RBI schrieb 10 Prozent mehr Gewinn und schloss Garanti-Übernahme ab
Annahmequote für das Addiko-Angebot bei 94,84 Prozent
Die Annahmequote für das Addiko-Angebot der RBI lag laut der Bank zum 2. November bei 94,84 Prozent, wie die Bank mitteilte. Die Freigaben für den Deal seien in Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina beantragt worden, in Serbien sei das Verfahren bereits "erfolgreich abgeschlossen", so die RBI. Der ursprünglich geplante "Carve-out" der Addiko-Töchter in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro sei aber mittlerweile "aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Die RBI geht dementsprechend davon aus, alle Addiko-Tochtergesellschaften zu behalten", schreibt die Bank.
Der "Carve-out" war Teil der Vereinbarung zwischen der Alta Group und der RBI im Übernahmepoker mit der slowenischen NLB gewesen. Nach der Wahl in Serbien wurde der Alta-Group-Tochter Alta Banka die Banklizenz entzogen.
Garanti-Übernahme abgeschlossen
Die Übernahme der Garanti BBVA Group Romania ist indessen abgeschlossen worden. Dadurch werde sich die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns um rund 60 Basispunkte verringern. Der Effekt werde im vierten Quartal 2026 wirksam. Die rumänische Raiffeisen S.A. steige mit dem Kauf voraussichtlich zum drittgrößten Institut in dem Land auf (gemessen an der Bilanzsumme).
In Russland hat die Bank im dritten Quartal einen Erfolg verbucht. Im Streit mit dem von der EU sanktionierten russischen Strabag-Aktionär Rasperia Trading Limited hat die RBI vom Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien Ende Oktober 3,15 Milliarden Euro Schadenersatz zugesprochen bekommen. Nun werde sie "zeitnah" bei der FMA (Finanzmarktaufsicht) als zuständige Sanktionsbehörde einen Antrag auf Freigabe der österreichischen Vermögenswerte der Rasperia stellen.
Nach neun Monaten schrieb die Bank in Russland einen Gewinn von 512 Mio. Euro, nach einem Minus von 118 Mio. Euro im Vorjahr. Das Portfolio wird in dem Land weiter abgebaut, das Kundenkreditvolumen lag nach drei Quartalen bei 2,2 Mrd. Euro, nach 2,6 Mrd. Euro zum Ende 2025.
Kernerträge und Kundenkreditgeschäft gewachsen
In den ersten drei Quartalen stieg der Zinsüberschuss ohne das Russland-Geschäft um 6,9 Prozent auf 3,35 Mrd. Euro, der Provisionsüberschuss legte um 10,2 Prozent auf 1,62 Mrd. Euro zu. Das Kreditgeschäft wuchs ebenfalls um 8 Prozent auf 109 Mrd. Euro an. Die harte Kernkapitalquote lag bei 15,4 Prozent (Ende 2025: 15,5 Prozent) - unter der Annahme einer kompletten Entkonsolidierung des Russland-Geschäfts. Die Bank sei mit den Ergebnissen "bestens aufgestellt, um weiter zu wachsen", sagte RBI-Vorstandsvorsitzender Michael Höllerer laut Aussendung.
Die Quote notleidender Kredite sank von 1,7 Prozent zum Jahresende 2025 auf 1,5 Prozent. Die Risikokosten (Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte) betrugen 159 Mio. Euro.
Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet die RBI - ohne Russland, inklusive Garanti und unter der Annahme, dass die Genehmigungen für die Addiko-Übernahme erteilt werden - mit einem Zinsüberschuss von 4,5 Mrd. Euro und einem Provisionsüberschuss von 2,2 Mrd. Euro. Das Kreditgeschäft soll (ohne Berücksichtigung der Zukäufe) um 9 Prozent wachsen.
bel/tpo
ISIN AT0000606306 WEB http://www.rbinternational.com/
Preisinformation
Raiffeisen Bank Internat. AGWeitere News
Disclaimer
Die Wiener Börse übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit der Daten.
© 2026 Wiener Börse AG
Quelle: APA
