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Wiener Börse (Schluss) - ATX gewinnt deutliche 2,44 Prozent

30.07.2026, 17:54:00

Andritz-Aktie legt nach Zahlenvorlage starke mehr als neun Prozent zu - AT&S-Titel springen in fester Branche um fast 13 Prozent hoch

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Neu: Weitere Kursbewegungen von Einzelwerten
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Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag deutlich höher aus dem Handelstag verabschiedet. Der heimische Leitindex ATX gewann zum Sitzungsende starke 2,44 Prozent auf 6.454,79 Punkte. An den europäischen Leitbörsen ging es mehrheitlich in den Plusbereich und an der Wall Street etablierte sich im Verlauf eine klar positive Tendenz. Deutlich zulegen konnten an den US-Börsen vor allem die Technologiewerte nach stark aufgenommenen Microsoft-Zahlen.

Andritz-Aktie nach Zahlenvorlage sehr stark

In der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison rückten am heimischen Markt Andritz, AMAG, Erste Group und Verbund mit Quartalszahlen in den Fokus. Die auffälligste Kursreaktion gab es bei Andritz mit einem Plus von mehr als neun Prozent zu sehen. Der steirische Anlagenbauer hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Rekord beim Auftragsbestand verzeichnet.

"Der Auftragseingang übertrifft die Erwartungen nach dem Rekordwert von 3,5 Mrd. Euro im vergangenen Quartal deutlich. Der starke Auftragsbestand schlägt sich nun schneller als erwartet in Umsätzen nieder und trägt so zur Profitabilität bei", schrieben die Analysten der Erste Group in einer ersten Einschätzung. Die Prognosen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wurden von Andritz bestätigt, wobei die Prognose für 2026 laut Einschätzung der Erste-Experten konservativ erscheint.

Erste Group mit deutlichem Gewinnplus

Die Ergebnisse der Erste Group sind dank des neuen Polen-Geschäfts, das heuer erstmals in die Bilanz einfließt, deutlich gewachsen. Die Bank erzielte einen Nettogewinn von knapp 2,0 Mrd. Euro, das war um 18,6 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Den Ausblick hob die Bank an. Die Erste-Aktie legte um 0,8 Prozent zu.

Die anhaltende Trockenheit sowie niedrigere Strompreise belasten Österreichs größten Stromerzeuger, den teilstaatlichen Verbund. Der Gewinn ist im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel auf 518 Mio. Euro eingebrochen. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand einen Gewinn von rund 1 bis 1,2 Mrd. Euro, wovon die Hälfte an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Die Erste Group bewertete die Ergebnisse für das abgelaufene Jahresviertel als wie erwartet schwach. Die Verbund-Anteilsscheine notierten mit minus 2,6 Prozent bei Euro.

Die Analysten von Barclays haben ihre Einstufung "Equal Weight" für die Aktien des Verbund in Reaktion auf die gemeldeten Halbjahreszahlen bestätigt. Auch das Kursziel von 64,0 Euro für die Titel des Stromversorgers wurde unverändert belassen.

Der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) steigerte im ersten Halbjahr trotz Iran-Krieg und US-Zöllen die Erlöse und den Gewinn deutlich. Das Ergebnis nach Ertragssteuern kletterte im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 74 Prozent auf 40,7 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 850,7 Mio. Euro. Die AMAG-Papiere zogen mehr als fünf Prozent hoch.

Die Raiffeisenbank International (RBI) hat am Donnerstag beim Landesgericht für Zivilrechtssachen (LGZ) Wien eine Milliardenklage gegen den russischen Strabag-Kernaktionär Rasperia Trading Limited eingebracht. Auf Grundlage einer österreichischen Gerichtsentscheidung will RBI in Österreich 3,15 Mrd. Euro lukrieren und somit jenen Schaden kompensieren, der ihrer Tochter in Russland durch Rasperia-Klagen entstanden ist. Die RBI-Titel verteuerten sich um 3,1 Prozent.

AT&S-Aktie spring hoch

Ohne Zahlenvorlage zeigte die AT&S-Aktie in einer sehr starken Branchenstimmung mit einem Kurssprung um fast 13 Prozent eine auffällige Kursveränderung. Lenzing-Papiere erholten sich um weitere 6,4 Prozent.

Die BAWAG ist der Übernahme der irischen Bank PTSB einen großen Schritt näher gerückt. Die Aktionäre der PTSB haben auf der heutigen Hauptversammlung mit 91 Prozent für den Deal gestimmt und damit den Weg für den Kauf frei gemacht. Die Übernahme soll im vierten Quartal 2026 oder im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Die Genehmigungen vom irischen High Court und der Regulatoren stehen noch aus. Die Bank legt für die Komplettübernahme der Iren 1,6 Mrd. Euro auf den Tisch. BAWAG-Titel gingen mit plus 4,1 Prozent aus dem Handelstag.

Ins Blickfeld rückte auch eine Konjunkturprognose für Österreich. Die heimische Wirtschaftsleistung stagnierte im zweiten Quartal. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Schnellschätzung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Der durch den Iran-Krieg deutlich gestiegene Erdölpreis habe die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal belastet und dadurch die konjunkturelle Erholung unterbrochen. Die Konjunkturprognose für 2026 bleibt laut den Wirtschaftsforschern aber aufrecht.

ste/sto

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