Neben heimischen Anlegern bleiben die Top-Investoren in den ATX prime weiterhin international etablierte institutionelle Investoren; letztere haben ihre Anteile 2013 signifikant erhöht. US-Investoren führten diesen Trend an und eroberten sich die führende Position zurück. Sie werden gefolgt von österreichischen Investoren und Institutionellen aus den UK und Kontinentaleuropa. Zukäufe gehen auf das Konto internationaler Investoren, die das positive Marktumfeld genutzt haben, um ihre Allokationen in ATX prime-Unternehmen zu erhöhen, während österreichische Fonds ihre absoluten Anteile leicht reduziert haben. Innerhalb Europas gab es in der zweiten Jahreshälfte 2013 große Nachfrage von institutionellen Investoren aus Frankreich, Norwegen, Deutschland, den Niederlanden und Polen. Die steigende Nachfrage nach österreichischen Aktien steht im Einklang mit einem größeren europäischen Trend, da internationale Investoren 2013 wieder mehr Kapital in europäische Unternehmen investiert und auch von Anleihen zu Aktien umgeschichtet haben. Bei den Investmentstilen erfolgten die Zukäufe bei den traditionellen Stilen "growth" (Wachstum) und "value" (Wert), während passive Index-Investoren und GARP-Investoren (growth at a reasonable price) ihre Anteile am ATX prime – im Gegensatz zum europäischen Trend – 2013 verringerten. Die größten Veränderungen in der Eigentümerstruktur des ATX prime gehen auf große, globale Investment-Unternehmen wie The Capital Group, Fidelity, MFS und Vanguard zurück, Verkäufe erfolgten im Wesentlichen lediglich bei so genannten Special Stories und aus individuellen Performance-Gründen. Sektor-spezialisierte Institutionelle und Fonds haben spezifische Investment-Stories geringer kapitalisierter Emittenten (z.B. RHI, Schoeller-Bleckmann, Semperit und Wienerberger) weiter genutzt, um sich in Nischenmärkte bzw. bei Weltmarktführern einzukaufen. Österreichische Anleger – institutionelle Investoren, nichtfinanzielle Unternehmen sowie private Haushalte – bleiben weiterhin die größte Anlegergruppe des ATX prime. Dennoch bleibt der Heimmarktanteil an inländischen institutionellen Investoren im internationalen Vergleich weiterhin zurück.
Das sind die Kernaussagen der zum Stichtag 31. Dezember 2013 aktualisierten Studie "Institutional Ownership of the ATX prime", die der Informationsdienstleister Ipreo im Auftrag der Wiener Börse erstellt hat. Die Erhebung besitzt eine hohe Aussagekraft, denn mehr als 90 % des österreichischen Streubesitzes konnten identifiziert und detailliert zugeordnet werden.
Ipreo-Studie: Institutionelle Investoren und österreichische Aktien
