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Zahlen von Verbund und Semperit, News zu Bawag, Uniqa, Andritz

Verbund weist für das abgelaufene Jahr zwar rückläufige Ergebnis-Kennzahlen aus, für CEO Michael Strugl war es aber dennoch ein gutes Jahr für das Unternehmen. Neben der deutlich gesunkenen Stromproduktion aus Wasserkraft wird das Ergebnis von negativen Effekten aus der bis 2030 verlängerten Gewinnabschöpfung in Österreich negativ beeinflusst. Dazu findet CEO Strugl bei der Pressekonferenz deutliche Worte: "Die Belastung der E-Wirtschaft erreicht ihre Grenzen. Wir können nicht die Melkkuh für das Budget sein." Für 2025 fließen seitens Verbund 560 Mio. Euro an Dividenden, 700 Mio. Euro an Steuern und 136 Mio. Euro an Energiekrisenbeitrag an die Republik. Strugl weist darauf hin, dass diese Abschöpfung die Fähigkeit von Unternehmen zu investieren einschränkt. In den nächsten drei Jahren will Verbund in Summe 6,8 Mrd. Euro in Netze, Speicher, Wasserkraft, Windkraft, PV uvm. investieren. Rund vier Mrd. Euro werden allein für österreichische Projekte eingesetzt. "Diese Investitionen müssen verdient werden", macht CFO Peter Kollmann deutlich. Nicht außer Acht lassen dürfe man dabei die Wertschöpfung dieser Investitionen: "Das sind Vitaminspritzen für den Wirtschaftsstandort." Rasch vorangetrieben werden müsse die Energie-Transformation und die grüne Strom-Produktion, um weniger von Energieimporten (Anm. zuletzt 14 Mrd. Euro) abhängig zu sein."Wir brauchen mehr eigene Erzeugung", betont Strugl. In Österreich stoße man bei Projekten zB aus dem Wind-Bereich, oft auf großen Widerstand und vor auf allem auf sehr lange Verfahren. Daher müssen für Strugl die notwendigen Rahmenbedingungen und Initiativen (zB die Beschleunigungspakte EABG, UVP-G oder das Gaswirtschafts-Gesetz) rasch verabschiedet werden. Strugl hält auch den Vorstoß der EU für sinnvoll, die Besteuerung von Elektrizität zu senken.
Zu den Zahlen für 2025: Das EBITDA sank gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 21,3 Prozent auf 2.737,5 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verringerte sich um 20,6 Prozent auf 1.489,4 Mio. Euro, das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis lag mit 1.472,1 Mio. Euro um 25,5 Prozent unter dem Wert 2024. In der Hauptversammlung am 21. April 2026 wird eine Dividende von 3,15 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vorgeschlagen. Diese Dividende besteht aus einer ordentlichen Dividende von 2,00 Euro pro Aktie (Vorjahr: 2,80 Euro je Aktie) und einer Sonderdividende von 1,15 Euro pro Aktie (im Vorjahr gab es keine Sonderdividende).Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,79 um 30 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres (1,09) und um 21 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Es war das vierttrockenste Jahr der letzten hundert Jahre, wie CFO Peter Kollmann aufzeigt. Für das Geschäftsjahr 2026 wird aus heutiger Sicht ein EBITDA zwischen rd. 2.000 Mio. Euro und 2.500 Mio. Euro und ein Konzernergebnis zwischen rd. 900 Mio. Euro und 1.200 Mio. Euro erwartet.

Die B & C Holding, Mehrheitsaktionärin der Semperit, will den Aktionären ein freiwilliges öffentliches Angebot zu je 15,0 Euro je Aktie unterbreiten. Gegenstand des Angebots ist der Erwerb von bis zu 8.542.034 auf Inhaber lautende Stückaktien der Semperit, die rund 41,52 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte der Semperit entsprechen, wie es heißt. Das Angebot unterliegt keiner Mindestannahmeschwelle. Die B&C-Gruppe hält derzeit insgesamt 12.031.400 Aktien, entsprechend rund 58,48 Prozent des Grundkapitals. Neben der B&C Holding zählt auch die de Krassny GmbH mit zehn Prozent zu den Kernaktionären. Der Rest ist Streubesitz. Semperit hat heute die Bilanzpressekonferenz für 2025 abgehalten. Der Vorstand meinte, vom Angebot überrascht worden zu sein. Aufsichtsrat und Vorstand werden sich mit dem Angebot auseinandersetzen und in der entsprechenden Frist ihre Stellungnahmen dazu abgeben.
Das abgelaufene Jahr hat das Unternehmen mit einem Umsatz von 662,4 Mio. Euro, das ist ein Minus von 2,1 Prozent zum Vorjahr, abgeschlossen. Das EBITDA wird mit 79,5 Mio. Euro ausgewiesen (-6,4 Prozent), bzw. 83,6 Mio. Euro vor Projektkosten für die Digitalisierung (-3,2 Prozent). Es konnten weitere Einsparungen von rund 6 Mio. Euro realisiert werden. Die Gruppe weist negative FX-Effekte, vor allem aus der Dollarabschwächung, in Höhe von 4,5 Mio. Euro aus. Unterm Strich wurde ein Konzernergebnis in Höhe von +0,4 Mio. Euro erreicht (2024: 11,4 Mio. Euro). Wie berichtet, wird das Unternehmen für 2025 die Dividenden-Ausschüttung aussetzen. Während das erste Halbjahr aufgrund der Unsicherheiten durch die US-Zollthematik von Kundenseite noch verhalten ausfiel, habe man im 2. Halbjahr durchaus wieder gut aufholen können, so CEO Manfred Stanek bei der Pressekonferenz. Skaleneffekte, Innovationen aber auch reduzierte Kosten haben im 2. Halbjahr den Unterschied gemacht, so der CEO. Treiber sind laut Stanek der Fokus auf Wachstumssegmente und auf Innovationen, aber auch das Infrastrukturprogramm in Deutschland, der Wiederaufbau der Ukraine sowie höhere EU-Ausgaben für Verteidigung würden Chancen bieten. Semperit arbeitet derzeit u.a. an neuen Entwicklungen speziell für den Defense-Bereich.
Mittelfristig (bis ca. 2030) ist es das Ziel einen Konzern-Umsatz von einer Mrd. Euro zu erreichen. Mit möglichen M&A-Transaktionen könne man dies beschleunigen. Akquisitions-Ziele sieht der Vorstand am ehesten außerhalb Europas und im Bereich der Material-Kombination. "Wir haben aber auch genügend Ideen für organisches Wachstum," so CFO Helmut Sorger mit Verweis auf aktuelle Ausbau-Projekte von Werken bzw. zusätzlichen Maschinen etc. Hinsichtlich der Entwicklungen im Nahen Osten, meint CIO Gerfried Eder, dass diese Region zwar kein großer Absatzmarkt sei und auch kein Versorgungsproblem vorliege, man aber am von steigenden Ölpreisen (Ausgangsbasis für Materialien) durchaus betroffen sei. Die höheren Preise können aber größtenteils an die Kunden weitergegeben werden. Ein wesentlicher Fokus-Punkt in den vergangenen Jahren waren die Kosten. Hier habe man ca. 30 Mio. Euro einsparen können, vor allem bei Personal, Lizenzen und Beratungsleistungen, wie Sorger erklärt.
Für das laufende Jahr wird ein Wachstum in Aussicht gestellt, und zwar soll ein operatives EBITDA von 95 Mio. Euro sowie ein Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozent-Bereich erreicht werden.

Die Bawag bestätigt entsprechende Meldungen, wonach sie am Verkaufsprozess für die irische PTSB beteiligt ist. Konkret habe die Tochtergesellschaft BAWAG P.S.K. einen unverbindlichen Vorschlag unterbreitet, der möglicherweise zu einem Angebot zum Erwerb des gesamten ausgegebenen und noch auszugebenden Aktienkapitals der PTSB gegen Barzahlung führen kann, wie es heißt. Zum jetzigen Zeitpunkt habe man noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob ein Angebot für die PTSB und zu welchem Preis abgegeben wird. Laut PTSB ist Bawag einer von mehreren Bietern. In Medien werden auch Lonestar oder Centerbridge genannt. Die Presse erwähnt auch, dass Bawag bereit wäre mehr als eine Mrd. Euro für die irische Bank zu zahlen. Aktuell wird die Mehrheit der Bank von der irischen Regierung gehalten. Da der irische Staat seine Beteiligungen an Banken zurückfahren möchte, wurde ein formelles Verkaufsverfahren für die PTSB eingeleitet.

Tiana Majstorovic übernimmt mit 1. April 2026 die Leitung ‚Investor Relations & Capital Markets‘ bei der Uniqa Insurance Group AG und folgt damit Roland Kliemstein, der die Funktion interimistisch innehatte. Komplettiert wird das Uniqa-IR-Team mit Stefan Glinz, Aleksandra Babic und Martin Stenitzer. Tiana Majstorovic ist seit elf Jahren Teil des Investor Relations-Teams.

Xuan Mai Paper hat an seinem Standort in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, erfolgreich die zweite Deinkinglinie (DIP) des internationalen Technologiekonzerns Andritz in Betrieb genommen. Das Unternehmen stärkt damit seine Kapazität zur Herstellung von Recyclingfaserstoff für die Tissueproduktion. Die Anlage ist für eine Leistung von 75 t/d ausgelegt und verarbeitet 100 Prozent gemischte Büropapierabfälle.

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von boerse-social.com.

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