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In den News: Zahlen von Polytec und Erste Group, Research zu Post und Asta Energy, Verbund-Vorstand kauft, Rekord bei Top 100 Marketcap

Die Polytec Group hat die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert. Die Aktie reagiert mit einem Plus von mehr als 5 Prozent in den ersten Handelsstunden. Das Ergebnis nach Steuern erreichte 10,2 Mio. Euro (nach -7,3 Mio. Euro in 2024), daher wird Polytec eine Dividende in Höhe von 0,2 Euro je Aktie vorschlagen. Laut dem Unternehmen ist es beabsichtigt, künftig wieder jährlich eine Dividende auszuschütten. Im Geschäftsbericht meint CEO Markus Huemer dazu: "Wenn wir ein positives Nettoergebnis erzielen, streben wir auch eine Ausschüttung an. Daran halten wir fest." Der Umsatz der Gruppe ging 2025 um 1,6 Prozent auf 666,8 Mio. Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte auf 19,8 Mio. Euro zulegen (2024: 3,5 Mio. Euro). Die EBIT-Marge stieg im Vergleich zum Vorjahr von 0,5 Prozent auf 3,0 Prozent. Für das Geschäftsjahr wird von einem Konzernumsatz in der Größenordnung von 560 Mio. bis 590 Mio. Euro ausgegangen. Der im Vergleich zum Vorjahr niedriger erwartete Gesamtumsatz ist mit dem Verkauf des operativen Geschäfts im Vereinigten Königreich zum 31.12.2025 sowie der Schließung des Werkes in Weierbach zum 30.04.2026 begründet. Bezüglich der Margenentwicklung rechnet das Unternehmen, trotz des niedrigeren Gesamtumsatzes, mit einer stabilen oder leicht verbesserten Ertragslage und strebt für das Geschäftsjahr 2026 eine EBIT-Marge von rund 3 Prozent an. Mittelfristig erwartet sich das Management durch den Ausbau im Non-Automotive-Bereich eine positive Auswirkung auf die Ertragslage. Huemer im Geschäftsbericht: "Polytec ist und bleibt Automobilzulieferer, mit tiefem Branchenverstandnis und technologischer Breite. Zugleich haben wir uns in den vergangenen Jahren zu einem diversifizierten Kunststoffspezialisten mit wachsendem Non-Automotive-Geschäft entwickelt. Diesen strategischen Weg wollen wir fortsetzen." Das Unternehmen feiert in diesem Jahr nicht nur 40jähriges Firmenjubiläum, sondern vor kurzem auch das 20-jährige Börsenjubiläum. Huemer dazu im Geschäftsbericht: "Das Jubiläum unseres Börsengangs im Jahr 2006 nehmen wir zum Anlass, unsere Kommunikation mit dem Kapitalmarkt weiter zu intensivieren. Schlussendlich muss der Aktienkurs nun der operativen Leistung folgen." Weiters meint er: "Mit unserer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 85 Mio. Euro sind wir nicht zufrieden. Sie steht in keinem Verhältnis zu unserem Eigenkapital von 220 Mio. Euro. Wir sind dennoch überzeugt, dass unsere Bilanz 2025 und die strategische Neuausrichtung unseres Portfolios vom Markt zunehmend anerkannt werden. Mittelfristig sollte zumindest das Niveau unseres Eigenkapitals erreichbar sein."

Die Erste Group hat die Zahlen zum 1. Quartal veröffentlicht, die erstmalige Einbeziehung der Erste Bank Polska führte dabei zu deutlichen Veränderungen der Kennzahlen. Unterm Strich liegt das Periodenergebnis jedenfalls um 18,2 Prozent höher bei 879 Mio. Euro. Der Zinsüberschuss stieg um 42,8 Prozent auf 2.674 Mio. Euro. Anstiege gab es laut Erste Group insbesondere in der Slowakei, Tschechien und Ungarn aufgrund von Kreditwachstum und der geringeren Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen, Letztere insbesondere in Österreich. Zusätzlich leistete Polen einen wesentlichen Beitrag von 681 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 23,7 Prozent auf 965 Mio. Euro, davon entfielen auf Polen 128 Mio. Euro. Insgesamt wurden im ersten Quartal Integrationskosten von 30 Mio. Euro verbucht. Die Personalaufwendungen stiegen inklusive Polen-Konsolidierung um 22,7 Prozent auf 974 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 48,7 Prozent auf 2.167 Mio. Euro. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten betrug -439 Mio. Euro bzw. 68 Basispunkte des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands (von -85 Mio. Euro bzw. 15 Basispunkten). Der Anstieg war laut Erste Group wesentlich durch Dotierungen von Wertberichtigungen für Kredite und Darlehen im Rahmen der Vorschriften des IFRS 9 für die erstmalige Einbeziehung des polnischen Portfolios bedingt (302 Mio. Euro bzw. 47 Basispunkte). Für 2026 hat sich die Erste Group das Ziel gesetzt, eine Eigenkapitalverzinsung (ROTE) von circa 19 Prozent zu erwirtschaften und den Gewinn je Aktie um mehr als 20 Prozent zu steigern. Es wird ein Zinsüberschuss von mehr als 11 Mrd. Euro, ein Provisionsüberschuss von etwa 4 Mrd. Euro erwartet.  Der ausgewiesene Nettogewinn der Erste Group wird mit etwas unter 4 Mrd. Euro prognostiziert, der um außerordentliche Posten im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung von Erste Bank Polska bereinigte Nettogewinn wird bei etwas über 4 Mrd. Euro erwartet, so die Bank.

Im Vorfeld der Q1-Präsentation der Österreichischen Post am 8. Mai bestätigen die Analysten von Montega die Kauf-Empfehlung und das Kursziel in Höhe von 38,0 Euro. Fur das erste Quartal 2026 prognostizieren die Analysten einen Konzernumsatz von 763,5 Mio. Euro, was nahezu dem Vorjahresniveau entspricht. Beim operativen Ergebnis (EBIT) rechnen sie hingegen mit einem Ruckgang auf 38,0 Mio. Euro (Vj. 48,0 Mio. Euro). "Der erwartete Ruckgang im Q1 ist weitgehend auf hausgemachte Transformationseffekte und externe regulatorische Anpassungen zurückzuführen, die bereits im Ausblick kommuniziert wurden. Die fundamentale Investmentstory – attraktive Dividendenrendite (ca. 5,6 %) und erfolgreiche Transformation zum Logistik- Spezialisten – bleibt intakt," so die Analysten im Research-Update.

Die Analysten der Baader Bank stufen die Asta Energy-Aktie weiter mit "Add" ein und erhöhen das Kursziel von 47,0 auf 65,0 Euro. Sie meinen: "Wir bestätigen unsere positive Einschätzung der Equity Story von Asta. Letzte Woche veröffentlichte Asta überzeugende Zahlen für das Geschäftsjahr 2025, und der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 übertraf sowohl unsere als auch die Markterwartungen."

Aktienkäufe: Die Verbund-Vorstandsmitglieder Michael Strugl, Peter Kollmann, Achim Kaspar und Susanna Zapreva-Hennerbichler haben Aktienkäufe gemeldet. CEO Strugl hat am 28. April 2.122 Stück zu je 63,09 Euro über die Wiener Börse erworben, CFO Kollmann 1.204 zu je 63,09 Euro, Achim Kaspar 1.346 Aktien zu je 63,09 Euro und Susanna Zapreva-Hennerbichler ebenso 1.346 Stück.

Die Marktkapitalisierung der weltweit 100 größten Unternehmen ist in den vergangenen zwölf Monaten (bis 31. März 2026) um 22 Prozent bzw. 9,2 Billionen US-Dollar auf einen Rekordwert von 51,8 Billionen US-Dollar gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen PwC-Bericht "Global Top 100 companies by market capitalisation" hervor. Top 5 sind Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon.

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von boerse-social.com.

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