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News zu Post, Strabag, Research zu FACC, Kontron, Warimpex

Die Österreichische Post weist für das 1. Quartal einen leichten Anstieg beim Umsatz und einen Rückgang beim Ergebnis aus. Im Gesamtjahr will man allerdings beim Ergebnis wieder aufholen und das Niveau der vergangenen Jahre erreichen. Vor allem eine Entlastung der Kosten soll dazu beitragen, aber auch das zuletzt etwas gedämpfte Türkei-Geschäft zeigt wieder nach oben, so Post-CEO Walter Oblin bei der heutigen Q1-Pressekonferenz. Das europäische Post-Umfeld spürt Herausforderungen und ist von einem Marktumbruch, sowie von Regulierungen geprägt, so Oblin. Das spüre man auch bei der Österreichischen Post. Das Brief- und Werbegeschäft ist aufgrund der Digitalisierung weiter rückläufig und im Paket-Geschäft nimmt der Wettbewerb zu, darüber hinaus gibt es regulatorische Themen. In der Türkei ging das Paketvolumen aufgrund von neuen Zöllen für Pakete aus dem asiatischen Raum zurück. Bekanntlich gibt es auch in Österreich diesbezügliche Vorhaben für Pakete aus dem EU-Ausland, darüber hinaus sind neue Gebühren angekündigt. "Das wird das E-Commerce-Geschäft dämpfen", so Oblin. Gut entwickelt sich das neue Telekom-Angebot Yelllow. In den nächsten Jahren will man auf eine ähnliche Kunden-Anzahl wie der bank99 kommen (Anm. ca 300.000). Der Break Even soll ca. nach drei Jahren erreicht werden. Die neu erworbene bulgarische eushipment.com bezeichnet Oblin als „zusätzlichen Wachstumsmotor“ für die Österreichische Post. Für das Jahr 2026 wird ein Umsatzbeitrag von 55 Mio. Euro erwartet. Bei der bank99 soll das Wertpapier-Angebot im 2. Halbjahr um Aktien und ETFs erweitert werden. Generell kann sich der Generaldirektor vorstellen, frei nach dem Motto „Mehr als Post“ den Service-Bereich neben Finanz- und Telekom-Dienstleistungen noch mehr auszubauen. In welche Richtung es gehen könnte, wollte Oblin noch nicht sagen. Zu beobachten sei diese Entwicklung, sprich der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts, auch bei anderen europäischen Post-Unternehmen. Etwa bei der italienischen Post, die ebenfalls als Telekom-Anbieter aber auch als Energie-Vertriebsunternehmen fungiert. Für Oblin „eine interessante Geschichte.“  Die Q1-Zahlen: Der Umsatz erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 770,7 Mio. Euro. Das EBITDA sank von 101,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 93,8 Mio Euro, das EBIT von 48,4 Mio. Euro auf 36,8 Mio. Euro, das Periodenergebnis von 39,6 Mio. Euro auf 15,3 Mio. Euro. Hauptgrund ‌für den Rückgang war hier ein negativer Bewertungseffekt bei der türkischen Tochter Aras Kargo.
In einer Kurzmitteilung zu den Q1-Zahlen meinen die Analysten von Raiffeisen Research:
"Die Umsatzerlöse lagen über den Konsensschätzungen in Höhe von 764 Mio. Euro. Das EBIT blieb knapp hinter den Erwartungen der Analyst:innen von 37 Mio. Euro zurück. Zwar mussten beim EBITDA ebenfalls Einbußen hingenommen werden, jedoch lag die Österreichische Post mit diesem Ergebnis über den Konsensschätzungen von 91 Mio. Euro."

Strabag hat die Übernahme der Gebr. Stumpp GmbH & Co. KG abgeschlossen und erweitert damit die Kapazitäten im Infrastrukturbau und die regionale Präsenz zwischen Schwarzwald und Bodensee. Ab sofort ist das Unternehmen mit seinen 300 Mitarbeiter:innen und einem Jahresumsatz von rund 90 Mio. Euro Teil der Strabag AG und wird dem Segment Nord + West zugeordnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Analysten von Montega bestätigen die Kauf-Empfehlung mit Kursziel 17,0 Euro für FACC. Das Unternehmen sei solide in das Geschäftsjahr 2026 gestartet und bestätige mit dem zweistelligen Umsatzwachstum sowie der verbesserten Profitabilität den eingeschlagenen Wachstumspfad, so die Experten. Ihr Fazit: "Während kurzfristige Verschiebungen innerhalb der Lieferkette temporär auf das Working Capital drücken, bleibt die strukturelle Nachfrage im Luftfahrtmarkt intakt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden operativen Effizienz, des anhaltenden OEM-Ramp-ups sowie zusätzlicher Wachstumsimpulse aus dem AAM-Bereich sehen wir die Gesellschaft weiterhin gut positioniert."

Die Analysten von Oddo stufen die FACC-Aktie weiter mit Outperform ein und erhöhen das Kursziel von 15,5 Euro auf 16,0 Euro. Ihr Fazit nach den Q1-Zahlen: "Obwohl die Aktie seit unserer Hochstufung im Februar eine starke Entwicklung gezeigt hat, bleibt die Investmentstory unseres Erachtens weiterhin überzeugend: FACC bietet organisches Wachstum im zweistelligen Bereich über die Geschäftsjahre 2026-2028e, getragen vom anhaltenden Produktionshochlauf der OEMs sowie strukturellem Wachstum im Drohnenluftfahrtmarkt.Auch wenn die Margen im Q1 unter unseren Erwartungen lagen, markierte das erste Quartal dennoch das vierte aufeinanderfolgende Quartal mit einer Margenverbesserung gegenüber dem Vorjahr, unterstützt durch das COREEffizienzprogramm. Dies untermauert unser Vertrauen in eine mittelfristige Margenentwicklung von 8-10  Prozent, wobei wir auf Basis unserer Schätzungen von einem Anstieg der Marge von 4,3 Prozent im Geschäftsjahr 2025 auf 7,8Prozent bis 2027e ausgehen. Wir sind der Ansicht, dass die aktuelle Bewertung das robuste zweistellige Wachstumspotenzial des Unternehmens sowie die erhebliche Margenausweitung weiterhin nicht vollständig widerspiegelt."

Die Analysten von mwb research stufen Kontron weiter mit Buy und Kursziel 34,0 Euro ein. Sie meinen: "Die Ergebnisse von Kontron im ersten Quartal wirkten aufgrund von Sondereffekten und Restrukturierungsmaßnahmen auf den ersten Blick schwach. Die zugrundeliegende Geschäftsdynamik blieb jedoch solide, mit starkem Wachstum in den Kernsegmenten, einem Rekordauftragsbestand und einer stabilen EBITDA-Prognose. Die revidierte Umsatzprognose des Managements spiegelt hauptsächlich Änderungen in der Rechnungslegung und im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen wider und ist nicht auf eine sinkende Nachfrage zurückzuführen."
Jefferies hat die Buy-Einstufung für Kontron nach Zahlen und auch das Kursziel von 27,0 Euro bestätigt.
Auch die DZ Bank belässt Kontron auf "Kaufen" mit einem fairen Wert von 31,0 Euro. Ankeraktionär Ennoconn sei im Begriff, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten und damit die Abgabe eines Pflicht-Übernahmeangebots auszulösen. Die Aktie ist nach Meinung der Analysten jedoch deutlich mehr wert.

Die Analysten von East Value Research nehmen das Kursziel für die Warimpex-Aktie von 1,0 auf 0,93 Euro zurück (Kurs am Freitag Vormittag in Wien: 0,51 Euro). Die Ergebnisse von Warimpex für 2025 lagen über ihren Erwartungen, so die Experten. Insbesondere das EBIT und der Jahresüberschuss seien aufgrund eines Neubewertungsgewinns im Zusammenhang mit Mogilska 31 (MOG31) positiv ausgefallen. Obwohl sie mit einer Verbesserung der durchschnittlichen Auslastung rechnen, haben die Analysten ihre Prognosen für 2026 bis 2029 nach Gesprächen mit dem Management und aufgrund der steigenden Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen – bedingt durch die zuletzt angezogene Inflation in der Eurozone, Polen und Ungarn – nach unten korrigiert. Für 2026 erwarten sie nun einen Umsatz von 22,7 Mio. Euro (zuvor 22,9 Mio. Euro), ein EBITDA von 4,5 Mio. Euro (4,6 Mio. Euro), ein EBIT von 6,5 Mio. Euro (9,6 Mio. Euro) und einen Jahresüberschuss von 1,1 Mio. Euro (4,4 Mio. Euro). Die analysten meinen: "Wir erwarten zwar einen Nettogewinn in den Jahren 2026-2029, Anleger sollten jedoch die Risiken berücksichtigen, insbesondere die hohe Nettoverschuldung von 208,6 Prozent und einen möglichen wirtschaftlichen Abschwung aufgrund des Iran-Krieges, der sich negativ auf die Nachfrage nach Büroflächen, Hotelübernachtungen und Wohnungen auswirken könnte."

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von boerse-social.com.

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Oesterreichische Post AG
STRABAG SE
FACC AG
KONTRON AG
Warimpex Finanz- und Bet. AG