Unternehmen müssen gerade in der aktuellen Wirtschaftslage (die Weltbank warnte vor einigen Tagen sogar vor einer Rezession in Europa) in ihrer Investitionstätigkeit unterstützt werden. Dafür brauchen sie einen gut funktionierenden Kapitalmarkt.
Wir lehnen daher alle Ideen zur Besteuerung von Finanzgeschäften ab! Das gilt auch für die Finanztransaktionssteuer, wenn sie nicht bestimmte Bedingungen erfüllt:
- Einführung der Finanztransaktionssteuer in allen EU-Staaten, noch besser weltweit, da der Kapitaltransfer letztlich sonst über jene Finanzplätze gehen wird, die keine Finanztransaktionssteuer einheben.
- Keine Einhebung der Finanztransaktionssteuer beim Handel von Aktien und Anleihen an Börsen.
- Die Finanztransaktionssteuer muss auch für Devisentransfers eingehoben werden, denn diese machen einen signifikanten Anteil an den weltweiten Transaktionen aus.
Insbesondere spricht sich die Wiener Börse gegen die jüngst angedachte (Wieder-)Einführung der Börsenumsatzsteuer (BUSt) aus. Diese trägt nicht nur zu einem geringen Wirtschaftswachstum bei, sondern eine BUSt lenkt auch die Kapitalströme in eine falsche Richtung:
- Einführung der BUSt vermindert Transparenz des Handels
- Börsen sind streng geregelte Handelsplätze. Mit der Verteuerung der Handelsgebühren durch die Einführung der BUSt wird der ungeregelte, außerbörsliche Handel auf nationaler Ebene zunehmen (OTC-Handel). Weiters wird sich der Handel verstärkt auch an die außerbörslichen Handelsplattformen (MTFs) verlagern.
- BUSt vernichtet Liquidität an den Börsen
- Die Einführung der BUSt verteuert den Börsehandel, weshalb eben diese Handelsmitglieder sofort an andere Börsen und ausländische außerbörsliche Handelsplattformen abwandern werden.
- Die BUSt schreckt institutionelle Investoren ab
- Mangelnde Liquidität steht einem sinnvollen Management von Fonds erheblich entgegen – dies gilt für internationale und österreichische Fonds. Eine Einführung der BUSt wird auf Grund mangelnder Liquidität daher institutionelle Investoren abhalten, in österreichische Aktien zu investieren.
- BUSt macht Börsengänge unattraktiver
- Aufgrund der sinkenden Liquidität verliert der österreichische Kapitalmarkt an Attraktivität für die Eigenkapitalfinanzierung.
- Einführung der BUSt verstärkt die Kursausschläge
- Eine funktionierende Börse braucht ausreichend Liquidität. Je geringer diese ist, desto größer ist die Gefahr extremer Kursausschläge, d.h. schon einzelne Kauf- und Verkaufsaufträge können die Aktienkurse unverhältnismäßig stark beeinflussen.
- Die BUSt vernichtet Steuereinnahmen
- Da es mit der Einführung der BUSt zur Kapitalabwanderung kommt, entgehen dem Staat andere Steuereinnahmen, die der BUSt-Steuerertrag nicht wettmacht.
