. Hervorzuheben ist, dass Hedge Fonds und andere alternative Investoren mit dem größten relativen Anstieg ihres Anteils auf den österreichischen Markt zurückkehrten. Kapitalmaßnahmen von FACC, Raiffeisen Bank International, Telekom Austria und BUWOG hatten 2014 Auswirkungen auf die Streubesitz-Kapitalisierung des ATX prime, die Eigentümerstruktur dieses Marktsegments erfuhr somit signifikante Veränderungen. Große Zukäufe kamen von global agierenden Investmentfirmen wie The Capital Group, Fidelity, Threadneedle, Delta Lloyd und Vanguard, wohingegen Verkäufe hauptsächlich aus Gründen der Gewinnmitnahme erfolgten und regional oder vom Investmentstil her weniger konzentriert vorgenommen wurden. Sektor spezialisierte Institutionelle und Fonds haben spezifische Investment-Stories geringer kapitalisierter Emittenten (z.B. Schoeller-Bleckmann, Polytec, Semperit, and Wienerberger) genutzt, um sich in Nischenmärkte bzw. bei Weltmarktführern einzukaufen. Österreichische Anleger – institutionelle Investoren, nichtfinanzielle Unternehmen sowie private Haushalte – bleiben weiterhin die größte Anlegergruppe des ATX prime. Dennoch bleibt der Heimmarktanteil an inländischen institutionellen Investoren im internationalen Vergleich weiterhin zurück.
Das sind die Kernaussagen der zum Stichtag 31. Dezember 2014 aktualisierten Studie "Institutional Ownership of the ATX prime", die der Informationsdienstleister Ipreo im Auftrag der Wiener Börse erstellt hat. Die Erhebung besitzt eine große Aussagekraft, denn mehr als 90 % des österreichischen Streubesitzes konnten identifiziert und detailliert zugeordnet werden.
Ipreo-Studie: Institutionelle Investoren und österreichische Aktien
