BÖRSENFLASH - Lenzing nach Kapitalerhöhung weiter im freien Fall
Aktie auf tiefstem Niveau seit 2003 - Berenberg nimmt Kaufempfehlung zurück
Zum Wochenausklang nahm Berenberg ihre erst vor wenigen Monaten ausgesprochene Kaufempfehlung zurück. Das neue Anlagevotum lautet nun "Hold" mit einem deutlich niedrigerem Kursziel von 17 Euro. Die Bank war bis zuletzt das einzige Institut mit einer positiven Einschätzung zu der Aktie.
"Die bevorstehende Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. Euro lässt uns vermuten, dass der Hauptaktionär Suzano hinsichtlich seiner Beteiligung an Lenzing eher eine abwartende Haltung einnimmt, anstatt weiter auf diese zu setzen", schrieb Berenberg-Analyst Sebastian Bray. Auch hätten sich die gestiegenen Rohstoffpreise für Baumwolle und Viskose nicht im erwarteten Umfang in den Ergebnissen des Faserherstellers widergespiegelt, bemängelte Bray zudem. Im aktuellen Umfeld steigender Zinsen sei er nicht bereit, eine Kaufempfehlung beizubehalten.
Am Donnerstag hatte der Faserkonzern bekanntgegeben, über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten 300 Mio. Euro einnehmen zu wollen. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro/Aktie festgelegt. Anlegervertreter übten Kritik an dem niedrigen Bezugspreis. "Die Lenzing-Kapitalerhöhung setzt die Altaktionäre unter Zugzwang. Ein Bezugspreis von 8,65 Euro gegenüber einem letzten Börsenkurs von 20,80 Euro bedeutet einen kräftigen Abschlag - auch auf den Kurs ohne Bezugsrechte", so Florian Beckermann, Präsident des Interessenverbands für Anleger. Wer die Bezugsrechte nicht ausübe, werde erheblich verwässert. Positiv sei, dass die Großaktionäre B&C und Suzano sowie die Oberbank voll mitziehen und die Kapitalerhöhung garantiert sei. "Das schafft Stabilität", sagte Beckermann.
spa/rst
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Quelle: APA
