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Infineon will 1,1 Mrd. Euro in Chip-Fabrik in Villach investieren

27.10.2026, 15:30:00

Hochvolumenfertigung für Halbleiter aus Galliumnitrid - Staat unterstützt mit fast 320 Mio. Euro

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: EU-Kommission (7. Absatz); weitere Reaktionen (9. Absatz, zwei letzte Absätze)
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Der deutsche Chip-Hersteller Infineon will bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro in seinen Standort in Villach investieren. Dort soll laut Angaben des Unternehmens weltweit erstmals in großen Mengen Halbleiter aus Galliumnitrid (GaN) auf 300-Millimeter-Wafern produziert werden. Die Republik unterstützt den Bau der neuen Chipfertigung mit 319 Millionen Euro. Die Europäische Kommission habe die Hilfe im Rahmen des EU-Chips Acts genehmigt, hieß es am Dienstag.

Bei den 1,1 Mrd. Euro handle es sich um eine der drei größten Industrieinvestitionen in Österreich, sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck bei der Pressekonferenz im Haus der Industrie in Wien. "Infineon zeigt mit dieser Entscheidung, dass Österreich ein Land ist, in dem es sich lohnt zu investieren", zeigte sich auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) erfreut. Die Zukunft der Halbleiterindustrie dürfe "nicht nur in Asien oder in den USA liegen, sondern muss auch in Europa liegen".

Effizienzsteigerungen für viele Anwendungen

Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen. Indem man in bestehende Reinraumflächen (Räume mit wenig Partikeln in der Luft, Anm.) in Villach investiere, sorge man für einen "effizienten und kosteneffektiven" Ausbau der Kapazitäten. Chips auf Basis von Galliumnitrid würden "erhebliche Effizienzsteigerungen bei KI-Rechenzentren, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität, Robotik und Konsumentenelektronik" ermöglichen, bewirbt das Unternehmen sein Produkt.

Auf die 300-Millimeter-Wafer würden 2,3-mal so viele Halbleiter passen wie auf die weitverbreiteten 200-mm-Wafer, so Hanebeck. Er erwartet für das neue Produkt einen Umsatz von geschätzt 1,5 Mrd. Euro im Jahr. "All diesen Anwendungen ist gemein, dass Energieeffizienz im Mittelpunkt steht." Galliumnitrid, das keine seltene Erde ist, sei ein sehr modernes Halbleitermaterial. Infineon habe eine "resiliente Lieferkette", GaN werde nicht nur in China aufbereitet. In Europa selbst gebe es abseits des Recyclings aber aktuell noch keine Lieferanten.

Hilfe im Rahmen des EU-Chips Act genehmigt

2024 sei es Infineon gelungen, erstmals einen GaN-Chip auf einem 300-mm-Wafer auf den Markt zu bringen, jetzt wolle man in Villach "ins Volumen" kommen, erklärte Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria.

Der Anspruch sei, nicht nur stark bei Forschung und Entwicklung, sondern auch stark in der Produktion zu sein, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Erst am Montag habe man die Freigabe aus Brüssel erhalten, um fast 320 Mio. Euro beizusteuern. Das entspreche einer Förderquote von 29 Prozent - im europäischen Vergleich eher niedrig, so der Minister. Die Mittel seien bereits in einem sogenannten Vorbelastungsgesetz für die Umsetzung des EU-Chips Act in Höhe von 2,8 Mrd. Euro budgetiert gewesen.

Keine neuen Arbeitsplätze

Am Nachmittag bestätigte auch die EU-Kommission in Brüssel die Genehmigung für die Beihilfe. Infineon habe sich zu einem breiteren positiven Impakt auf die Halbleiter-Lieferkette und einer verstärkten Zusammenarbeit mit Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) sowie Universitäten und Forschungsorganisationen bekannt.

Neue Arbeitsplätze bei Infineon würden mit der Investition nicht direkt geschaffen, so Herlitschka. Allerdings habe man in den vergangenen zehn Jahren rund 2.300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Diese würden mit der Milliardeninvestition gesichert.

Freude in Villach

Euphorische Reaktionen auf die Investition kamen am Dienstag aus Kärnten. Als "historischen Meilenstein für den gesamten Hightech-Standort Kärnten" bezeichnete Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) die Pläne - diese würden für "die enorme Qualität unseres Standorts" sprechen. Auch Wirtschaftsreferent Sebastian Schuschnig (ÖVP) begrüßte den Schritt des Technologiekonzerns: "Dass in einer schwierigen Phase für die europäische Industrie eine solche Investition in Kärnten umgesetzt wird, zeigt, dass wir ganz offensichtlich in die richtigen Faktoren investiert haben." "Infineon zeigt damit einmal mehr, dass bei uns Technologien entwickelt und produziert werden, die weltweit gefragt sind", meint auch der Kärntner Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl.

Und aus Villach selbst hieß es, der Ausbau sei ein "starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Villach und sichert die langfristige Perspektive des Unternehmens als Zugpferd der heimischen Wirtschaft", so Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) und die Stadträte Erwin Baumann (FPÖ) und Christian Pober (ÖVP) in einer gemeinsamen Aussendung.

Gewerkschaft lobt staatliche Beihilfe

Positive Reaktionen gab es auch auf Bundesebene. Laut SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim unterstreicht die Entscheidung, "wie wichtig es ist, die industrielle Produktion in Österreich langfristig abzusichern und gezielt in neue Technologien zu investieren." NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Hofer sieht ein "starkes Signal" für den Wirtschaftsstandort. Es zeige, "dass Österreich mit hochqualifizierten Fachkräften, Forschungskompetenz und technologischem Know-How im internationalen Wettbewerb punkten" könne.

Für den Präsidenten der Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill stärkt die Investition "Wertschöpfung, technologische Kompetenz und hochwertige Beschäftigung am Standort". Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, lobte zudem die staatliche Beihilfe. "Die 319 Millionen Euro der Republik sind ein sinnvoller Einsatz von Steuergeld - sie holen Zukunftstechnologie nach Österreich und binden Wertschöpfung in Europa".

(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 1313-26) spo/cri/tpo/fel

 ISIN  DE0006231004
 WEB   http://www.infineon.com
       http://www.infineon.com/austria


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Quelle: APA