Wie berichtet, hat die B&C Holding ein Angebot für Semperit für 15,0 Euro je Aktie angekündigt. Mit einem Anteil in Höhe von 10 Prozent ist die de Krassny GmbH eine Kern-Aktionärin der Gesellschaft. Auf unsere Anfrage, wie man auf das Angebot reagieren werde, sagt uns Isabella de Krassny: „Ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Diese hängt noch von einem intensiven Gespräch mit Semperit-CEO Manfred Stanek sowie der weltwirtschaftlichen Entwicklung ab. Grundsätzlich sehe ich die 15,0 Euro aber als zu gering an. Erstens hat Semperit fast 50 Prozent mehr Eigenkapital als die gebotenen 300 Mio. Euro Gesamtbewertung. Darüberhinaus entspricht das erwartete EBITDA für 2026 einem Enterprise Value/EBITDA Multiple von nur 4 und die Nettoverschuldung beträgt 1x EBITDA und wird aufgrund der erwarteten Free Cash Flows von 50 Mio. Euro weiter fallen. Semperit ist also sehr günstig bewertet und ich würde gerne dabei bleiben.“
Auch Analysten sehen die angebotenen 15,0 Euro von B&C für die Semperit-Aktie als nicht angemessen an: Die Experten von Warburg Research stufen die Semperit-Aktie weiter mit "Buy" ein und erhöhen das Kursziel von 19,0 auf 21,0 Euro. Sie gehen davon aus, dass das "starke" Geschäftsjahr 2025 und der Ausblick zu einer Aufwärtskorrektur der Konsensprognosen führen werden. Zum Angebot der B&C Holding meinen sie: "Unserer Ansicht nach erscheint das Angebot von B&C nicht überzogen, und es könnte Aufwärtspotenzial geben, sollte die Absicht bestehen, Semperit vollständig übernehmen zu wollen." die Experten halten es jedoch auch für möglich, dass B&C angesichts der geringen Liquidität der Aktie lediglich seine Beteiligung zu einem angemessenen Preis aufstocken möchte.
Die Analysten von NuWays bestätigen ebenso die Kauf-Empfehlung für Semperit und erhöhen das Kursziel von 18,5 Euro auf 21,0 Euro je Aktie. Sie begründen: "Die DCF-Anhebung spiegelt höhere kurzfristige EBITDA-Schätzungen, die vollständige Umsetzung der Kosteneinsparungen und die anhaltende Bilanzverbesserung wider. Der operative Wendepunkt ist im Gange, wobei die Ausgangslage für das Geschäftsjahr 2026 die stärkste seit drei Jahren ist." Das B&C-Angebot zu 15,0 Euro je Semperit-Aktie erachten sie als "zu niedrig", es reflektiere nicht den Fairen Wert, wie sie schreiben. "Unserer Ansicht nach befindet sich das Unternehmen in einem mehrjährigen Zyklus operativer Verbesserungen, dessen volle Kosteneinsparungen und Umsatzsteigerungen sich noch nicht im Ergebnis der vergangenen zwölf Monate niedergeschlagen haben. Bei einem Angebot von 15,0 Euro je Aktie entspricht dies einem EV/EBITDA von etwa 5,4x auf Basis unserer Prognose für das Geschäftsjahr 2026 (BV/Aktie ca. 20,0 Euro)," so die Experten.
Die Analysten der Baader Bank stufen die Semperit-Aktie nach Zahlen-Vorlage weiter mit Buy und Kursziel 17,5 Euro ein. Die Ergebnisse für 2025 stufen sie als "gemischt" ein. Der Umsatz der Gruppe entsprach in etwa den Erwartungen der Analysten, das EBITDA übertraf diese sogar. Für die Baader-Analysten ist das Aussetzen der Dividende für 2025 "enttäuschend."
wienerberger übernimmt die in Schweden ansässige News Group, einen Anbieter nachhaltiger Wassermanagementlösungen für den Anschluss von Wohnhäusern an das kommunale Abwassernetz. Zum Kaufpreis werden keine Angaben gemacht. News bietet Lösungen für komplexe Abwasserprobleme, die dann auftreten, wenn sich traditionelle schwerkraftbasierte Lösungen als unwirksam erweisen. Die Gruppe ist hauptsächlich in Schweden tätig, betreibt aber auch Standorte in Norwegen, Finnland, Dänemark und Polen. CEO Heimo Scheuch: „Mit diesem Schritt stärken wir unsere Präsenz in diesem vielversprechenden Markt, diversifizieren unser Portfolio und leisten einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen, gesunden Planeten mit sauberem Wasser für künftige Generationen.“ Mit der News Group kündigt wienerberger in diesem noch jungen Jahr bereits die zweite Akquisition an (nach Italcer im Februrar).
Die CO2-Reduktionsziele von Strabag wurden von der Science Based Targets initiative (SBTi) nun validiert. Bis 2030 verpflichtet sich das Unternehmen, seine eigenen Emissionen und jene aus eingekaufter Energie um 42 Prozent gegenüber 2023 zu senken. Zusätzlich soll ein Viertel der Emissionen reduziert werden, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen – also primär durch eingekaufte Baustoffe und in der Nutzungsphase der Bauwerke.
Research: Die Analysten der Baader Bank stufen die Verbund-Aktie nach Zahlen-Vorlage mit "Reduce" und Kursziel 62,4 Euro ein. Sie begründen: "Die Ergebnisse von Verbund für das Geschäftsjahr 2025 lagen mit einem EBITDA von 2,7 Mrd. Euro leicht unter den Erwartungen (Konsens: 2,8 Mrd. Euro), belastet durch die schwache Wasserkraft. Das Aufwärtspotenzial bleibt durch die verlängerte Energiekrisen-Abgabe in Österreich begrenzt. Da der Winter 2025/26 von geringen Niederschlägen und schwachem Schneefall geprägt sein wird, sehen wir nur begrenztes Potenzial für eine Erholung der Wasserkraftnutzung im 1. Halbjahr 2026."
Die Analysten von Montega bestätigen nach Zahlen-Vorlage die Kauf-Empfehlung für die Österreichische Post und erhöhen das Kursziel von 36,0 auf 38,0 Euro. Sie begründen: "Die Österreichische Post bestätigt ihre operative Resilienz in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Die strategische Weiterentwicklung hin zu einem integrierten Logistik- und Servicedienstleister schreitet voran, mit dem Turnaround der bank99 und der Expansion im internationalen E-Commerce als zentrale Werttreiber. Die solide Cashflow-Generierung unterstreicht den defensiven Charakter der Aktie und sichert eine attraktive Dividendenrendite. Kurzfristige Kursschwäche im Zuge des verhaltenen Jahresstarts sehen wir als opportunistische Einstiegsgelegenheit. Mit einsetzender Ergebnisdynamik im zweiten Halbjahr sollte sich die fundamentale Stärke wieder stärker im Kurs widerspiegeln."
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