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Bereits vier von zehn Personen in Österreich privat krankenversichert

08.09.2026, 12:22:00

Knapp ein Viertel der Gesundheitskosten werden von privaten Versicherungen getragen

Die Kosten für das österreichische Gesundheitssystem sind im Vorjahr um 3,5 Mrd. Euro auf 61,3 Mrd. Euro gestiegen. Davon entfielen 14,95 Mrd. Euro - und damit ein Viertel der Gesamtkosten - auf private Gesundheitsausgaben, sagten UNIQA-Vorstand René Knapp und Hans Aubauer, Leiter der Group Health Insurance bei der UNIQA, am Dienstag vor Journalisten in Wien. Bereits vier von zehn Personen in Österreich verfügen über eine private Krankenversicherung.

Die Bedeutung der privaten Zusatzversicherung werde zunehmen, so Knapp. Schließlich steige die durchschnittliche Lebenserwartung jedes Jahrzehnt um zwei Jahre. "Wir werden älter, benötigen mehr medizinische Leistungen und zugleich gibt es immer weniger Menschen im Erwerbsalter, die diese Leistungen finanzieren und erbringen können", merkte Knapp an.

Insgesamt sind hierzulande rund 3,65 Millionen Menschen privat versichert. Das Interesse an der zusätzlichen Vorsorge steige, betonte Aubauer. So schlossen im Vorjahr 86.000 Personen eine private Krankenversicherung ab. Insgesamt gab es im Vorjahr 7,5 Millionen Schadensfälle, die von privaten Versicherungen abgedeckt wurden. Von den rund 2,2 Mrd. Euro, die die Versicherer ausgezahlt haben, entfielen 55 Prozent auf den Krankenhauskostenersatz und 16 Prozent auf Arztleistungen.

Vorteile für die Allgemeinheit

Allerdings haben sich über die Jahre die Beweggründe für eine Zusatzversicherung geändert: Stand früher das Argument der Sonderklasse im Vordergrund, ist es derzeit das Thema Wahlarzt. Im Schnitt sind die Versicherten bereit, für die Zusatzversicherung 55 Euro monatlich zu bezahlen. Männern ist diese Absicherung 59 Euro wert, der jüngeren Zielgruppe sogar 62 Euro.

Allerdings profitiere auch die Allgemeinheit von den zusätzlichen Versicherungen: Bei Wahlärzten werden bis zu 80 Prozent des Kassentarifs für die erbrachte Leistung refundiert - und nicht 80 Prozent der tatsächlichen Kosten. Hier springen die Versicherungen ein. Damit kostet jede Wahlarztleistung die öffentliche Hand nur 80 Prozent der Kosten bei einem Kassenarzt. Aber auch bei der Entscheidung, sich in einem Privatspital behandeln zu lassen profitiere die Allgemeinheit, da nur ein Teil der Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Zudem werden die öffentlichen Einrichtungen dadurch entlastet. Und rund 41 Prozent der Privatversicherten entscheiden sich für eine Behandlung in einem Privatspital. So verzeichneten die Privatspitäler zuletzt rund 130.000 Patientinnen und Patienten jährlich.

Einen weiteren Vorteil sieht Aubauer in der Sonderklasse: Denn die Sonderklassehonorare der Privatversicherten sind für Spitzenärzte ein zusätzlicher Anreiz, in öffentlichen Spitälern zu arbeiten.

fel/ivn

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Quelle: APA