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News zu Semperit, Polytec, Addiko, DO & CO, Frequentis, Post

Die Semperit-Gruppe verzeichnet im Halbjahr ein Umsatzwachstum von 11,1 Prozent auf 355,9 Mio. Euro. Das EBITDA wurde mehr als verdoppelt und liegt bei 66,6 Mio. Euro (Vorjahr 31 Mio. Euro), die EBITDA-Marge bei 18,7 Prozent (H1 2025: 9,6 Prozent). Das EBIT erhöhte sich von 2,6 Mio. Euro im Vorjahr auf nunmehr 41,7 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern drehte mit 28,6 Mio. Euro ins Plus (Vorjahr -11,2 Mio. Euro). Der Konzern erhöht bereits im Juli die Prognose für das operative EBITDA (vor Projektkosten von rund 5 Mio. Euro) für das Gesamtjahr 2026 auf 100 Mio. Euro (vorher: rund 95 Mio. Euro). Semperit-CEO Manfred Stanek: „Auch wenn wir im zweiten Halbjahr mit mehr Gegenwind rechnen, erwarten wir für 2026 insgesamt einen deutlichen Profitabilitätsschub gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig machen wir bei der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie in beiden Divisionen gute Fortschritte." Die Jahresprognose impliziert ein deutlich anspruchsvolleres zweites Halbjahr als die ersten sechs Monate des Jahres. Zum einen werden die infolge der Eskalation im Nahen Osten deutlich gestiegenen Rohstoffkosten ergebniswirksam und insbesondere das dritte Quartal belasten, wie es heißt. Zum anderen bestehen weiterhin erhebliche geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten. Der Fokus liegt laut Semperit verstärkt auf der Verteidigung der erzielten Margen durch konsequentes Preismanagement, operative Exzellenz sowie weitere Effizienzmaßnahmen.

Die Polytec Group verbucht im 1. Halbjahr geringere Umsätze aufgrund der Portfolio-Anpassung. Die Ergebniskennzahlen konnten gegenüber dem Vorjahreszeitraum hingegen gesteigert werden. Konkret liegt der Konzernumsatz im Halbjahr bei 287,4 Mio. Euro und damit um 19,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang war im Wesentlichen auf die Veräußerung der Aktivitäten in Großbritannien zum Jahresende 2025 sowie die Schließung des Werks Weierbach in Deutschland Ende April 2026 zurückzuführen, wie das Unternehmen erklärt. Das EBITDA erhöhte sich um 7,0 Prozent auf 22,6 Mio. Euro, die EBITDA-Marge stieg von 5,9 auf 7,9 Prozent. Das EBIT verbesserte sich um 47 Prozent auf 8,3 Mio. Euro, die EBIT-Marge stieg von 1,6 auf 2,9  Prozent. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich im Perioden-Vergleich von 1,4 Mio. Euro auf 4,7 Mio. Euro. Wie berichtet, hat sich Polytec das Ziel gesetzt, den Umsatzanteil des Non-Automotive-Geschäfts mittelfristig – innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre – auf rund 30 Prozent des Konzernumsatzes zu erhöhen. Die Projektpipeline umfasst Anwendungen unter anderem in den Bereichen Mehrweg-, Bau und Industrielogistik. Einige Projekte haben laut Polytec zuletzt die nächste Reifestufe erreicht. Ein Beispiel ist BOOXit, eine intelligente und vernetzte Logistiklösung, bei der Polytec als Industrialisierungspartner und exklusiver Lieferant fungiert. Der Anteil des Bereichs Smart Plastic Applications am Konzernumsatz lag zum Halbjahr bei 7,2 Prozent. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 wurde bestätigt. Es wird weiterhin ein Konzernumsatz zwischen 560 Mio. und 590 Mio. Euro sowie eine EBIT-Marge von rund 3 Prozent erwartet.

Frequentis hat sein neuestes Sprachkommunikationssystem (VCS) X10  an die polnische Flugsicherungsbehörde PANSA (Polish Air Navigation Services Agency) ausgeliefert. Mit rund 3.000 Flügen pro Tag betreut PANSA einen der größten Lufträume Europas. "Die Einführung ist ein wichtiger Meilenstein in der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Frequentis und PANSA und unterstreicht ihr gemeinsames Engagement für Flugsicherheit und operative Resilienz im polnischen Luftraum," heißt es seitens Frequentis.

Auch ein frisches Research gibt es: Die Analysten der BankM haben die Halten-Empfehlung mit Kursziel 76,35 Euro bestätigt. Sie meinen: "Mit einem 2026er KGV über 30 ist Frequentis zwar auf den ersten Blick optisch nicht günstig, dies übersieht jedoch die Dynamik bei den Ergebnissen und die Positionierung, die den adressierbaren Markt (aktuell 3,8 Mrd. Euro) deutlich wachsen lassen wird."

"Alle Divisionen sind im Wachstumsmodus," so DO & CO-CEO Atilla Dogudan beim Conference Call zu den Q1-Zahlen. Er meldete sich aus Salzburg vom UEFA Super-Cup, bei dem DO & CO, wie auch bei anderen wichtigen UEFA-Matches, für das Catering verantwortlich zeichnete. Der Trend für Premium Hospitality ist laut Dogudan stark. Immer mehr Airlines setzen auf den Caterer und auch bei Events kann DO & CO punkten. Die FIFA Fußball WM in den USA, Mexiko und Kanada war laut Dogudan eine der erfolgreichsten Performances von DO & CO überhaupt. Man habe Interesse geweckt und von den Gästen, Medien, der FIFA etc sehr positives Feedback bekommen. Dogudan rechnet stark damit, dass die Fußball WM der Grundstein für weitere Events in den USA sein kann. Neben der Fußball-WM erwähnte Dogudan aber noch ein weiteres Ereignis, das jüngst für Aufsehen sorgte, nämlich jenes, das seine Catering-Container weltbekannt gemacht haben (Anm: Präsident Trump hat sich aus einem DO & CO-Container aus der Air Force One geschlichen). Für Dogudan war die Abbildung seines Containers in so gut wie allen Medien und die Verbreitung in (sozialen) Medien naturgemäß gut für die Markenbekanntheit. Geschehen ist der Umstieg Trumps bekanntlich in der Türkei, einem wichtigen Markt für DO & CO. Das Volumen dort ist ansehnlich: Pro Tag sind die DO & CO-Speisen allein am Flughafen Istanbul bei mehr als 500 Flügen der Turkish Airline an Bord. Aktuell werden pro Tag 250.000 bis 300.000 frische Mahlzeiten zubereitet. Mit der neuen Gourmet-Küche in Istanbul, die 2028 eröffnet werden soll, kann die Zahl auf ca. 500.000 steigen, was sich laut Dogudan signifikant auf den Umsatz auswirken wird. Dogudan sieht sich mit seinem Team nach dem ersten Quartal auf gutem Weg, die Guidance für das gesamte Geschäftsjahr zu erreichen (Anm.: Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent, EBIT-Marge von 8,6 bis 9 Prozent). Dass die EBIT-Marge im 1. Quartal trotz der Einbußen im Mittleren Osten (in Höhe von ca. 40 Mio. Euro im Q1) weiter gesteigert werden konnte, führt CFO Johannes Echeverria auf das resiliente Geschäftsmodell zurück. Dogudan hält es für realistisch, dass die EBIT-Marge in den kommenden Jahren sogar in den zweistelligen Bereich rücken kann.

Die Analysten von NuWays haben ihre Kauf-Empfehlung nach Vorlage der Q1-Zahlen für DO & CO bestätigt und auch das Kursziel in Höhe von 255,0 Euro. Sie meinen: "Insgesamt kombiniert DO & CO weiterhin das Engagement in zwei strukturell wachsenden Premiummärkten, Flugreisen und globalem Sport-Hospitality, mit ca. 70 Prozent des Umsatzes im Rahmen mehrjähriger Verträge, ca. 80 Prozent variablen Kosten und einer positiven Cash-Bilanz, was unsere Kaufempfehlung unterstützt."

Addiko weist für das 1. Halbjahr ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von -23,0 Mio. Euro gegenüber +24,0 Mio. Euro im Vorjahr aus. CEO Herbert Juranek im Halbjahresbericht: "Das erste Halbjahr 2026 gehörte zu den anspruchsvollsten in der jüngeren Geschichte von Addiko. Gepragt war es von einschneidenden rechtlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit Alt-Krediten in Schweizer Franken (CHF), anhaltenden regulatorischen und staatlichen Eingriffen in die Geschaftsgebarung in mehreren unserer Kernmarkte sowie dem laufenden Ubernahmeprozess. Diese Faktoren belasteten das ausgewiesene Ergebnis erheblich, anderten jedoch nichts an der Qualitat und Ertragskraft unseres Geschafts." Bereinigt um diese Effekte auf Nachsteuerbasis erzielte Addiko einen Nettogewinn von 19,1 Mio. Euro. Damit erwies sich die zugrunde liegende Geschäftsentwicklung trotz eines herausfordernden Marktumfelds als robust, wie das Unternehmen betont. Das Nettobankergebnis blieb im ersten Halbjahr mit 155,5 Mio. Euro auf stabilem Niveau, gegenüber 155,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettozinsertrag belief sich auf 117,2 Mio. Euro und lag trotz niedrigerer Marktzinsen, regulatorischer Eingriffe und anhaltenden Renditedrucks weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres (117,8 Mio. Euro). Das Provisionsergebnis stieg im Jahresvergleich um 2,8 Prozent auf 38,3 Mio. Euro, unterstützt durch Incentives im Zusammenhang mit der Einführung von Mastercard Click to Pay sowie höhere Bancassurance-Erträge. Nach der bereits am 1. Juli 2026 bekannt gegebenen Aussetzung der Guidance aufgrund außergewöhnlicher CHF-bezogener rechtlicher Auswirkungen wird Addiko vor dem Hintergrund des erfolgreichen RBI-Übernahmeangebots, dessen potenziell weitreichender Auswirkungen auf Geschäftsmodell, Struktur, Geschäftstätigkeit und Finanzlage der Gruppe sowie verbleibender Unsicherheiten hinsichtlich Zeitpunkt, Abschluss und Umsetzung der Transaktion bis auf Weiteres keine finanzielle Guidance veröffentlichen. Bis dahin konzentriert man sich weiterhin auf die konsequente Umsetzung der Consumer- und SME-Strategie, auf ein umsichtiges Risikomanagement, auf strikte Kostendisziplin sowie den Erhalt der starken Kapital- und Liquiditätsposition, wie es heißt.

Die Analysten der Erste Group stufen die Aktie der Österreichischen Post von "Hold" auf "Accumulate" hoch. Das Kursziel bleibt bei 35,0 Euro.

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von boerse-social.com.

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