Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise nach US-Angriff auf Venezuela tiefer
Mittelfristig höheres Ölangebot in Aussicht - Nach Maduro-Gefangennahme und Schalte der OPEC+
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März lag zuletzt bei 60,18 Dollar und damit ein Prozent unter dem Freitagsschluss. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI mit Lieferung im Februar fiel um 1,1 Prozent auf 56,67 Dollar.
Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, den autoritären Präsidenten Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Ihm soll nun in New York wegen angeblicher Drogendelikte der Prozess gemacht werden.
Venezuela hat zwar riesige Ölvorkommen, kann diese aber derzeit wegen einer maroden Infrastruktur kaum fördern. Daher steuert das Land derzeit weniger als ein Prozent zur weltweiten täglichen Ölproduktion bei und hat zudem wegen des politischen Drucks durch die Vereinigten Staaten kaum Abnehmer. US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, die Förderung in dem Land mithilfe der großen US-Ölkonzerne wiederzubeleben.
Dies könnte mittelfristig zu einem weiter steigenden Ölangebot führen. Experten gehen ohnehin davon aus, dass dieses im Laufe des Jahres weiter anziehen wird. Das Ölförderkartell OPEC+, das von Russland und Saudi-Arabien angeführt wird, hatte die Produktion im vergangenen Jahr peu à peu ausgeweitet. Da der Ölpreis unter anderem deswegen stark unter Druck geraten ist, soll das Ölangebot im ersten Quartal erst einmal nicht weiter erhöht werden.
Vertreter des Ölförderkartells hatten diese Entscheidung erst am Sonntag bekräftigt. In einer zehnminütigen Videokonferenz sei nicht über die Lage in Venezuela gesprochen worden. Das Land gehört zu der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC). Diese umfasst Algerien, Äquatorial-Guinea, Gabun, Irak, Iran, Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, Venezuela und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Um die Ölproduktion besser zu steuern, hatte die OPEC den Kreis der Staaten, die mitsprechen dürfen, um Länder wie Russland, Brasilien und Mexiko zur sogenannten OPEC+ erweitert.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Montag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Freitag 59,81 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nach 61,01 Dollar am Mittwoch. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis setzte seine Erholung angesichts der geopolitischen Unsicherheiten weiter fort. Vergangene Woche hatten noch Gewinnmitnahmen die Edelmetallpreise gedrückt. Eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.433,41 Dollar und damit 2,5 Prozent mehr als am Freitag.
spa/rst
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Quelle: APA
