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Wiener Börse (Mittag) - ATX vor EZB-Zinsentscheid moderat höher

29.10.2026, 12:01:00

Keine Zinsanpassung der EZB erwartet - OMV nach Zahlen gefragt, Andritz treten auf der Stelle

Am Wiener Aktienmarkt hat sich am Donnerstag vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht allzu viel getan. Bis zu Mittag arbeitete sich der ATX moderat in die Gewinnzone vor, auch dank einer positiven Reaktion der OMV-Aktien auf den Quartalsbericht des Ölkonzerns. Zuletzt lag der Leitindex 0,50 Prozent höher auf 6.472,07 Punkten. Für den ATX Prime ging es um 0,46 Prozent auf 3.177,20 Zähler hinauf. Auch im europäischen Umfeld gab es überwiegend Gewinne.

Die Öl- und Gaspreise sanken in der Früh ein Stück weit, wenngleich sie immer noch sehr hoch sind. Die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Vorabend, die Leitzinsen unverändert zu lassen, war wie erwartet ausgefallen. Auch die EZB dürfte an diesem Donnerstag Ökonomen zufolge ihre Zinsen nicht verändern.

"Der Bias dürfte mit dem Verweis auf die erhöhten Inflationsgefahren nach oben gerichtet sein", schrieben die Helaba-Experten mit Blick auf die europäischen Notenbanker. Allerdings werde es EZB-Chefin Lagarde wohl vermeiden, die Zinserhöhungserwartungen zu forcieren, um den ohnehin schon gestressten europäischen Anleihemarkt nicht weiter zu belasten.

Licht und Schatten zeigten nach US-Börsenschluss die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und Alphabet. Microsoft überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. In Wien gaben mit OMV und Andritz zwei wichtige ATX-Unternehmen Einblick in ihre Bücher.

Dank höherer Öl- und Gaspreise sowie gestiegener Raffineriemargen am Weltmarkt hat die OMV Gewinn und Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert. Nettoergebnis und Cashflow vor Working Capital übertrafen dabei die Konsenserwartungen. Einen Schönheitsfehler sahen Analysten im enttäuschenden Ergebnis der Chemiesparte. Die OMV-Aktien legten dennoch zwei Prozent zu.

Andritz steigerte sowohl Umsatz als auch Gewinn im dritten Quartal. Jedoch verfehlte der Auftragseingang die Analystenerwartungen, worauf die Titel um geringe 0,1 Prozent fielen. Daniel Lion von der Erste Group attestierte dem Anlagenbauer ein "insgesamt solides Quartal" und erwartet weitere Verbesserungen bei der Rentabilität. Mit Blick auf die Bewertung sei das Aufholpotenzial im Vergleich zu den Mitbewerbern aber erschöpft.

Inzwischen hat der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) in den ersten drei Quartalen Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert. Erste-Experte Michael Marschallinger sah in den endgültigen Ergebnissen keine größeren Überraschungen. Die Aktien verloren 0,7 Prozent.

spa/mik

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