Christian Sec | Börsen-Kurier
Trotz fragiler Konjunktur melden Österreichs Börsenkonzerne Großaufträge.
Die heimischen Industrie- und Bauunternehmen spüren wieder mehr Nachfrage: Laut Statistik Austria lagen die Auftragseingänge in Industrie und Bau im März nominell um 11,5 % über dem Vorjahr. Gleichzeitig bleibt das Bild nicht frei von Widersprüchen. So berichtete der aktuelle Einkaufsmanagerindex der UniCredit Bank Austria im Mai bereits wieder von einem kleinen Minus bei den Auftragseingängen. Trotz der wechselhaften Signale aus der Konjunkturstatistik zeigen die Auftragsmeldungen, dass österreichische Unternehmen international weiter punkten können.
Strabag in Chile, Andritz in Indien
Im Februar hat der Baukonzern Strabag in Chile zwei Großaufträge für die Chuquicamata-Mine erhalten, eines der größten Kupferbergwerke der Welt. Der Auftrag im Volumen von rund 800 MioE umfasst unter anderem Tunnel- und Infrastrukturarbeiten für den weiteren Ausbau des unterirdischen Minenbetriebs.
Der Maschinenbauer Andritz meldet für das erste Quartal 2026 einen Rekord-Auftragseingang von 3,6 MrdE, der vor allem durch mehrere Aufträge im Bereich Wasserkraft getrieben wurde. Der Auftragseingang in diesem Segment sprang auf 1,88 MrdE (+229,9 % gegenüber Q1/2025). Relevante Aufträge im Hydro-Bereich umfassen Pumpspeicherprojekte wie Saidongar in Indien, das mit 3.000 Megawatt das größte Pumpspeicherkraftwerk des Landes werden soll, sowie Projekte in Südostasien und Brasilien.
Infrastruktur und Sicherheit
Auch der Feuerwehrausrüster Rosenbauer meldete im März einen Großauftrag. Das niederländische Verteidigungsministerium hat Kenbri Fire Fighting, den Exklusiv-Partner von Rosenbauer in den Niederlanden, mit einem Großauftrag zur Erneuerung der bestehenden Fahrzeugflotte auf Flugplätzen beauftragt. Die vorhandenen Fahrzeuge, sogenannte „Crash Tender“, werden durch 26 neue Rosenbauer Panther 6x6 ersetzt. Im ersten Quartal sank der Auftragseingang von Rosenbauer auf 342,9 MioE (Q1/2025: 358,7 MioE) leicht, was vor allem auf einen Auftragsrückgang in der Region Naher Osten und Afrika zurückzuführen war.
Der Stahlkonzern Voestalpine beschreibt im Q1 2025/26 die Auftragslage als zweigeteilt. Während Bau, Maschinenbau, Konsumgüter und Teile der Autozulieferung schwach bleiben, sorgen Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik weiter für robuste Nachfrage. Der Mautspezialist Kapsch TrafficCom meldet mehrere verkehrstechnische Projektgewinne. Besonders ins Gewicht fällt der neue Fünfjahresvertrag für Betrieb und Wartung des bulgarischen Mautsystems mit einem Volumen von 50 MioE. Zusätzlich gewann Kapsch TrafficCom in Litauen ein satellitengestütztes Lkw-Mautsystem für 2.851 km Straße; der Projektwert liegt bei 13,4 MioE.
Voraussetzung für künftige Aufträge
Für eine künftige Erhöhung des Auftragsbestands sorgte der Aluminiumkonzern Amag. Mit einer vertraglich vereinbarten Intensivierung der Partnerschaft mit dem Schweizer Flugzeughersteller Pilatus soll die Basis für weitere Aufträge gelegt werden. „Mit der Erweiterung unseres Lieferumfangs stellen wir nun ein deutlich breiteres Spektrum an hochwertigen Aluminiumlösungen bereit“, erklärt der Amag-Vertriebsvorstand Victor Breguncci.
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