APA News

ams-Osram nur gering von US-Zöllen betroffen

31.07.2025, 12:25:00

Hoher Goldpreis belastet - Umsatzerlöse im 2. Quartal von 775 Mio. Euro - Urteil rund um Abfindung für Osram-Minderheitsaktionäre heuer oder Anfang 2026 erwartet

---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Neu aufgezogen nach Telefonkonferenz mit Vorstand
---------------------------------------------------------------------
Der steirisch-bayerische Chip- und
Sensorenhersteller ams-Osram sieht sich aktuell nur gering von den
höheren US-Importzöllen betroffen. Zu schaffen mache dem Unternehmen
aber der hohe Goldpreis. Dieser habe zuletzt im "niedrigen
zweistelligen Millionen"-Bereich belastet, sagte Vorstandschef Aldo
Kamper am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz.
Im Geschäft mit Ersatzlampen im Automobilbereich produziere man
vor Ort in den USA. Bei Halbleitern und LEDs, die in Österreich bzw.
Deutschland hergestellt werden, könne man die Zölle über
Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben. Zudem sei die Konkurrenz
ebenso von den Importtaxen betroffen.
Gold als wichtiger Rohstoff
Noch unklar sei, inwiefern die Zölle zu einem allgemeinen
Rückgang der Nachfrage führen. "Momentan sieht es nicht so aus",
zeigt sich Kamper aber optimistisch. Die große Unsicherheit rund um
die US-Zollpolitik hat aber zu einer steigenden Goldnachfrage
geführt und die Preise dementsprechend in die Höhe getrieben. "Das
hat Relevanz für uns, weil wir viel Gold verbauen."
"Bisher keine Beeinträchtigung des Geschäftes" sieht Kamper durch
chinesische Exportkontrollen für Seltene Erden. Der Bedarf bei
ams-Osram sei nicht sehr groß. Für die betroffenen Produkten habe
man zudem alternative Lieferketten.
Umsatzrückgang im 2. Quartal
Der in Zürich gelistete Konzern hat im zweiten Quartal 2025 einen
Umsatz von 775 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind fünf Prozent
weniger als in der Vergleichsperiode im Vorjahr. Den Rückgang führt
das Unternehmen auf einen schwächeren US-Dollar, das nicht zum
Kerngeschäft gehörende Halbleitergeschäft und eine Bestandskorrektur
bei Automobil-LEDs zurück.
"In einem weitgehend anspruchsvollen Umfeld haben wir geliefert",
kommentierte Kamper die Zahlen. Man erwarte sich weiterhin eine
stärkere zweite Jahreshälfte, auch wenn der schwächere US-Dollar die
Gesamtergebnisse belaste und die Zollpolitik für anhaltende
Unsicherheit sorge. Für das dritte Quartal heuer wird ein Umsatz
zwischen 790 Mio. und 890 Mio. Euro angepeilt, bei einer
EBITDA-Marge von 19,5 Prozent.
Entschuldung schreitet voran
"Unser Plan, die Schuldenlast schneller zu reduzieren, geht auf",
war Finanzchef Rainer Irle in der Früh in einer Aussendung zitiert
worden. Die Firma hatte vor gut einer Woche angekündigt, eine 500
Mio. Euro schwere 2029er Anleihen zu platzieren, um ausstehende
Osram-Aktien vorzufinanzieren und 150 Mio. Euro der 2027er
Wandelanleihe zurückzukaufen.
Rund um die Abfindung für Osram-Minderheitsaktionäre wartet man
weiterhin auf ein Gerichtsurteil. Kamper rechnet in der zweiten
Jahreshälfte oder Anfang 2026 mit einem Richterspruch. ams hatte die
deutsche Osram 2020 übernommen.
Am Dienstag kündigte das Unternehmen zudem den Verkauf der
Unterhaltungs- und Industrielampensparte an den japanischen
Leuchtenentwickler Ushio für 114 Mio. Euro an. Die Nettoverschuldung
wird am Donnerstag mit 1.570 Mio. Euro und damit auf annähernd
gleichem Niveau wie ein Jahr zuvor angegeben.
Im Halbjahr Nettoverlust von 5 Mio. Euro
Das bereinigte EBITDA stieg im Jahresvergleich um sieben Prozent
auf 145 Mio. Euro, was einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,8
Prozent entspricht. Das bereinigte Nettoergebnis betrug im zweiten
Jahresviertel 2025 18 Mio. Euro, nach einem Verlust ein Jahr zuvor
und im ersten Quartal. Der Free Cash Flow lag bei minus 14 Mio.
Euro. ams-Osram bestätigt damit die vor rund einer Woche
veröffentlichten, vorläufigen Zahlen.
Mit Blick auf das gesamte erste Halbjahr kommt das Unternehmen
mit Hauptsitz in Premstätten auf Umsatzerlöse von 1.595 Mio. Euro,
nach 1.665 Mio. ein Jahr zuvor. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern
fällt mit minus 5 Mio. Euro erneut negativ aus, nach einem Verlust
von 36 Mio. Euro in der ersten Jahreshälfte 2024.
spo/bel
 ISIN  AT0000A18XM4
 WEB   https://ams-osram.com/


Weitere News

Zur News-Übersicht


Disclaimer

Die Wiener Börse übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit der Daten.
© 2026 Wiener Börse AG
Quelle: APA