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Finanzieller Druck lässt Altersvorsorge in den Hintergrund rücken

15.10.2026, 13:06:00

UNIQA-Umfrage: Immer weniger Menschen treffen konkrete Vorsorge-Maßnahmen - Finanzwissen wird schlechter eingeschätzt

Immer mehr Menschen befinden sich in einer finanziell angespannten Lage. Laut einer Studie der UNIQA Versicherung könnte nur rund jeder Zweite (51 Prozent) eine größere Zahlung in Höhe eines Monatseinkommens ohne Hilfe begleichen. Nur 45 Prozent könnten zudem bei einem Verlust ihrer Haupteinnahmequelle ihre Lebenserhaltungskosten für mindestens drei Monate decken. Längerfristige Altersvorsorge gerät vor diesem Hintergrund zunehmend ins Hintertreffen.

Bei beiden Faktoren seien im Vergleich zu vor wenigen Jahren rückläufige Tendenzen zu erkennen, sagte Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik und des Kompetenzzentrums für Finanzbildung an der Wirtschaftsuniversität Wien, am Donnerstag. Bei einer Studie der OECD aus dem Jahr 2022, bei der ähnliche Fragen gestellt worden seien, hätten in Österreich noch 75 Prozent aller Befragten angegeben, ohne Hilfe eine größere Ausgabe stemmen zu können. 58 Prozent hätten damals noch bei einem Einkommensverlust ihre Ausgaben für drei Monate decken können.

Insgesamt bewerten heuer nur noch 53 Prozent der Befragten ihre eigene finanzielle Situation als sehr oder eher gut, im vergangenen Jahr waren es noch 59 Prozent. Rund jeder Dritte (34 Prozent) gab an, dass das monatliche Einkommen in den vergangenen zwölf Monaten zumindest einmal nicht ausreichte um die Lebenserhaltungskosten zu decken. "Insgesamt sehen wir an den Ergebnissen, dass die Teuerung die Menschen belastet, dass viele Haushalte unter einer sehr angespannten finanziellen Situation stehen und dass Vorsorge dadurch leider in den Hintergrund rückt", sagte Martina Zöchner, von Reppublika Research & Analytics, die die Umfrage im Auftrag der UNIQA durchgeführt hat. Befragt wurden im Rahmen der Studie 3.029 Personen im Alter zwischen 16 und 60 Jahren. Die Befragung wurde von Ende Mai bis Anfang Juli 2026 durchgeführt.

Immer weniger Menschen treffen konkrete Vorsorge-Maßnahmen

Das generelle Interesse an Finanz- und Veranlagungsthemen ist laut der Umfrage zwar hoch: 70 Prozent der Befragten haben ein eher hohes oder sehr hohes Interesse an Möglichkeiten, für die Pension vorzusorgen, zumindest 60 Prozent interessieren sich für unterschiedliche Veranlagungsformen ihres Geldes. Die Umsetzung in konkrete Maßnahmen bleibt jedoch häufig aus. In der heurigen Umfrage gaben nur 34 Prozent der Befragten an, bereits konkrete Maßnahmen zur finanziellen Vorsorge getroffen zu haben, im Vorjahr waren es noch 37 Prozent. Dabei sind Frauen tendenziell weniger aktiv als Männer. 36 Prozent der Männer haben laut eigenen Angaben bereits konkrete Vorsorgemaßnahmen getroffen, bei den Frauen sind es nur 32 Prozent.

Beim Finanzwissen geben in der Umfrage nur noch 26 Prozent an, ein eher oder sehr hohes Wissen zu haben. 2025 waren es noch 31 Prozent. Der Rückgang könnte laut Fuhrmann dadurch erklärbar sein, dass das Problembewusstsein der Menschen gegenüber diesem komplexen Thema steigt und sie gegenüber dem eigenen Wissen kritischer werden.

KI wird für Erklärungen eingesetzt

Für die Erklärung von Finanzwissen wird mittlerweile auch die Künstliche Intelligenz zurate gezogen, bereits 36 Prozent der Befragten haben die KI hierfür genutzt. Rund jeder Zweite (52 Prozent) traut sich auch zu, die Antworten der KI kritisch zu hinterfragen, nur 34 Prozent glaubt jedoch auch einschätzen zu können, ob die Informationen der KI zu Finanzthemen korrekt und verlässlich sind.

Die persönliche Beratung spielt aber für viele weiterhin eine wichtige Rolle. Vor allem wenn es darum geht, die individuelle Situation zu berücksichtigen oder Vertrauen zu haben, dass das richtige Produkt empfohlen wird, sehen jeweils mehr als die Hälfte der Befragten die persönliche Beratung als deutlich stärker an als die KI. In der UNIQA selbst werden in der Beratung noch keine KI-Tools eingesetzt, es seien aber diverse KI-Projekte in Entwicklung, sagte Personenversicherungs-Vorstand René Knapp.

bel/cri

 ISIN  AT0000821103
 WEB   http://www.uniqagroup.com


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