Flughafen Wien-Vorstand Ofner fordert Abschaffung der Flugabgabe
Ofner: "Kosten in Bratislava um ein Drittel niedriger"
Die Kosten im 55 Kilometer von Wien entfernten Bratislava seien um ein Drittel niedriger, wie Ofner betonte. Vor allem die Ticketabgabe von 12 Euro bzw. von 30 Euro für Kurzstrecken bis 350 Kilometer kritisierte der Flughafenvorstand. Mehrere Länder hätten diese Abgabe wieder abgeschafft, nur mehr acht Staaten in der EU heben diese Gebühr ein. Die Steuer habe keinen Lenkungseffekt, es komme nur zu einer Verdrängung in Richtung Bratislava, merkte Ofner an.
Umwegrentabilität durch niedrigere Abgaben
Während die Flughafengebühren seit 2019 um 22 Prozent und damit weniger als im europäischen Schnitt (27 Prozent) gestiegen sind, schnellten die staatlichen Kosten für Flugsicherung und Ticketsteuer um 85 Prozent in die Höhe, fast doppelt so viel wie in anderen europäischen Ländern. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im Auftrag des Infrastrukturministeriums, auf die sich Ofner bezog.
Eine Abschaffung oder zumindest deutliche Senkung der Abgabe könnte sogar zu höheren Steuereinnahmen führen, so Ofner. Denn Passagiere geben in Österreich Geld aus und übernachten, verwies er auf die Umwegrentabilität.
Kritisch bewertet Ofner die aktuelle Regelung zur schrittweisen Beimischung von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF), auch wenn hier die aktuellen Vorgaben sogar übertroffen werden. Der Treibstoff könne außerhalb der EU günstiger hergestellt werden, dieser werde aber nicht angerechnet. Zudem handle es sich um einen Alleingang der EU. Damit wäre es bei Fernreisen künftig günstiger, über Länder außerhalb der EU zu fliegen, gab Ofner zu bedenken.
fel/ste
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Quelle: APA
