Österreichische Staatsanleihen legen deutlich zu
Steigende Risikowahrnehmung bei Technologiewerten stützt
Anleihestratege Erik Liem von der Commerzbank verwies auf die am Berichtstag allgemein ausgeprägte Risikoaversion mit einem Ausverkauf von Technologiewerten. Dies verlieh im Gegenzug den als sicher geltenden Staatspapieren Auftrieb.
Am Vortag hatte ein überraschend kräftiger Anstieg der US-Inflation im September die Zinsanhebungserwartungen mit Blick auf die US-Notenbank gestützt und die Anleiherenditen angetrieben. Auch die am Berichtstag veröffentlichten Daten aus der weltgrößten Volkswirtschaft fielen insgesamt robust aus. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen nur marginal auf 199.000 und signalisierten somit weiterhin einen soliden Arbeitsmarkt. Zugleich legten die Einzelhandelsumsätze im September um 0,8 Prozent zum Vormonat deutlich stärker zu als erwartet. Die Erzeugerpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 6,3 Prozent.
Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen jedoch darauf, dass die infolge der hohen Inflationsdaten gesetzten Wetten auf steigende US-Zinsen mittlerweile zu einem Großteil wieder zurückgenommen wurden. Dies verdeutliche einmal mehr, wie sehr die Aufmerksamkeit der Märkte derzeit von KI-Themen dominiert werde, so die Experten, "da Befürchtungen hinsichtlich einer allgemeinen Verschärfung der Kreditkonditionen zu wachsenden Zweifeln daran führten, ob die Fed trotz der hohen Inflationszahlen tatsächlich handeln würde."
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 3,18 3,30 -0,12 13 5 Jahre 3,39 3,53 -0,14 24 10 Jahre 3,63 3,76 -0,13 27 30 Jahre 3,99 4,10 -0,11 26
spa/sto
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Quelle: APA
