Patrick Baldia | Börsen-Kurier
Firmen an der Wiener Börse, die in der aufstrebenden Industrie aktiv sind.
Eines gleich vorweg: Wer das Thema Raumfahrt in großem Stil an der Börse spielen möchte, ist sicher anderswo besser aufgehoben als am Wiener Marktplatz – etwa an der Nasdaq in New York, wo seit Freitag (12. Juni) auch Elon Musks SpaceX notiert. Noch ist das Exposure der heimischen gelisteten Unternehmen zu dem Megatrend, um den sich im Vorfeld des Rekord-Börsengangs ein Hype entwickelte, überschaubar. Allerdings mit deutlich steigender Tendenz. Einige haben das Potenzial des Milliardenmarkts – so Studien – schon länger auf dem Radar.
Bei der FACC etwa ist das Thema Raumfahrt in der 2021 vorgestellten „FACC Roadmap 2030“ fix verankert. Zur Erinnerung: Erklärtes Ziel der Zukunftsstrategie ist es, neben dem Kerngeschäft Aerospace in neuen Segmenten der Aerospace-Industrie aktiv zu werden – und beispielsweise im neuen Geschäftsfeld Space auch Leichtbausysteme für die Raumfahrt zu entwickeln. Man möchte vom Potenzial profitieren, das sich durch das Vordringen von immer mehr privaten Unternehmen in diesem Bereich ergibt, so die Begründung des Managements.
Geschäftsfeld mit steigender Bedeutung
Ein erster Auftrag konnte im selben Jahr an Land gezogen werden: Für die europäische Weltraumagentur ESA wurde ein zentrales Strukturbauteil für die Trägerrakete Ariane 6 entwickelt und produziert. Die sogenannte Astris Kick-Stage Main Structure punktet einerseits mit besonderer Leichtigkeit und andererseits mit hoher Belastbarkeit. Wie hoch der Umsatzanteil des Geschäftsfelds Space heute ist, wird vom Unternehmen jedenfalls nicht explizit ausgewiesen. Experten gehen jedoch für die nächsten Jahre von steigender Bedeutung aus.
Was sagen die Analysten?
Aktuell haben drei von vier Analysehäusern, die die Aktie covern, eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Erst Anfang Mai veröffentlichte ODDO BHF ein Update. „Wir sind der Ansicht, dass die aktuelle Bewertung das robuste zweistellige Wachstumspotenzial des Unternehmens sowie die erhebliche Margenausweitung weiterhin nicht vollständig widerspiegelt“, meint Analyst Elias New ebenda.
Indes empfiehlt der Fachmann ein weiteres heimisches Unternehmen, das in der Raumfahrt aktiv ist, zu halten. Allerdings zählt der Bereich auch bei der Frequentis nicht zum Hauptgeschäft. Das Unternehmen mit Sitz Wien blickt nichtsdestoweniger auf eine lange Zusammenarbeit mit NASA und ESA zurück. Die US-Raumfahrtbehörde wird etwa mit hochsicheren Sprachkommunikations- und Telekommunikationssysteme für ihre Missionskontrollzentren beliefert. Mit der ESA werden wiederum Kommunikations- und Netzwerktechnologien für die satellitengestützte Luft- und Raumfahrt entwickelt.
SBO: Raketenteile für SpaceX
AT&S entwickelt wiederum im Geschäftsfeld Automotive & Aerospace Leiterplatten-Lösungen, die ebenfalls sowohl in Satelliten als auch in Flugzeugen zum Einsatz kommen.
Kaum weniger spannend sind die Bestrebungen von SBO, neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich weniger abhängig von der Öl- und Gasindustrie zu machen. Unter anderem wird seit einigen Jahren SpaceX mit Raketenteilen beliefert.
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Weitere Information der Wiener Börse:
SpaceX auch im global market handelbar
Hinweis
Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.

