Marinomed hat gestern angekündigt, sich aufgrund eines kurzfristigen Kapitalbedarfs frisches Kapital über eine Kapitalerhöhung sichern zu wollen. Es sollen bis zu 459.985 neue Aktien zu je 14,0 Euro ausgegeben werden, in Summe soll der Bruttoemissionserlös bei mindestens 2 Mio. Euro liegen. Eine Million hat ein Ankerinvestor zugesagt, der laut Marinomed bisher noch nicht investiert ist, "er unterstützt uns, eine Transaktionsicherheit zu erreichen", erklärt Marinomed-CEO Andreas Grassauer im Gespräch mit Börse Social. Ihm ist aber sehr wichtig ist, dass bei dieser Kapitalerhöhung auch den Kleinanlegern die Möglichkeit geboten wird zu zeichnen. Konkret werden bestehenden Aktionären Bezugsrechte im Verhaltnis 4:1 eingeräumt. Eingesetzt werden soll das frische Kapital laut Marinomed jedenfalls fur die Erfüllung des Sanierungsplans und die Schließung der Finanzierungslücke. Im Gespräch mit Börse Social erklärt CEO Grassauer, dass im Zuge des Sanierungsverfahrens bis Mai nächsten Jahres noch 5,2 Mio. Euro zu zahlen seien. Die nächsten Zahlungen seien im Q2 und Q4 fällig. Da sich auch aus der Carragelose-Transaktion mit Unither Zahlungen verzögern, sei nun eine Finanzierungslücke entstanden, die man über die Einnahmen aus der angekündigten Kapitalerhöhung schließen will. Die Zahlungen von Unither unterliegen vereinbarten Entwicklungen bei den Finanzzahlen aber auch bei den Produkt-Verkäufen. In Summe erwartet er sich noch Zahlungseingänge in Höhe von ca. 15 Mio. Euro aus der Unither-Vereinbarung. Allerdings seien hier Umsätze von 2025 und 2026 zu berücksichtigen, was heißt, dass ein Teil der potenziellen Zahlungen erst im Jahr 2027 zu erwarten ist. Grassauer betont, dass der aktuelle Businessplan des Unternehmens keine Verluste mehr vorsieht. "Wir wollen ein profitables Unternehmen sein," betont Grassauer. Erreicht werden soll dies mit den Marinomed-Flaggschiffprodukten Budesolv und Tracrosolv. "Anders als bei anderen Lifescience-Unternehmen befinden wir uns nicht mehr in klinischen Studien, sondern schon in der Zulassung, der Produkteinführung und im Business Development. Budesolv funktioniert sehr gut. Es laufen derzeit Verhandlungen." Der CEO nennt "einstellige Millionen-Beträge" die aus entsprechenden Verträgen ev. noch in diesem Jahr zu erzielen seien. "Es schaut nicht schlecht aus, aber natürlich gibt es immer Risiken", so der CEO. Generell würden derzeit einige Programme laufen, etwa im Bereich von CBD-Produkten aber auch bei neuartigen Entwicklungen im Bereich Inhalations-Sprays, bei denen die Löslichkeit hochwirksamer Wirkstoffe und damit auch die Marinomed-Technologie eine wesentliche Rollen spielen könnte. Laut Grassauer laufen Gespräche und es gibt auch schon erste Projekte im Bereich CBD.
Ein Update gibt Grassauer auch zum Cyber-Vorfall: Wie berichtet, wurde Marinomed vor ca. einem Jahr Opfer einer Cyberattacke. Laut Grassauer wird das Geld (Anm. 677.000 Euro) wohl nicht mehr eingebracht werden können, es sei auch noch nicht absehbar, ob es eine Deckung der Versicherung geben wird. Man habe aber Maßnahmen umgesetzt, solche Vorfälle zu verhindern. „Wir haben die Infrastruktur nachgerüstet, um potenzielle Lücken zu schließen, zudem haben wir auf der strukturellen bzw. organisatorischen Ebene Maßnahmen gesetzt und auch die Awareness bei den Mitarbeitenden geschaffen.“
Das Jahr 2025 hat Marinomed mit Umsätzen in Höhe von 7,7 Mio. Euro abgeschlossen. Darin enthalten ist eine Upfront-Zahlung aus dem Carragelose-Deal mit Unither in Höhe von 5 Mio. Euro. Der Gewinn wird mit 15,3 Mio. Euro ausgewiesen. Hier ist mitunter ein Restrukturierungsgewinn von 18,9 Mio. Euro berücksichtigt.
Die Analysten von Oddo BHF stufen die Semperit-Aktie weiter mit "Outperform" ein und erhöhen das Kursziel von 16,0 auf 19,0 Euro. Sie begründen: "Semperit konnte sowohl im Q4 als auch mit dem Ausblick für 2026 unsere Erwartungen übertreffen. Trotz einiger schwacher Endmärkte gab das Management einen recht zuversichtlichen Ausblick für das laufende Jahr. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage und damit auch die Kapazitätsauslastung ihren Tiefpunkt erreicht haben dürften. Dank ausreichender Kapazitätsreserven verfügt Semperit über beträchtliches Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren, ohne dass dafür eine signifikante Erhöhung der Investitionen erforderlich ist. Die überraschende Bekanntgabe eines Übernahmeangebots seitens der B&C Holding sollte die Aktie stützen. Obwohl der Preis von 15,0 je Aktie eine Prämie beinhaltet, sind wir der Ansicht, dass er den intrinsischen Wert von Semperit nicht angemessen widerspiegelt."
Die Analysten der Berenberg Bank bestätigen die Kauf-Empfehlung für die Palfinger-Aktie, nehmen aber das Kursziel von 45,00 auf 42,00 Euro zurück. Die Experten gehen weiterhin davon aus, dass Palfinger von staatlichen Infrastrukturausgaben profitieren wird, sie sind aber hinsichtlich der Margen-Entwicklung vorsichtiger geworden, da der Auftragseingang im 4. Quartal schwächer ausfiel als prognostiziert.
Palfinger ist ab kommenden Montag (23. März) im heimischen Leitindex ATX enthalten.
Jefferies bestätigt nach dem gestrigen Kursrutsch die Buy-Empfehlung und auch das Kursziel von 27,0 Euro für die Kontron-Aktie. Seitens Kontron hiess es in einer Mitteilung von Donnerstag, dass die Kursverwerfungen "keine Grundlage in der operativen Entwicklung von Kontron," haben. Man wolle aber von dem attraktiven Kursniveau der Kontron-Aktie profitieren und evaluiere kurzfristig die Verabschiedung eines Aktienrückkaufprogramms, wie es weiter heißt. Kontron veröffentlicht die Ergebnisse für 2025 am 26. März 2026. Die Aktie büßt heute weiter ein.
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