Die Top-Investoren in den ATX prime bleiben weiterhin internationale institutionelle Investoren vorwiegend aus dem angloamerikanischen Raum sowie den angrenzenden Ländern Schweiz und Deutschland. Investoren mit ausgeprägtem Osteuropa-Exposure haben ihr Engagement weiter stark zurückgefahren und zählen gemeinsam mit passiven Investoren zu den größten Verkäufern – das sind die Kernaussagen der zum Stichtag 30. Juni 2009 aktualisierten Studie „Institutional Ownership of the ATX prime“, die der Informationsdienstleister Ipreo im Auftrag der Wiener Börse erstellt hat.
Privatanleger auch 2009 Nettoinvestoren
36,8 Mrd. USD oder 90 % des Streubesitzes österreichischer Emittenten konnten identifiziert und regional zugeordnet werden. 25,8 Mrd. USD werden von institutionellen Investoren gehalten, die sich wie folgt aufteilen: 21,8 Mrd. USD oder 84,5 % davon entfallen auf internationale Institutionelle, 4 Mrd. USD oder 15,5 % auf österreichische Fonds, Banken und Versicherungen. 11 Mrd. USD sind in den Händen österreichischer Privatanleger. Private Haushalte, die vor allem im zweiten Halbjahr 2008 bei größeren ATX-Werten stark zugekauft hatten, bleiben auch im 1. Halbjahr 2009 Nettozukäufer.
Institutionelle aus der Schweiz und Frankreich erhöhen Anteil an ATX prime
Österreichische institutionelle Investoren konnten im ersten Halbjahr 2009 mit einem identifizierten Streubesitzanteil von 15,5 % wieder auf Platz drei der Länderreihung rücken (2008: 10,1 %). Die deutliche Anteilsverschiebung zu Gunsten österreichischer Institutioneller beruht allerdings nicht auf Nettozukäufen, sondern in erster Linie auf Kurssteigerungen. Ausländische Investoren dagegen haben stärker verkauft und folglich in geringerem Maß von den steigenden Aktienkursen profitiert. Institutionelle aus den USA (21,6 %) und UK (17,1 %) bleiben weiterhin auf den Top-Rängen eins und zwei, allerdings gab es aus diesen Ländern kräftige Abflüsse (preiseffektbereinigt je minus circa 50 %). Signifikant zugelegt haben dagegen institutionelle Anleger aus der Schweiz (von 7 % auf 10,0 %) und Frankreich (von 6 % auf 7,8 %). Dazwischen auf Platz fünf liegen Anleger aus Deutschland, die per Ende Juni 2009 9,9 % der identifizierten Anteile des Streubesitzes gehalten haben. Zu den größten Nettoverkäufern zählten im ersten Halbjahr 2009 die Niederlande und Polen (preiseffektbereinigt circa minus 75 %). Polen fällt damit erstmals seit längerem aus den Top-10 Investorenländern des ATX prime.
Ipreo-Studie: Institutionelle Investoren und österreichische Aktien
