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Pierer Mobility - Kapitalerhöhung für KTM-Rettung vorerst verschoben

23.04.2025, 12:56:00

Sanierung der Pierer Mobility gerät ins Stocken - Gläubigerschützer und Insolvenzverwalter warten auf Geld am 23. Mai

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Pierer-Mobility-Aktienkurs (2. Absatz), Reaktionen KTM und Gläubigerschützer (5. Absatz)
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Bei der KTM-Mutter Pierer Mobility kommt es im
Rahmen der geplanten Sanierung zu Verzögerungen. Bei einer
außerordentlichen Hauptversammlung nächsten Freitag sollte es zu
einer Kapitalerhöhung mit Bar- und Sachkapital kommen. Allerdings
mussten diese Punkte von der Tagesordnung gestrichen werden, da die
Kapitalmaßnahmen "nicht unter den vorgeschlagenen Konditionen und
innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens" umgesetzt werden können,
teilte das Unternehmen mit.
"Die Gesellschaft arbeitet mit der Kernaktionärin an einer
Alternative zur Aufbringung jenes Eigenmittelbetrages, der für die
Erfüllung der Sanierungsplanquoten erforderlich ist, teilte Pierer
Mobility weiters mit. Allfällige Kapitalmaßnahmen sollen bei einer
späteren Hauptversammlung beschlossen werden. An der Wiener Börse
wurden die Nachrichten der KTM-Mutter nicht negativ aufgenommen, die
Pierer-Mobility-Aktie notierte zu Mittag mit einem Plus von knapp 4
Prozent bei 13,30 Euro.
600 Mio. Euro für Sanierung notwendig
Für die Sanierung der KTM AG, der KTM Components GmbH und der KTM
Forschungs & Entwicklungs GmbH wurde eine Sanierungsplanquote von 30
Prozent, zahlbar bis zum 23. Mai 2025, in Aussicht gestellt. Dafür
bedarf es 600 Mio. Euro. Zwar befinde man sich "in der
Finalisierungsphase der Verhandlungen mit Eigen- bzw.
Fremdkapitalinvestoren", aber ohne verbindliche Finanzierungszusagen
könne keine positive Fortführungsprognose erstellt werden, hieß es
von der KTM-Mutter. Denn in so einem Fall müsste das Unternehmen zu
Zerschlagungswerten bewertet werden. Daher wird auch die
Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts verschoben.
Zusätzliche Finanzkennzahlen sollen jedoch Ende des Monats
veröffentlicht werden. Erste vorläufige Kennzahlen präsentierte das
Unternehmen am 23. Jänner.
23. Mai relevantes Datum
Bei KTM hofft man "bald auf einen positiven Abschluss", die
Gespräche seien am Laufen, hieß es zur APA. Für die
Gläubigerschützer und den Insolvenzverwalter Peter Vogl ist ohnehin
der 23. Mai das relevante Datum. Bis dahin sollte das erforderliche
Geld auf dem Treuhandkonto des Masseverwalters sein. Ob dem so sein
wird, "können wir nicht einschätzen momentan", erklärte der
Geschäftsführer der Creditreform, Gerhard M. Weinhofer. Den
Gläubigern rät er, "die Nerven zu behalten und geduldig zu sein".
Der Insolvenzleiter vom KSV1870, Karl-Heinz Götze, habe vernommen,
"dass es keine Anzeichen gibt, dass das Geld nicht kommen soll". Er
liest aus der Ad-hoc-Mitteilung lediglich heraus, dass es sich im
Zeitplan nicht ausgehe, die geplanten Beschlüsse in der
außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag zu fassen.
Vogl geht davon aus, "dass die erforderlichen rund 600 Millionen
Euro fristgerecht auf mein Treuhandkonto eingezahlt werden", sagte
er den "Oberösterreichischen Nachrichten". Für Florian Beckermann,
Leiter des Interessenverbandes für Anleger (IVA), wird die
Hauptversammlung am Freitag nun weitgehend ausgehöhlt. "Ohne
spekulieren zu wollen, wird diese Verzögerung den Druck noch
verstärken. Warum passiert so etwas?", äußerte er sich gegenüber der
Zeitung. Jede Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen helfe
KTM. "Insofern kann aus einer Überarbeitung auch ein positiver
Effekt entstehen", so Beckermann.
inn/fel/cri/ivn
 ISIN  AT0000820659
 WEB   https://www.pierermobility.com/ 


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Quelle: APA