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Wiener Börse (Mittag) - ATX rutscht 1,15 Prozent ins Minus

01.10.2026, 12:06:00

Negatives Umfeld - Inflations- und Zinssorgen weiter im Fokus - Ölpreise drehen nach oben - Lenzing wegen Kapitalerhöhung unter Druck

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Donnerstag zu Mittag weiterhin mit schwächerer Tendenz präsentiert. Der heimische Leitindex ATX notierte gegen 12.00 Uhr nach schwächerem Verlauf noch um 1,15 Prozent tiefer bei 6.777,43 Punkten. Für den ATX Prime ging es um 1,10 Prozent auf 3.325,75 Zähler hinab.

Marktbeobachter verwiesen auch auf das einheitlich negative europäische Börsenumfeld. Die Ölpreise sind wieder deutlich gestiegen, nachdem sie im frühen Handel noch unter Druck gestanden waren. Das schürte an den Finanzmärkten die Inflationssorgen und verstärkte die Spekulation auf steigende Zinsen, kommentierte ein Marktbeobachter.

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Donnerstagvormittag mit Verlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg um sieben Basispunkte auf 3,85 Prozent. Der Anstieg der Renditen zeigte sich in allen wichtigen Industriestaaten.

Unterstützung für die Börsen hatten sich Anleger von den nachbörslich berichteten starken Quartalszahlen von Micron erhofft. Der Speicherchiphersteller meldete ein weiteres Rekordquartal und gab obendrein einen optimistischen Ausblick. Zwar warnte er auch vor steigenden Kosten, doch in Asien gab der Bericht Technologieaktien Auftrieb. In Wien lagen die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S zu Mittag 1,8 Prozent im Plus.

Die Verliererliste im prime market wurde von Lenzing mit einem Abschlag in Höhe von fast acht Prozent klar angeführt. Der Faserkonzern braucht für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten streben die Oberösterreicher 300 Mio. Euro an. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro/Aktie festgelegt, teilte Lenzing mit. Dies entspreche einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte auf Basis des Schlusskurses vom Mittwoch. Die Lenzing-Eigentümer wollen die Kapitalmaßnahme mittragen.

Der Technologiekonzern Andritz hat den Auftrag erhalten, vier Turbinen-Generator-Maschinensätze für das 600 MW-Wasserkraftwerk Khorlochhu in Bhutan zu liefern. Es wird voraussichtlich jährlich rund 2,524 Terawattstunden Strom erzeugen. Der Auftragswert liegt im "oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich", teilte der Konzern mit. Andritz-Aktien zeigten sich zu Mittag mit minus 0,1 Prozent wenig verändert.

Der Energieversorger EVN (Aktie minus zwei Prozent) will bis 2030 jährlich eine Milliarde Euro investieren. Für 2030 plant der Konzern zudem einen operativen Gewinn (EBITDA) von 1,2 Mrd. Euro zu erwirtschaften und eine Dividende von mindestens 1,1 Euro je Aktie auszuschütten. Investieren will man vor allem in Netzinfrastruktur, den Ausbau von erneuerbaren Energien, Speicherlösungen und E-Ladeinfrastruktur, gab EVN am Donnerstag anlässlich seines Kapitalmarkttages bekannt.

Die Kapsch TrafficCom hat einen Mautauftrag im US-Bundesstaat Kalifornien erhalten. Der österreichische Mautspezialist wird Mautsystem und Kundenservice zweier Straßen zusammenführen, der Auftragswert beläuft sich auf 170 Mio. Euro bis 2041, teilte das Unternehmen mit. Kapsch-Aktien zeigten sich zuletzt 2,4 Prozent tiefer.

ger/mik

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