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Lenzing will sich über Kapitalerhöhung 300 Mio. Euro holen

01.10.2026, 11:45:00

Faserkonzern braucht Geld für Neuausrichtung - Neuen Aktien werden mit deutlichem Abschlag angeboten - Aktie auf Talfahrt - Mehr als 30 Interessenten für Burgenland-Werk

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Börsenkurs, Stellungnahme Anlegervertreter, Angebote für Burgenland-Werk, mehr Details
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Der Faserkonzern Lenzing braucht für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten streben die Oberösterreicher 300 Mio. Euro an. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro/Aktie festgelegt, teilte Lenzing am Donnerstag mit. Dies entspreche einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte auf Basis des Schlusskurses vom Mittwoch. Die Lenzing-Eigentümer wollen die Kapitalmaßnahme mittragen.

Die Großaktionäre bestehend aus der B&C-Gruppe und der brasilianischen Suzano S.A. haben sich verpflichtet, alle Bezugsrechte auszuüben. Darüber hinaus habe sich auch die Oberbank AG verpflichtet, alle ihre Bezugsrechte auszuüben, heiß es in der Aussendung. Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Damit sind Aktionäre beziehungsweise Inhaber von Bezugsrechten berechtigt, für jeweils 10 bestehende Aktien beziehungsweise die entsprechende Anzahl an Bezugsrechten 9 neue Aktien zu beziehen. Die Bezugsfrist beginnt voraussichtlich am 6. Oktober 2026 und endet am 20. Oktober 2026.

Kritik von Anlegervertreter an niedrigem Bezugspreis, Aktie auf Talfahrt

An der Börse kam die Ankündigung am Donnerstag nicht gut an. Das Papier brach in der Spitze um 14,6 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit 2009. Anlegervertreter üben Kritik an dem niedrigen Bezugspreis. "Die Lenzing-Kapitalerhöhung setzt die Altaktionäre unter Zugzwang. Ein Bezugspreis von 8,65 Euro gegenüber einem letzten Börsenkurs von 20,80 Euro bedeutet einen kräftigen Abschlag - auch auf den Kurs ohne Bezugsrechte", so Florian Beckermann, Präsident des Interessenverband für Anleger. Wer die Bezugsrechte nicht ausübe, werde erheblich verwässert. Positiv sei, dass die Großaktionäre B&C und Suzano sowie die Oberbank voll mitziehen und die Kapitalerhöhung garantiert sei. "Das schafft Stabilität", sagte Beckermann.

Das von der B&C-Gruppe und Suzano gebildete Syndikat hält aktuell rund 52,25 Prozent an dem Faserhersteller. Rund 3,87 Prozent gehören der Oberbank.

Lenzing verfolgt die neue Strategie, das Nonwovens-Geschäft auszubauen und im Textilgeschäft auf Premium-Marktsegmente wie Tencel zu setzen. Auch das Zellstoff- und Bioraffineriegeschäft soll gestärkt werden. Gleichzeitig zieht sich der Konzern aus dem Geschäft mit Standardfasern für Textilanwendungen zurück. In England läuft sie 2027 aus. Weltweit gehen in Folge rund 2.000 Jobs bei Lenzing verloren.

30 Interessenten für Lenzing-Werk im Burgenland

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, der schwierige Jahre hinter sich hat, wird auch die Faserproduktion im Burgenland bis Ende 2026 eingestellt. Rund 30 Interessenten aus dem In- und Ausland gibt es laut den "Oberösterreichischen Nachrichten" für den Standort Heiligenkreuz. Ziel sei es, bis zum Jahresende Klarheit darüber zu schaffen, ob ein geeigneter Investor gefunden werden könne, sagte Lenzing kürzlich laut Zeitung. "Gleichzeitig bereiten wir uns verantwortungsvoll auf alle Szenarien vor, sollte keine nachhaltige Fortführungslösung erreicht werden."

kan/cgh

 ISIN  AT0000644505
 WEB   http://www.lenzing.com


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