Während der Rentenmarkt an der Wiener Börse beständig wuchs, führte der Aktienhandel weiterhin ein Schattendasein. 1981 kamen nach 21 Jahren Emissionspause wieder zwei neue österreichische Aktiengesellschaften an die Börse.

Die große Wende kam jedoch erst im Jahr 1985, als ein amerikanischer Analyst eine Aktienhausse auslöste, indem er auf das extrem hohe Potenzial des österreichischen Kapitalmarktes aufmerksam machte. Nach rund zwei Jahrzehnten stagnierender Kurse kam es zu Kursanstiegen von durchschnittlich 130 Prozent. Die Umsätze versechsfachten sich. Das änderte die bisher eher verhaltene Einstellung der Wirtschaftspolitik zum Aktienmarkt.

Die Zulassungsbedingungen für Wertpapiere sowie die Publizitätsverpflichtungen für Aktiengesellschaften wurden erstmals umfassend gesetzlich geregelt und den EU-Richtlinien angepasst. Eine Reihe großer Unternehmen gingen in den folgenden Jahren an die Börse, wie zum Beispiel RHI, OMV (1987); Austrian Airlines, Verbund (1988), EVN (1989). Die Umsätze und die Marktkapitalisierung vervielfachten sich. Ab Mitte 1988 setzte an der Wiener Börse abermals eine Aktienhausse ein, die bis August 1990 anhielt.

Die Einführung des elektronischen Handelssystems PATS und ein neues Börsegesetz im Jahre 1989 unterstützten diese Entwicklung. PATS wurde im Juni 1996 durch das vollelektronische Handelssystem EQOS ersetzt.

ATX – Der Leitindex der Wiener Börse

Der WBI (Wiener Börse Index) wurde als erster Index der Wiener Börse 1968 eingeführt. Der WBI enthält alle österreichischen Aktien, die im Geregelten Markt der Wiener Börse notieren.

1991 wurde der ATX (Austrian Traded Index) zum ersten Mal veröffentlicht und ist seitdem Leitindex der Wiener Börse. Er umfasst die 20 größten und umsatzstärksten Aktientitel.

Die heutige Wiener Börse AG entsteht

Im Dezember 1997 wurde die Wiener Wertpapierbörse mit der Österreichischen Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) zur neuen Wiener Börse AG fusioniert.

Der traditionelle Aktienmarkt hatte in den 90er-Jahren wesentliche Impulse vor allem aus der weitreichenden Privatisierung ehemaliger staatlicher Industrieunternehmen erhalten. Auch die österreichischen Privatanleger entdeckten allmählich die Aktie als Anlageform. 1990 betrug der reine Aktienbesitz in der österreichischen Bevölkerung lediglich ein Prozent. 1997 waren es bereits vier Prozent. Im Frühjahr 2006 besaßen ungefähr sechs Prozent der Österreicher Aktien (IMAS-Studie).

Im Jänner 1998 übersiedelt die Wiener Börse in Räumlichkeiten der OeKB in der Strauchgasse 1-3 und in die Wallnerstraße 8, 1014 Wien.

Nach dem Beschluss, die Wiener Börse AG zu privatisieren, wurde die Börsekammer im Juni 1999 aufgelöst und die Eigentümeranteile (50 Prozent der Aktien) den österreichischen Emittenten (mit Ausnahme der Banken) zum Kauf angeboten.

Einführung des Xetra®-Handelssystems

Seit November 1999 erfolgt der Handel mit Wertpapieren über das vollelektronische Handelssystem Xetra® (Exchange Electronic Trading). Die Einführung der neuen Marktsegmentierung war bereits davor im 2. Quartal 1999 erfolgt. Sie unterteilt die unterschiedlichen Marktsegmente hinsichtlich Liquidität und dem Ausmaß ihrer Marktbetreuung.

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Erklärvideos der Wiener Börse.

Auf den Punkt gebracht: Unsere Videos erklären die Börse als Marktplatz, den Weg an die Börse & wie in Wertpapiere veranlagt wird.

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