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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verliert 1,3 %, Lenzing unter Druck

01.10.2026, 15:15:00

Hohe Ölpreise und Inflationsängste belasten weiter Börsen - Lenzing-Aktie gibt nach Ankündigung einer Kapitalerhöhung 6 Prozent nach

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Donnerstagnachmittag weiter schwach gezeigt. Der heimische Leitindex ATX hielt gegen 14.50 Uhr mit einem Minus von 1,27 Prozent bei 6.769,14 Punkten. Der ATX Prime verlor 1,24 Prozent bei 3.321,21 Zählern. An anderen Börsen in Europa ging es im Handelsverlauf moderat nach unten.

Belastet wurden die Märkte einmal mehr von den Anstiegen der Ölpreise. Das schürte an den Finanzmärkten die Ängste vor Inflation und damit auch gegensteuernden Zinserhöhungen der Notenbanken.

In Wien wurde die Verliererliste im prime market von den Aktien von Lenzing mit einem Abschlag in Höhe von gut sechs Prozent klar angeführt. Der Faserkonzern braucht für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten streben die Oberösterreicher 300 Mio. Euro an. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro/Aktie festgelegt, teilte Lenzing mit. Dies entspreche einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte auf Basis des Schlusskurses vom Mittwoch. Die Lenzing-Eigentümer wollen die Kapitalmaßnahme mittragen.

Größere Abgaben verbuchten auch die Bankschwergewichte RBI und Erste Group und verloren 2,9 bzw. 2,5 Prozent. Auch an anderen Börsen in Europa fanden sich Bankwerte am Donnerstag unter den größeren Verlierern.

Europäische Halbleiterwerte konnten nicht von den am Vorabend gemeldeten Rekordergebnissen des US-Branchenkollegen Micron profitieren. Auch in Wien zeigten sich die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S am Nachmittag unverändert zum Vortag.

Unternehmensnachrichten von Andritz, EVN und Kapsch TrafficCom

Nachrichten gab es am Donnerstag von Andritz. Der Technologiekonzern hat den Auftrag erhalten, vier Turbinen-Generator-Maschinensätze für das 600 MW-Wasserkraftwerk Khorlochhu in Bhutan zu liefern. Es wird voraussichtlich jährlich rund 2,524 Terawattstunden Strom erzeugen. Der Auftragswert liegt im "oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich", teilte der Konzern mit. Andritz-Aktien notierten zuletzt exakt auf Vortagesniveau.

EVN-Aktien fielen nach Ankündigung eines Investitionsprogramms am Nachmittag um 1,4 Prozent. Der Energieversorger will bis 2030 jährlich eine Milliarde Euro investieren. Für 2030 plant der Konzern zudem einen operativen Gewinn (EBITDA) von 1,2 Mrd. Euro zu erwirtschaften und eine Dividende von mindestens 1,1 Euro je Aktie auszuschütten. Investieren will man vor allem in Netzinfrastruktur, den Ausbau von erneuerbaren Energien, Speicherlösungen und E-Ladeinfrastruktur, gab EVN am Donnerstag anlässlich seines Kapitalmarkttages bekannt.

Aktien von Kapsch TrafficCom verloren trotz der Meldung eines neuen Auftrags 2,4 Prozent. Der österreichische Mautspezialist wird Mautsystem und Kundenservice zweier Straßen zusammenführen, der Auftragswert beläuft sich auf 170 Mio. Euro bis 2041, teilte das Unternehmen mit.

mik/sto

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