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Wertpapiere zur Pensionsvorsorge

Emanuel Lampert | Börsen-Kurier

Mehrheit der Österreicher zeigt sich für Aktien und Co. offen.

Es ist keine große Neuigkeit, und eine neue Umfrage der Erste Bank bestätigt sie: Für die meisten Österreicher ist Sicherheit ein maßgeblicher Faktor in der Veranlagung. 45 % der 1.800 von Imas im Mai und Juni Befragten beschreiben sich auf einer fünfstufigen Skala als „sehr sicherheitsbetont“, weitere 36 % reihen sich auf der zweithöchsten Stufe ein.

Da überrascht es in der Sparbuch-Nation Österreich fast, wie die Aussagen rund um Wertpapiere ausfallen: 70 % betrachten sie als „eine gute Ergänzung zum Sparbuch“. 61 % sagten, Wertpapiere „gewinnen immer mehr an Bedeutung“. Etwa gleich viele (60 %) teilen die Ansicht, Wertpapiere „sind auch etwas für die Altersvorsorge“. Und 48 % stimmten der Aussage zu: Wertpapiere „sollte jeder haben, der sein Geld gewinnbringend anlegen will“.

„Die positiven Aspekte von Wertpapieren“ seien inzwischen erkannt worden, resümierte Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank, die Ergebnisse bei der Präsentation vergangene Woche. Die Anlage in Wertpapieren bewegt sich derweil auf recht konstantem Niveau. 32 % gaben an, solche zu haben, 2022 und 2021 taten dies je 33 %.

Eine mögliche Bremse: Für 61 % sind Wertpapiere „schwierig zu verstehen“. Ein gutes Drittel gab aber an, sich in näherer Zukunft mehr Wissen aneignen zu wollen. Die Erste will dem mit einem neuen Chatbot à la ChatGPT entgegenkommen, der unter www.erste bank.ai frei und kostenlos zugänglich ist. Er sei zwar noch in Entwicklung und werde „da und dort“ auch noch Fehler machen, so Holzinger-Burgstaller, werde aber täglich trainiert und basiere auf „Erste-Bank-Finanzwissen von über 200 Jahren“.

Parkplatz Girokonto

Zwischenzeitlich parkt jeder und jede Zweite nach wie vor Geld auf dem Girokonto, berichtete die Erste-Vorstandschefin. Um 2015 herum hätten die Menschen begonnen, ihr Geld wegen der niedrigen Zinsen zunehmend auf dem Girokonto liegen zu lassen. Bislang habe sich das nicht umgekehrt. Es sei zwar zu sehen, dass Bewegung eingesetzt hat, in Summe sei es aber noch zu wenig, um dem Kaufkraftverlust gegenzusteuern.

Eine Ursache vermutet Holzinger-Burgstaller darin, dass Menschen nach der langen Niedrigzinsphase mitunter „aus der Übung“ seien, sich um Finanzthemen zu kümmern. Manche seien sich des Kaufkraftverlusts auch nicht bewusst. Aus dem Beratungsgeschehen wisse man aber ebenso, dass manch einer sagt: Ich weiß, ich verliere damit Geld, aber mir ist Sicherheit so wichtig, dass ich trotzdem das Sparbuch nehme und bereit bin, dafür in Form eines Kaufkraftverlusts zu bezahlen.

Mehr Sparvolumen

Nichtsdestoweniger ist der durchschnittliche monatliche Sparbetrag als solcher in den vergangenen Jahren gestiegen, wobei 2021 mit 344 Euro ein „Ausreißer“ nach oben war. 2023 sind es 307 Euro, um 70 % mehr als 2013. Wie Holzinger-Burgstaller betonte, sei der Anstieg nicht nur inflationsbedingt, sondern auch real: Wäre der Wert der Inflation gefolgt, so betrüge er aktuell nur 242 Euro.

Mit dem Sparbetrag zufrieden sind trotzdem nur 47 %. „Menschen würden gerne mehr sparen, als sie es können“, sagt Holzinger-Burgstaller und verweist auf den Spitzenwert von 65 %, auf den die Kurve vor zwei Jahren angestiegen war. Den Grund für die damalige Spitze sieht sie in den Umständen der Pandemie und einem damit verbundenen Konsumrückgang. Den Grund für das nunmehrige Tief sieht sie im Inflationsdruck, der sich negativ auf die „Leistbarkeit“ des Sparens auswirkt.

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