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Addiko: Abschluss der RBI-Übernahme wohl im ersten Quartal 2027

13.08.2026, 09:34:00

Bis zur Integration der Bank dürfte sich Raiffeisen gedulden müssen - Addiko-CEO Juranek: Längerer Prozess wegen Verkauf der Nicht-EU-Einheiten

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Komplett neu nach Gespräch CEO Juranek
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Addiko-CEO Herbert Juranek rechnet damit, dass die Eigentumsübertragung an die Raiffeisen Bank International (RBI) bis spätestens Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen sein wird. Nachdem sich die RBI Anfang August rund 55 Prozent der Anteile gesichert und damit gegen die slowenische NLB durchgesetzt hat, sind nun die Wettbewerbsbehörden am Zug, vor allem die Europäische Zentralbank (EZB). Bis die Integration der Bank starten kann, dürfte es allerdings noch dauern.

Gemäß den Angebotsunterlagen müssen die Vollzugsbedingungen spätestens am 14. Mai erfüllt sein, das Closing muss also bis dorthin erfolgen. Für den seitens der RBI angekündigten "Carve-out", also die Trennung und den Verkauf der Tochterbanken in Serbien, Bosnien-Herzegowina sowie Montenegro an die serbische Alta Group, sei ein separates Verfahren erforderlich, für das es ebenso regulatorische Genehmigungen brauche. Erst danach könne die RBI mit den EU-Einheiten der Addiko - dem Geschäft in Österreich, Kroatien und Slowenien - verschmelzen.

"Das ist ein längerfristiger Prozess, der aus meiner Sicht zumindest bis Ende 2027, wahrscheinlich sogar bis ins Jahr 2028 hineinreichen wird", sagte Juranek am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Bis 3. November 2026 könnten der RBI im Übrigen noch weitere Anteile zufallen, dann endet die entsprechende Nachfrist. Dies trifft auch auf Aktien zu, die ursprünglich der NLB angedient worden waren.

Minus im ersten Halbjahr wegen Sondereffekten

Der sich über Monate ziehende Bieterkampf bzw. damit verursachte Beratungsaufwand hat sich auch auf das Addiko-Ergebnis im ersten Halbjahr ausgewirkt. Parallel dazu schlugen Rückstellungen in Höhe von 41 Mio. Euro zu Buche, die die Addiko Bank aufgrund von Rechtsrisiken in Kroatien und Slowenien bilden musste. Unterm Strich stand ein Minus von 23 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 24 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Das operative Ergebnis verringerte sich von 51,6 Mio. auf 37,9 Mio. Euro.

Neben den Sondereffekten machte sich eine Verschärfung der Kreditvergabekriterien in einigen Regionen der Bank in den Büchern bemerkbar. Etwa habe Kroatien die Kontogebühren für Banken eingeschränkt, in Serbien hätten die Regulatoren Zinsbeschränkungen bzw. günstigere Kredite verordnet, die das Institut rund 10 Mio. Euro gekostet hätten.

"Operativ ist unser Ergebnis entgegen allen Belastungen sehr gut. Und trotz der fordernden Situation in manchen Märkten und der Unsicherheit, die durch den Übernahmekampf ausgelöst wurde, haben unsere Mitarbeiter einen super Job gemacht", so Juranek. Der Manager verwies auch auf die Kernkapitalquote, die trotz der Sonderbelastungen mit 21,3 Prozent (Ende 2025: 22,4 Prozent) stabil geblieben sei.

Mögliche Prüfung durch Übernahmekommission

Im Zuge der Bekanntgabe der Rückstellungen hatte die vor allem in Osteuropa tätige Addiko Bank Anfang Juli die Guidance für 2026 ausgesetzt. Wegen der Übernahme soll das bis auf weiteres auch so bleiben. Das Institut begründete das mit den "potenziell weitreichenden Auswirkungen auf Geschäftsmodell, Struktur, Geschäftstätigkeit und Finanzlage der Gruppe sowie verbleibender Unsicherheiten hinsichtlich Zeitpunkt, Abschluss und Umsetzung der Transaktion".

Gänzlich im Trockenen ist der Zukauf durch Raiffeisen freilich noch nicht. Neben wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen, die ausstehen, könnte laut einem Bericht der "Presse" (Mittwochausgabe) auch die Übernahmekommission noch einen genaueren Blick darauf werfen. So liege seitens Aktionären ein Antrag zur Einleitung eines formellen Nachprüfungsverfahrens vor. Die Übernahmekommission entscheidet dabei, ob ein Übernahmeangebot gegen gesetzliche Vorschriften verstößt. "Ein Verfahren wurde noch nicht eingeleitet", heißt es von der Übernahmekommission zur Zeitung. Demnach gibt es unter manchen Anteilseignern Empörung über die Annahmeschwelle von 55 Prozent. Da mehrere Aktionäre als verbunden gelten würden, hätte die Schwelle bei 65 Prozent angesetzt werden müssen, so die Argumentation laut dem Bericht. Bisher sah die Übernahmekommission darin aber kein Problem.

tpo/ivn

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