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KTM-Rettung - Unternehmen meldet Finanzierungszusage für Sanierung

20.05.2025, 09:00:00

Sanierungsverwalter bestätigt Zusage zur Erfüllung der Quotenzahlung - Frist bis 23. Mai

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Ausführliche Neufassung
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Die Pierer Mobility und ihre insolvente
Tochter KTM haben Finanzierungszusagen zur Erfüllung der
30-Prozent-Barquote im KTM-Insolvenzverfahren erhalten, teilten sie
in einer Ad-hoc-Mitteilung in der Nacht auf Dienstag mit. Auch
Sanierungsverwalter Peter Vogl bestätigte, dass ihm eine
Finanzierungszusage zur Bezahlung der Quote vorliege, die mit
Dienstag datiert sei. Insgesamt geht es um ca. 600 Mio. Euro, die
bis 23. Mai bei Vogl einlangen müssen, um einen Konkurs abzuwenden.
Bei KTM hält man sich mit Details noch bedeckt. Man wolle sich
aufgrund des laufenden Signing-Prozesses und der entsprechenden
Dokumentation vor dem 22. Mai nicht öffentlich zu den Einzelheiten
äußern. Allerdings zeigte sich CEO Gottfried Neumeister erleichtert:
"Die gesicherte Finanzierung ist ein starkes Signal für das
Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und unsere
Marken. Vor allem aber ist sie ein bedeutender Meilenstein für die
Stabilisierung und den strategischen Neustart der KTM AG -
insbesondere für unsere MitarbeiterInnen, Kunden, Händler, Partner,
Lieferanten und die gesamte KTM-Community", hieß es in einem
schriftlichen Statement in der Nacht auf Dienstag.
Geld dürfte von Miteigentümer Bajaj kommen
Es gilt allerdings als sicher, dass das Geld vom indischen
Miteigentümer Bajaj kommt. Das Familienimperium hat seit dem
Insolvenzantrag im November des Vorjahres bereits mehrfach Geld
zugeschossen, um das Unternehmen am Leben zu halten und einen
Konkurs abzuwenden. Insgesamt dürften es 200 Mio. Euro gewesen sein.
Allerdings benötigt KTM noch weitere rund 600 Mio. Euro, um die
Quote für die Gläubiger bedienen zu können. Dafür ging man auf die
Suche nach einem Investor.
Statt von einem Außenstehenden dürfte KTM nun aber von einem
Miteigentümer gerettet werden. Bajaj soll sich ein 566 Mio. Euro
schweres Darlehen gesichert haben, für das die US-Bank JPMorgan
Chase, die DBS Bank aus Singapur und die Citigroup, deren Hauptsitz
in New York ist, geradestehen würden. Damit wäre die rechtzeitige
Zahlung der Quote wohl gesichert. Das Geld muss bis Freitag, 23.
Mai, bei Sanierungsverwalter Peter Vogl einlangen. Dann ist noch
eine gerichtliche Bestätigung nötig. Der Gläubigerschutzverband
Creditreform rechnet damit, dass das Geld vom Insolvenzgericht in
der 2. Junihälfte an die Gläubiger überwiesen werde.
Florian Beckermann vom Interessenverband für Anleger (IVA) zeigte
sich erleichtert: "Nach viel Theater setzt sich die indische
Besonnenheit und Finanzkraft durch. Eine Erleichterung für
Aktionäre, Mitarbeiter und die Region. Dass in Insolvenzen nicht
immer alles geradeaus läuft ist klar, aber die Spekulationen nach
der Hauptversammlung oder der Betriebsstillstand waren wenig
hilfreich. Jetzt heißt es: Motorräder bauen und mit Gewinn verkaufen
- nachhaltig".
Offene Fragen
Offen ist, welche Auswirkungen die Geldspritze auf die
Eigentümerstruktur haben wird. Es ist davon auszugehen, dass Bajaj
etwas für seine Vorleistung haben will. Derzeit gehört die KTM AG zu
100 Prozent der Pierer Mobility AG, die wiederum zu 74,18 Prozent im
Eigentum der Pierer Bajaj AG ist. An der Pierer Bajaj sind Stefan
Pierers Pierer Industrie AG zu 50,1 Prozent und die Bajaj Auto
International Holdings B.V. in den Niederlanden zu 49,9 Prozent
beteiligt. Es wäre naheliegend, dass die Inder zulasten von Pierers
Firmenimperium aufstocken und das Ruder übernehmen wollen. Ebenfalls
offen ist, wie es mit KTM und seinen mehr als 3.000 Beschäftigten
nach der Sanierung weitergeht - ob bzw. in welchem Umfang die
Produktion in Mattighofen und die Jobs im Innviertel erhalten
bleiben.
Ende November 2024 hatte KTM ein Sanierungsverfahren mit
Eigenverwaltung beantragt. 1.200 Gläubiger meldeten Forderungen in
der Höhe von rund 2,2 Mrd. Euro an. Am 25. Februar nahmen die
Gläubiger im Landesgericht Ried im Innkreis mehrheitlich den
Sanierungsplan an, der eine Barquote von 30 Prozent vorsieht. Langt
das Geld bis 23. Mai nicht bei Sanierungsverwalter Peter Vogl ein,
würde dies das Ende des Sanierungs- sowie die Eröffnung eines
Konkursverfahrens bedeuten. Derzeit steht die Produktion in
Mattighofen still, weil es infolge der Insolvenz zu Lieferengpässen
kam und zu wenig Bauteile vorhanden sind.
ver/aku/ker/ivn
 ISIN  AT0000KTMI02
 WEB   www.pierermobility.com


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Quelle: APA