Wiener Börse (Nachmittag) - ATX weitet Plus auf 1,55 Prozent auf
Zahlenvorlagen von Andritz, AMAG, Erste Group und Verbund - Andritz-Aktie reagiert mit einem deutlichen Plus - AT&S und Lenzing ebenfalls sehr fest
In der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison rückten am heimischen Markt Andritz, AMAG, Erste Group und Verbund mit Quartalszahlen in den Fokus. Die auffälligste Kursreaktion gab es bei Andritz mit einem Plus von fast zehn Prozent zu sehen. Der steirische Anlagenbauer hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Rekord beim Auftragsbestand verzeichnet.
"Der Auftragseingang übertrifft die Erwartungen nach dem Rekordwert von 3,5 Mrd. Euro im vergangenen Quartal deutlich. Der starke Auftragsbestand schlägt sich nun schneller als erwartet in Umsätzen nieder und trägt so zur Profitabilität bei", schrieben die Analysten der Erste Group in einer ersten Einschätzung. Die Prognosen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wurden von Andritz bestätigt, wobei die Prognose für 2026 laut Einschätzung der Erste-Experten konservativ erscheint.
Die Ergebnisse der Erste Group sind dank des neuen Polen-Geschäfts, das heuer erstmals in die Bilanz einfließt, deutlich gewachsen. Die Bank erzielte einen Nettogewinn von knapp 2,0 Mrd. Euro, das war um 18,6 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Den Ausblick hob die Bank an. Die Erste-Aktie gab dennoch um 0,8 Prozent nach.
Die anhaltende Trockenheit sowie niedrigere Strompreise belasten Österreichs größten Stromerzeuger, den teilstaatlichen Verbund. Der Gewinn ist im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel auf 518 Mio. Euro eingebrochen. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand einen Gewinn von rund 1 bis 1,2 Mrd. Euro, wovon die Hälfte an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Die Erste Group bewertete die Ergebnisse für das abgelaufene Jahresviertel als wie erwartet schwach. Die Verbund-Anteilsscheine notierten mit minus 1,0 Prozent bei 58,30 Euro.
Die Analysten von Barclays haben ihre Einstufung "Equal Weight" für die Aktien des Verbund in Reaktion auf die gemeldeten Halbjahreszahlen bestätigt. Auch das Kursziel von 64,0 Euro für die Titel des Stromversorgers wurde unverändert belassen.
Der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) steigerte im ersten Halbjahr trotz Iran-Krieg und US-Zöllen die Erlöse und den Gewinn deutlich. Das Ergebnis nach Ertragssteuern kletterte im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 74 Prozent auf 40,7 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 850,7 Mio. Euro. Die AMAG-Papiere wurden aktuell noch nicht gehandelt.
Ohne Zahlenvorlage zeigte die AT&S-Aktie mit plus 9,4 Prozent eine auffällige Kursveränderung. Lenzing-Papiere erholten sich um weitere 7,3 Prozent.
Ins Blickfeld rückte auch eine Konjunkturprognose für Österreich. Die heimische Wirtschaftsleistung stagnierte im zweiten Quartal. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Schnellschätzung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Der durch den Iran-Krieg deutlich gestiegene Erdölpreis habe die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal belastet und dadurch die konjunkturelle Erholung unterbrochen. Die Konjunkturprognose für 2026 bleibt laut den Wirtschaftsforschern aber aufrecht.
ste/sto
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Quelle: APA
