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Gute Ausgangslage für ATX-ETFs

Patrick Baldia | Börsen-Kurier 

Analysten sprechen dem heimischen Leitindex heuer einiges an Potenzial zu.

Nach der guten Performance des ATX in den vergangenen Wochen ist unter Anlegern die Zuversicht gestiegen, dass 2024 für den Wiener Börsenplatz ein gutes Jahr wird. Bekanntlich haben im Vorjahr unter anderem Ukrainekrieg, Konjunkturängste, mangelndes Interesse internationaler Investoren sowie die Entwicklung der Energiepreise ein besseres Abschneiden des heimischen Leitindex verhindert. So stand zum Jahresende schließlich ein, vor allem im Vergleich zu den großen Indizes, maues Plus von knapp 1 % zu Buche. 

Auch Analysten blicken zuversichtlich ins neue Jahr. Der heimische Leitindex sollte vom erwarteten Wirtschaftsaufschwung und Zinssenkungen überproportional profitieren, meinen etwa die Experten der Erste Group. „Deutlich rückläufige Inflationsraten und eine erwartete Trendumkehr bei den Leitzinsen sind in den Aktienkursen nur zu einem geringen Teil eingepreist“, macht Fritz Mostböck, Leiter Bereich Group Research der Erste Group, „weiteres Aufholpotenzial“ aus. Gleichzeitig verweist er auf die historisch günstige Bewertung des ATX für 2024e bzw. das KGV von 7,7x.

Auf welche Unternehmen sollen Anleger setzen? Mostböck spricht von einer „Vielzahl von interessanten heimischen Aktien“, wobei er Andritz, Do & Co, EVN, Kontron, RBI und Strabag explizit hervorhebt. 

Wem Einzelaktien angesichts nicht zu leugnender potenzieller Risiken, wie etwa von der geopolitischen Seite, doch etwas zu „heiß“ sind, kann auch auf einen aktiv gemanagten breit gestreuten Aktienfonds setzen, wie etwa auf den „3 Banken Österreich-Fonds“ (ISIN: AT0000662275), den „Amundi Austria Stock“ (AT0000857412) oder auf den „Allianz Invest Aktien Austria Plus“ (AT0000619713).

Zuflüsse für Exchange Traded Funds

Stark an Beliebtheit gewonnen haben in den letzten Jahren ETFs, die den ATX, je nach Anbieter, mehr oder weniger genau abbilden. Und das ist angesichts niedrigerer Kosten bei gleichzeitig guter Performance auch kein Wunder. So belegt etwa der „iShares ATX UCITS ETF“ (DE000A0D8Q23) im aktuellen Österreich-Aktienfonds-Ranking des Fondsanalysehauses e-fundresearch.com den zweiten Platz. In den vergangenen zwölf Monaten hat er um knapp 14 % zugelegt, in den letzten drei bzw. fünf Jahren sogar um 36 bzw. 44 %. Weitere einschlägige Investmentideen: „Xtrackers ATX UCITS ETF 1C“ (LU0659579063) und „Lyxor ATX ATX (DR) UCITS ETF“ (LU0 392496690).

Die Ausgangslage ist jedenfalls gut. So liegt etwa das ATX-Kursziel der Erste Group bei 3.900 Indexpunkten. Das Kurspotenzial wird mit 15 % beziffert. 

Die Analysten von Raiffeisen Research sehen den heimischen Leitindex Ende Dezember 2024 wiederum bei 3.700 Punkten und gehen von einer Gesamtjahresperformance von etwas mehr als 10 % aus. Begründet wird die positive Prognose einerseits mit der Sektorenzusammensetzung des ATX, in dem Energietitel hoch gewichtet sind, und andererseits mit der günstigen Bewertung. 

Mostböck macht im Übrigen noch weitere Argumente aus, die für den heimischen Leitindex sprechen. Da im Vorjahr etablierte Märkte zum Teil neue Höchststände markieren konnten, sei es naheliegend, dass heuer wieder kleinere Märkte in den Fokus rücken. Auch das anziehende Wachtsums-Momentum in der CEE-Region sollte den ATX unterstützen, so der Chefanalyst der Erste Group abschließend.
 

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