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Wiener Börse (Schluss) - ATX verliert wegen Zollstreit 2,80 Prozent

09.04.2025, 17:51:00

Sorgen über globalen Wirtschaftsabschwung wegen aggressiver US-Zollpolitik belasten europaweit - Gegenmaßnahmen von EU und China auf US-Zölle

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Kursveränderungen von Einzelwerten
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Die Gegenreaktionen auf die zusätzlichen US-Zölle
haben am Mittwoch den Verkaufsdruck an den europäischen
Aktienmärkten verschärft. Die Wiener Börse schloss ebenfalls
tiefrot. Der ATX büßte zum Sitzungsende 2,80 Prozent auf 3.602,14
Einheiten ein. In einer Woche hat der heimische Leitindex damit ein
massives Minus von mehr als 12 Prozent eingefahren.
Der Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt (außer Russland)
ist nach wie vor das dominierende Thema an den Märkten. Nach der
Verschärfung des Handelskonflikts durch die USA haben China und die
EU zur Wochenmitte jeweils mit Gegenzöllen zurückgeschlagen. Die EU
einigte sich auf erste Gegenmaßnahmen zu den US-Stahl- und
Aluminiumzöllen. Die 66-seitige Liste soll laut EU-Kreisen etwa 25
Prozent auf Sojabohnen, Kleidung sowie Eisen-, Stahl- und
Aluminiumwaren umfassen. Für andere Waren sollen 10 Prozent fällig
werden. China hatte zuvor erklärt, die Abgaben auf US-Produkte auf
84 Prozent zu heben.
"Sowohl Washington als auch Peking geben nicht klein bei und
lassen die Muskeln spielen", betonte ein Analyst vom Broker IG
Markets. "Dass eine globale Rezession die logische Folge sein
könnte, wird anscheinend billigend in Kauf genommen."
In Wien rutschte unter den Schwergewichten die OMV-Aktie um 3,8
Prozent tiefer. Neben der allgemeinen Börsenschwäche wurden die
Papiere des Öl-, Gas- und Chemiekonzerns von dem Abwärtsschub der
Rohölpreise zusätzlich belastet. Die Ölpreise sind zur Wochenmitte
auf den tiefsten Stand seit 2021 gefallen. Beim
niederösterreichischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann gab es
einen Kursabschlag von 4,9 Prozent zu beobachten.
Im Technologiebereich sackten AT&S um 5,4 Prozent ab. Klar tiefer
ging es auch für die Papiere der schwergewichteten Banken.
Raiffeisen Bank International verbilligten sich um starke 4,1
Prozent. BAWAG kamen um 3,6 Prozent zurück und Erste Group
ermäßigten sich um 2,4 Prozent.
Im Immobilienbereich rutschten CA Immo 5,6 Prozent tiefer. Die
Titel des Cateringunternehmens DO&CO fielen um 7,1 Prozent. Die
Aktien des Feuerwehrausrüsters Rosenbauer knickten um 6,1 Prozent
ein.
Semperit ermäßigten sich um 4,3 Prozent. Der Gummi- und
Kautschukkonzern hat die Ergebnis-Erwartung für das heurige Jahr
heruntergeschraubt. Vor dem Hintergrund der von den USA verhängten
Zölle und einer verhaltenen Bestelltätigkeit soll das operative
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 2025 nun in
einer Bandbreite von 65 bis 85 Mio. Euro liegen. Zuletzt hatte das
Unternehmen noch eine Spanne von 70 bis 90 Mio. Euro angepeilt.
ste/spa
 ISIN  AT0000999982


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