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Wiener Börse (Schluss) - ATX nach US-Zolldrohung tiefer

23.05.2025, 18:16:00

Aber erholt von Tagestiefstständen - Wochenminus von 1,2 Prozent

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Details zu Branchen und Einzelwerten
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Die Wiener Börse hat am Freitag und nach der
erneuten Zolldrohung von US-Präsident Trump gegen die EU mit
Abschlägen geschlossen. Der Leitindex ATX büßte nach der Ankündigung
Trumps am Nachmittag seine moderaten Verlaufsgewinne ein und
rutschte gemeinsam mit den anderen europäischen Leitindizes deutlich
ins Minus ab.
Im weiteren Verlauf beruhigte sich die Lage in Wien aber wieder
etwas, der ATX grenzte das Minus ein und schloss um 0,48 Prozent
tiefer auf 4.383,54 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet das ein Minus
von 1,2 Prozent. Auch der ATX Prime gab am Freitag 0,46 Prozent auf
2.206,60 Zähler nach.
US-Präsident Donald Trump plädiert für Zölle von 50 Prozent ab
dem 1. Juni für Waren aus der Europäische Union. Mit der EU sei es
schwierig, über das Thema Handel zu reden, erklärte Trump am Freitag
in Sozialen Medien. Es werde keine Zölle geben, wenn das jeweilige
Produkt in den USA hergestellt werde. Die EU-Kommission lehnte eine
Stellungnahme ab und wollte erst ein Telefonat zwischen
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und US-Vertretern abwarten.
Laut den Experten der Commerzbank würden die Erfahrungen der
vergangenen Wochen zeigen, dass Trump mit solchen Drohungen in
erster Linie Druck auf die Gegenseite erzeugen und damit die Chancen
auf ein aus Sicht der USA günstiges Verhandlungsergebnis verbessern
will. Vermutlich werde man sich darauf einigen, dass die bisher
geltenden zusätzlichen US-Zölle von 25 Prozent auf Stahl, Aluminium
und Autos und 10 Prozent auf die meisten anderen Güter wohl
längerfristig gelten werden.
"Aber selbst in diesem Fall würden die heutigen Ankündigungen der
Wirtschaft dies- und jenseits des Atlantiks schaden, da Trumps
Vorstoß erneut massive Unruhe schürt. Nicht zuletzt wird dadurch die
Planungssicherheit für Unternehmen untergraben", so die Commerzbank.
Mit Blick auf die Branchentafel zeigten sich Bankaktien
schwächer. Raiffeisen Bank International, BAWAG und Erste Group
büßten zwischen 0,6 und 1,5 Prozent ein. Austriacard Holdings
schlossen als schwächster prime market Wert mit minus 5,2 Prozent.
RHI Magnesita gaben 3,7 Prozent nach.
Aktien der UNIQA erholten sich bis Handelsschluss wieder und
schlossen um 2,6 Prozent fester. Der Versicherer hatte
Quartalszahlen vorgelegt. Die verrechneten Prämien der Uniqa
erhöhten sich im Berichtszeitraum um 13,2 Prozent, wobei vor allem
das Wachstum im CEE-Raum unterstützte. Das Konzernergebnis legte um
10,9 Prozent auf 118,6 Mio. Euro zu. Turbulenzen an den
Finanzmärkten belasteten jedoch das Finanzergebnis. Die Ergebnisse
waren für die Analysten der Erste Group im Wesentlichen im Rahmen
der Erwartungen ausgefallen. Prämien und Vorsteuerergebnis hatten
ihre Erwartungen dabei leicht übertroffen, schreiben die Experten in
einer ersten Reaktion.
Auch die Aktien der Strabag kletterten ine Prozent auf 82,80
Euro. Die Erste-Analysten haben ihre Empfehlung für die Aktien des
Baukonzerns von "buy" auf "accumulate" gesenkt und sehen ein
Kursziel von 91,6 Euro. Beim Branchenkollegen Porr ging es hingegen
um 1,2 Prozent auf 30,15 Euro nach unten. Die Analysten von Warburg
Research haben ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien und das
Kursziel von 37,50 Euro bestätigt.
Pierer Mobility hielten sich auch im schwachen Marktumfeld klar
im Plus und schlossen um 5,3 Prozent fester. Die insolvente
Pierer-Tochter-KTM ist gerettet. Der Miteigentümer Bajaj hat die
erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt, um die Quote an die
Gläubiger der KTM und ihrer Töchter zu bezahlen, wurde am Vortag
bekannt. Im Gegenzug wird Bajaj die Mehrheit an Pierer Mobility
übernehmen.
kat/ste
 ISIN  AT0000999982


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